
Am letzten Samstag fand zwischen Beilstein und Oberstenfeld ein gut besuchter Schnittkurs für Obstbäume statt. Zahlreiche Interessierte nutzten die Gelegenheit, sich praxisnahes Wissen rund um den fachgerechten Obstbaumschnitt nach Öschberg‑Palmer anzueignen und zu vertiefen.
Unter der fachkundigen Leitung von Helmut Ritter wurden zunächst die theoretischen Grundlagen erläutert. Dabei wurde deutlich, dass ein gezielter Schnitt weit mehr ist als reine Formsache: Er entscheidet maßgeblich über Vitalität, Stabilität und den langfristigen Ertrag eines Obstbaumes. Besonders hervorgehoben wurde der Zusammenhang zwischen einer lichtdurchlässigen Krone, gesunden Fruchttrieben und gleichmäßig ausgereiften Früchten. Und das beginnt bereits im ersten Jahr eines jungen Baumes. Neben den vier Leitästen, die im 90‑Grad‑Winkel zueinander stehen sollten, werden bis zu drei begleitende Fruchtäste ausgebildet. Die Verjüngung des Fruchtholzes erfolgt alle 3 – 5 Jahre ohne Anschneiden durch Abkippen. Ausführlich wurde auch das „Umkehrauge“ gezeigt.
Im praktischen Teil konnten die Teilnehmenden das Gelernte direkt an den Bäumen beobachten. Anhand konkreter Beispiele wurde gezeigt, wie der Öschberg‑Palmer‑Schnitt korrekt durchgeführt wird und welche typischen Fehler vermieden werden sollten. Fragen wurden ausführlich diskutiert, unterschiedliche Baumzustände gemeinsam bewertet und Schnitte nachvollziehbar begründet.
Die positive Resonanz der Teilnehmenden zeigte, wie groß das Interesse an fundierter, praxisorientierter Wissensvermittlung ist. Viele äußerten den Wunsch nach einer Fortsetzung oder weiterführenden Angeboten, weshalb der Streuobstverein auch in Zukunft solche Veranstaltungen anbieten wird.