Wichtige Quelle für Gemeinden

Einnahmen aus Grundsteuer in BW um ein Fünftel gestiegen

Die Steuern auf Grundstücke sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Das Bodenwertmodell im Südwesten steht in der Kritik.
Die Einnahmen aus der Grundsteuer ist im Zeitraum von 2013 bis 2023 in Baden-Württemberg um ein Fünftel gestiegen. (Archivbild)
Die Einnahmen aus der Grundsteuer ist im Zeitraum von 2013 bis 2023 in Baden-Württemberg um ein Fünftel gestiegen. (Archivbild)Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Die Einnahmen der Gemeinden aus der Grundsteuer sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. In den zehn Jahren zwischen 2013 und 2023 erhöhte sich der Ertrag in Baden-Württemberg um rund ein Fünftel, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilt. Im Jahr 2023 nahm der Südwesten 1,960 Milliarden Euro aus der Steuer ein, das waren 19,88 Prozent mehr als vor zehn Jahren. Damals betrugen die Einnahmen 1,635 Milliarden Euro.

Im Jahr 2023 kassierte der deutsche Staat 15,5 Milliarden Euro, das waren 25,2 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor. Die Grundsteuer zählt zu den wichtigsten Einnahmequellen für die Gemeinden in Deutschland. Im ersten Halbjahr 2024 erzielten sie dadurch 8,0 Milliarden Euro, 2,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Betrag machte 13 Prozent an den Gemeindesteuern aus, aus der Gewerbesteuer kamen 59 Prozent und aus der Einkommensteuer 25 Prozent.

Der größte Teil der Grundsteuer stammte im ersten Halbjahr 2024 in Deutschland mit 7,8 Milliarden Euro aus dem Typ B, der für bebaute oder unbebaute Grundstücke anfällt. Typ A betrifft land- und forstwirtschaftliches Vermögen. Seit Anfang 2025 gelten neue Regeln und neue Hebesätze. Das hatte das Bundesverfassungsgericht gefordert, denn zuletzt hatten die Finanzämter den Wert einer Immobilie auf der Grundlage völlig veralteter Daten kalkuliert, von 1935 in Ostdeutschland und von 1964 in Westdeutschland.

In Baden-Württemberg gilt das sogenannte Bodenwertmodell - dabei zählt die Fläche, nicht das, was darauf steht. Hausbesitzer hatten geklagt, da sie sich vom Modell benachteiligt fühlen, weil die Gartenfläche genauso bewertet werden soll wie der bebaute Grund. Der Landeschef des Bunds der Steuerzahler, Eike Möller, sagte, dieses Modell führe zu verfassungsrechtlich bedenklichen Verwerfungen. Daher führe man gemeinsam mit anderen Verbänden derzeit mehrere Musterverfahren gegen die neue Landesgrundsteuer.

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