
Zu einem Infoabend über die Energieversorgung luden wir die beiden Physiker Prof. Dr. Eduard Heindl (Hochschule Furtwangen) und Jürgen Falkenberg (Gegenwind Straubenhardt) ein. Energiewende Bergstraße hatte vorab den Wissenschaftler Heindl einem „Faktencheck“ unterzogen. Mit anderen Meinungen als der eigenen will sich dieser Verein offenbar nicht auseinandersetzen. Das zeigen auch die Gegenbehauptungen auf unseren Beitrag im vorigen Mitteilungsblatt – ohne Quellenangaben. Ist das ein sachlicher Diskurs?
In seinem Vortrag plädierte Heindl dafür, Windkraft-Anlagen (WKA) nur dort zu bauen, wo auch der geeignete Wind weht – und nicht in Schwachwindgebieten wie Baden-Württemberg (BW). Denn die Stromerzeugung ist proportional zur 3. Potenz der Windstärke. Eine WKA würde in Schleswig-Holstein fast dreimal so viel Energie erzeugen als auf dem Weißen Stein. Um die gleiche Energiemenge zu erhalten, müssten dreimal so viele Rohstoffe wie Beton, Stahl, Kupfer zum Einsatz kommen. Damit wird dreimal mehr CO₂ emittiert als an einem guten Standort. Heindl ging auf den Lärm durch WKA ein. Dieser macht sich oft in großer Entfernung bemerkbar, während es direkt unter einer WKA still sein kann. Und mehrere WKA schaukeln sich auf. Die modulierenden Interferenzeffekte bewirken kein gleichmäßiges Geräusch, sondern ein Wummern. Heindl sprach auch über die Kernenergie, obwohl „mir vorgeworfen wird, dass ich darüber rede“. Die Leistung von 1200 WKA entspricht der des stillgelegten Kernkraftwerks Neckarwestheim. Dabei ist deren Speicherverlust nicht berücksichtigt. Und die WKA benötigen eine weitaus größere Fläche.
Jürgen Falkenberg berichtete von einem konkreten Fall in BW. In Straubenhardt mussten für den Bau von 11 WKA 14 ha Wald weichen. Der Boden wurde verdichtet und versiegelt. Die Naturschutz- und Wirtschaftlichkeitsgutachten enthielten massive Fehler. Letztendlich lieferten diese WKA einen Ertrag von nur 72,5 % der Prognose des TÜV Süd. Der Windatlas liefert zu optimistische Werte. Das zeigen auch die anderen Windparks in Baden-Württemberg; deren Erträge alle bedeutend niedriger als prognostiziert sind. Vermutlich wird auch auf dem Weißen Stein ein um 30 % geringerer Ertrag resultieren. Falkenberg schloss seinen Vortrag mit der Folie: „OHNE Stromspeicher erreicht die EnergiewENDE nicht die Ziele. MIT Stromspeichern ist die EnergiewENDE nicht bezahlbar. Die deutsche EnergiewENDE ist deshalb schon lange gescheitert.“
Monatstreffen: Donnerstag, 12.02.26, um 19.30 Uhr im Neuen Ludwigstal. Interessierte herzlich willkommen.
Kontakt: karin.reinhard12@gmail.com
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Weitere Infos: gegenwind-bergstrasse.de
Dr. R. Kraft


