Am Montag, den 13. April 2026, bot sich der Freiwilligen Feuerwehr Pforzheim, Abteilung Huchenfeld, eine besondere Gelegenheit: In der Grundschule Huchenfeld konnte eine realitätsnahe Einsatzübung durchgeführt werden. Unterstützt wurde die Mannschaft von den Feuerwehrabteilungen der Stadtteile Würm und Hohenwart.
Als Übungsannahme galt eine Verpuffung der Heizungsanlage im Keller während Wartungsarbeiten. Das gesamte Schulgebäude wurde dafür mit Disconebel verraucht, sodass die Einsatzkräfte unter realistischen Bedingungen vorgehen konnten. Ziel der Übung war es, die Erkundung eines großen und komplexen Gebäudes zu trainieren, eine klare Raumordnung für nachrückende Kräfte zu schaffen und die Führungsstruktur optimal aufzubauen.
Zunächst war die Abteilung Huchenfeld allein vor Ort. Die Einheiten aus Würm und Hohenwart trafen im Verlauf nach und nach ein – genau wie es im Ernstfall wäre. Während der Erkundung stellte sich dem Zugführer die entscheidende Frage: Befinden sich noch Personen im Gebäude? Der Hausmeister stand helfend zur Seite und öffnete mit einem Schlüssel den Zugang. Ein vor Ort abgestellter Werkstattwagen deutete darauf hin, dass noch Arbeiten im Keller stattfanden. Bald stand fest: Drei Personen müssen sich noch im Gebäude befinden.
Die Menschenrettung hatte nun oberste Priorität. Unter schwerem Atemschutz machten sich die Einsatzkräfte bei Nullsicht und mit Strahlrohr auf den Weg in den Keller. Neben Rettungsbrettern kamen auch Schleifkorbtragen zum Einsatz. Die langen Wege von der Aula bis zum Heizungsraum und die unbekannte Ausdehnung des Untergeschosses machten die Lage besonders anspruchsvoll. Um möglichst schnell erfolgreich zu sein, starteten zwei Trupps gleichzeitig – über das linke und rechte Treppenhaus.
Zwischenzeitlich wurden im ersten und zweiten Obergeschoss zwei beleuchtete Klassenzimmer entdeckt. Jugendliche, dargestellt von der Jugendfeuerwehr Huchenfeld, hielten sich dort auf. Glücklicherweise befanden sie sich außerhalb des Gefahrenbereichs und hatten die Türen geschlossen. Über Kontakt zur Feuerwehr wurde ein zusätzlicher Einsatzabschnitt „Betreuung“ gebildet, um die „Betroffenen“ sicher ins Freie zu bringen.
Gegen Ende der Übung sorgte die Einsatzleitung für eine zusätzliche Herausforderung: eine „Mayday“-Meldung. Sie simulierte den Notfall eines Trupps unter Atemschutz, der verletzt oder handlungsunfähig war. Sofort galt Funkstille, höchste Konzentration und der Fokus auf die Rettung. Der Sicherheitstrupp sowie ein weiterer Trupp führten eine koordinierte Sofortrettung durch – erfolgreich und professionell.
Die Übungsleitung möchte hervorheben, wie hervorragend diese Einsatzübung ablief. Die Übung wurde so geplant, dass die Kräfte weder Örtlichkeit noch Szenario kannten und die Aufgaben mit Bravour meisterten. Die nötige Führungsorganisation (Aufbau), der Führungsvorgang (Ablauf) und die Führungsmittel (Ausstattung wie Funk- und Lageskizzen) wurden taktisch sinnvoll eingesetzt. Auch die Kommunikation zwischen allen Einsatzkräften verlief bei dieser Größenordnung klar und harmonisch.
Insgesamt waren die Abteilungen Huchenfeld, Würm und Hohenwart mit sieben Fahrzeugen und 33 Einsatzkräften im Einsatz. Nach der Nachbesprechung ließen die Kameradinnen und Kameraden den Abend bei einem gemeinsamen Grillen ausklingen –
zur Stärkung des Teamgeists und der Kameradschaft.
Ein besonderer Dank gilt der Schulleitung und dem Hausmeister der Grundschule Huchenfeld für die Unterstützung und Bereitstellung des Übungsobjekts. Ebenso bedankt sich die Feuerwehr bei allen ehrenamtlichen Kräften sowie bei der Berufsfeuerwehr Pforzheim, die das Übungsmaterial vorbereitet und die Nachbereitung begleitet haben.
Hat dieser Bericht dein Interesse geweckt, selbst Teil der Freiwilligen Feuerwehr Pforzheim, Abteilung Huchenfeld zu werden? Dann schau doch vorbei – jeden Montagabend im Feuerwehrhaus Huchenfeld, Grohwiesenweg 1. Neue Mitglieder sind
jederzeit herzlich willkommen!
Yannik Lainer