
Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) ist angesichts der erneuten Eskalation der Gewalt im Mittleren Osten zutiefst besorgt. In mehreren Ländern der Region kam und kommt es zu zum Teil schwerwiegenden Angriffen mit unabsehbaren Folgen für die Zivilbevölkerung. „Unsere lokalen Schwestergesellschaften sind unermüdlich im Einsatz, um Menschen in Not zu helfen. Oft sind unsere Kolleginnen und Kollegen die ersten vor Ort und versorgen Menschen mit dem Nötigsten“, sagt Christian Reuter, Generalsekretär des Deutschen Roten Kreuzes. „Wir verfolgen die Lage sehr aufmerksam, um unsere Unterstützung für die einzelnen Schwestergesellschaften bedarfsgerecht auszubauen und so Menschen in Not beizustehen.“
Die Eskalation der Gewalt im Mittleren Osten droht sich auszuweiten und vor allem auch für die Zivilbevölkerung schlimmste Folgen zu verursachen. Mittlerweile gibt es hunderte von Todesfällen. Unter größter Gefahr leisten die Einsatzkräfte der DRK-Schwestergesellschaften medizinische Versorgung der Zivilbevölkerung, Freiwillige geben Hilfsgüter an die Menschen aus, um sie mit dem Nötigsten zu unterstützen.
In Iran hat der Iranische Rote Halbmond seine 100.000 Freiwilligen aktiviert und leistet unter anderem durch Notfalleinsatzteams medizinische Hilfe. Magen David Adom (Roter Davidstern) in Israel behandelt und evakuiert in Israel betroffene Personen und hat eine landesweite Blutspendenkampagne gestartet. Das Libanesische Rote Kreuz bereitet sich auf eine große Anzahl von Binnenvertriebenen vor, um im Notfall schnell Hilfsgüter verteilen zu können und die medizinische Versorgung sicherzustellen. Weitere Angriffe wurden auch aus Bahrain, Irak, Jordanien, Katar, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Zypern gemeldet. Das DRK pflegt enge und vertrauensvolle Partnerschaften mit betroffenen Schwestergesellschaften und wird die Zusammenarbeit nun bedarfsgerecht und nach Kräften ausbauen.
Für Michael Uibel, Vorsitzender des Büchenbronner Roten Kreuzes und Konventionsbeauftragter des DRK-Kreisverbandes Pforzheim-Enzkreis, gibt es klare Regeln in bewaffneten Konflikten, an die alle beteiligten Parteien gebunden sind. Zivile Infrastruktur, Krankenhäuser und Schulen sind genauso zu schützen wie humanitär Helfende. Die jüngste militärische Eskalation im Nahen Osten verschärft sich rasch und könnte verheerende Folgen für die Zivilbevölkerung in der gesamten Region haben“ sagt Michael Uibel.
Zuständig für die Einhaltung des Humanitären Völkerrechts ist das Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) mit Sitz in Genf. Die Schweizer Organisation ist zuständig für Krisen und Konflikte und ist Bestandteil der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung. Für Mirjana Spoljaric, Präsidentin des IKRK, ist es klar „Die Achtung des Humanitären Völkerrechts ist nicht verhandelbar. In internationalen bewaffneten Konflikten gelten die Genfer Abkommen uneingeschränkt. Zivilpersonen und zivile Infrastruktur – darunter Krankenhäuser, Wohnhäuser und Schulen – müssen geschützt werden. Medizinisches Personal und Ersthelferinnen und Ersthelfer müssen ihre lebenswichtige Arbeit sicher und ungehindert ausüben können. Unsere Botschaft ist klar: Humanitäre Akteure können und werden zwar Hilfe leisten, doch humanitäre Hilfe allein kann das mit dem Ausmaß des Leids infolge anhaltender Konflikte nicht Schritt halten. Entscheidend ist die Einhaltung des Kriegsrechts und der politische Wille, weiteres Leid und zusätzliche Zerstörung zu verhindern“.
„Das IKRK hat derzeit Teams vor Ort im Iran, in Israel und in den besetzten Gebieten, im Libanon sowie in weiteren Teilen der Region. In Zusammenarbeit mit unseren Partnern der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung analysieren wir fortlaufend den Bedarf und positionieren Hilfsgüter vor. Wir bereiten uns darauf vor, unsere Hilfe auszuweiten, sobald Zugang und Rahmenbedingungen dies erlauben. Im Rahmen unseres Mandats stehen wir bereit, dringend benötigte humanitäre Unterstützung zu leisten, medizinische Strukturen zu stärken und unseren vertraulichen Dialog mit den Konfliktparteien fortzuführen, um die Achtung des humanitären Völkerrechts zu fördern. Die militärische Eskalation im Nahen Osten entfacht eine gefährliche Kettenreaktion in der ganzen Region mit potenziell zerstörerischen Folgen für die Zivilbevölkerung“ sagt Mirjana Spoljaric
Die Einhaltung der Regeln im Krieg ist eine Pflicht und keine Option. In internationalen bewaffneten Konflikten gelten das humanitäre Völkerrecht und insbesondere alle vier Genfer Abkommen.
DRK bringt Hilfsgütertransport für die Menschen in Libanon auf den Weg Die andauernde Eskalation im Nahen Osten hat dramatische Folgen für die Menschen vor Ort. Gerade in Libanon hat sich die Lage über die letzten Tage nochmals deutlich verschlechtert, ungefähr zwanzig Prozent der Bevölkerung mussten innerhalb des Landes flüchten - rund eine Million Menschen. Neben bereits laufenden Unterstützungsmaßnahmen hat das DRK deshalb nun Hilfsgüter auf den Weg gebracht. Mit unter anderem Zelten, Decken und Küchensets wird bedarfsgerechte Hilfe geleistet. „Zahlreiche Menschen müssen derzeit in ständiger Angst um das eigene Leben sowie das Leben von Freunden und Familie unter freiem Himmel schlafen, während Kampfjets über ihnen fliegen“, sagt Christian Reuter, Generalsekretär des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). „Mit der Hilfsgüterlieferung verbessern wir die Lage von Menschen zumindest etwas, zudem leistet das Libanesische Rote Kreuz mit unserer Unterstützung unermüdliche Arbeit, um den notleidenden Menschen zu helfen.“
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