In der Karlsruher Oststadt beweist eine Wohneigentümergemeinschaft (WEG), dass die Energiewende auch im Altbau funktioniert. Das Haus: Baujahr 1900, sieben Wohneinheiten, vier Eigentümer. Die WEG verwaltet sich selbst, ohne externe Hausverwaltung.
Gemeinsam plant die WEG den Umstieg auf erneuerbare Energien. Und mit Olaf, Physiker und Miteigentümer gibt es jemanden, der sich tief in die Materie einarbeitet, Energieberater eingebunden, Kosten modelliert und Optionen verglichen hat – von Geothermie über Sole-Wasser-Wärmepumpe bis hin zu Erdkollektoren. Am Ende fiel die Wahl der WEG auf eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, genauer: eine Kaskade aus zwei Geräten. Eine größere Wärmepumpe (20 kW) ist für die Raumheizung zuständig und läuft hauptsächlich in der Heizperiode. Eine kleinere Wärmepumpe (15 kW) sorgt ganzjährig für Warmwasser. Beide arbeiten mit eigenen Pufferspeichern.
Und die alten Heizkörper? Von 40 mussten gerade mal vier ersetzt werden. Der Rest kommt gut mit den niedrigeren Vorlauftemperaturen der Wärmepumpe zurecht.
Seit Herbst 2024 liefert außerdem eine Photovoltaikanlage (14 kWp) Strom für alle Einheiten. Die technische Lösung – ein virtueller Summenzähler, der die Daten der einzelnen Smart Meter rechnerisch zusammenführt – funktioniert. Der Abrechnungsprozess braucht noch Zeit.
Das Projekt wurde aus den Rücklagen der WEG finanziert. Hinzu kamen KfW- und BAFA-Zuschüsse für Einzelmaßnahmen. Olafs Fazit bringt es auf den Punkt: „Es gibt keine bessere Geldanlage, als in niedrige Betriebskosten zu investieren. Und gemeinsam geht das deutlich besser als allein."
Auch Ihre WEG möchte auf erneuerbare Energien umsteigen? Die Energieberaterinnen und -berater der KEK helfen gerne weiter: Kostenfrei und neutral im Beratungszentrum in der Hebelstraße 15 in Karlsruhe. Beratungstermine können unter www.kek-karlsruhe.de/terminbuchung oder unter 0721 480 88 250 gebucht werden.
Anmeldung und Infos: www.kek-karlsruhe.de/events oder telefonisch unter 0721 480 88 250.