Die Hockenheimer Landfrauen und Gäste trafen sich in der Zehntscheune zu einem Vortrag über Essig. Winzerin Antje Geiter von der Ladenburger Essigmanufaktur referierte über die Herstellung und Bedeutung von Essig für die Haltbarmachung von Lebensmitteln, Ernährung, Körperpflege und Gesundheit. Antje Geiter ging in der Geschichte weit zurück. Schon die Ägypter stellten Essig her, aus sauer gewordenen Fruchtsäften, Wein oder Bier war Essig, mit Wasser gemischt, ein erfrischendes, kühlendes Getränk. Römische Legionäre nutzten dieses Getränk auch auf ihren Feldzügen, da durch die Essigbeigabe das nicht so saubere Trinkwasser genießbarer wurde. Im Mittelalter galt Kräuteressig als Heilmittel zum Trinken, Essigabreibungen sollten Krankheiten verhindern. Sogar als Farbe Kupferacetat-Blau wurde Essig genutzt. Und wer kennt heute nicht das Entkalken von Wasserkochern und Kaffeemaschinen mit Essig-Essenz! Und die Essigfliegen, die sich im Sommer auf unser Obst stürzen, können mit einem Glas Essigwasser, in das ein Schuss Spülmittel gegeben wird, erfolgreich abgewehrt werden. Die Herstellung von Essig erfolgt immer nach dem gleichen Prinzip: Aus Früchten wird ein Saft gewonnen, diesen lässt man zu Alkohol vergären und unter Sauerstoffeinfluss bzw. Bakterien in der Luft entsteht Essig. Auch die Industrie nutzt diese Herstellungsweise, allerdings in einem schnelleren Verfahren. Es gibt Gäressige (Wein-, Branntweinessig), Frau Geiter stellte aber ihre Ansatzessige vor. Nach alter Tradition, mit viel Zeit und Liebe zum Produkt verarbeitet sie vorwiegend Früchte aus Ihrem Garten und der Umgebung, wie z.B. Himbeeren, Kirschen, Erdbeeren, Feigen, Holunderblüten, Johannisbeeren. Aber auch Kastanien werden genutzt und ergeben einen sehr schmackhaften Essig. Auf den Tischen standen kleine Schälchen mit Brotscheiben und verschiedenen Essigen parat und lockten die Landfrauen zum Probieren. Schnell waren Brot und die leckeren Essige verkostet, ein individuelles Geschmackserlebnis inklusive. Frau Geiter hatte eine Auswahl an ihren Produkten dabei, so dass die Landfrauen und Gäste auch Essige kaufen konnten, was rege genutzt wurde. Zufrieden mit ihren erstandenen Produkten verabschiedeten sich die Frauen, ein großes Dankeschön an Frau Geiter, die den Frauen einen informativen und unterhaltsamen Abend beschert hatte. (sto)