
Drei Grad minus hat es draußen, ein scharfer Wind fegt über das Strohgäu, und da, auf dem Fenster, sind das nicht Eisblumen? An so einem Wintertag legt man gerne seine Hand prüfend auf den Heizkörper und dreht den Regler nach links – in Richtung Anschlag. Das ist auch verständlich, denn die Temperatur, bei der sich Menschen wohl fühlen – Mediziner sprechen vom „Behaglichkeitsbereich“ – liegt zwischen 18 und 23 Grad Celsius.
Doch leider: Unsere Art zu heizen ist wenig umweltverträglich. Wenn Erdgas, Heizöl oder Flüssiggas verbrennen, setzen sie Kohlendioxid frei. So heizen sie die Wohnräume auf – und den Klimawandel an. In Korntal-Münchingen werden rund 80 % der Heizwärme mit einem dieser drei fossilen Brennstoffe erzeugt.
Mit ihrem Klimaschutzgesetz setzt sich die Bundesrepublik Deutschland ein ehrgeiziges Ziel: Bis zum Jahr 2045 soll vollständige Klimaneutralität erreicht sein. Und das heißt für alle Heizungen, die jetzt noch munter rauchen, qualmen und dünsten: Eure Tage sind gezählt!
Wie aber soll die Wärmeversorgung der Zukunft aussehen? Dies zu entscheiden, ist Sache der Gemeinden. Das Wärmeplanungsgesetz des Bundes weist hierzu den Weg. Es verpflichtet alle deutschen Städte, ein Konzept zu erstellen, wie ab 2045 Wärme in die Häuser kommt, ohne dass CO₂ entsteht.
Korntal-Münchingen hat diese Herausforderung bereits angenommen - und den ersten Entwurf eines Wärmeplans vorgelegt. Mitglieder des BUND KoMü haben diesen gründlich studiert. Die Stellungnahme, die daraus entstanden ist, finden Sie auf unserer Homepage. Wir danken der Stadt sehr, dass sie diese Aufgabe so entschlossen und zielstrebig angeht!
Übrigens: Haben Sie tatsächlich Eisblumen am Fenster? Dann sollten Sie über eine kleine Investition
nachdenken! Denn nur an schlecht gedämmten Fenstern bilden sich Eisblumen …
