
Im Rahmen des Geschichtsunterrichts unternahmen die Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen unserer Schule am 23.4.2026 eine Exkursion zur KZ-Gedenkstätte Hailfingen/Tailfingen. Begleitet wurden sie von Frau Stadelmaier und Herrn Gerstner, die beide auch für die Bildungskooperation zuständig sind, sowie von Frau Ludwig. Der etwa dreistündige Besuch wurde von Herrn Kroll von der Gedenkstätte geleitet. Zu Beginn erhielten die Schülerinnen und Schüler eine Führung durch die Ausstellung im Dokumentationszentrum. Diese vermittelt anhand von Zeitzeugenberichten, Dokumenten und Biografien die Geschichte des KZ-Außenlagers sowie die Schicksale der Häftlinge. Im Anschluss erfolgte ein Standortwechsel: Die Gruppe wurde zum Tailfinger Friedhof geführt. Dort sind 75 der insgesamt 601 jüdischen Häftlinge begraben, die im KZ-Außenlager Hailfingen/Tailfingen interniert waren. Zurück in der Gedenkstätte arbeiteten die Schülerinnen und Schüler in vier Gruppen an Akten und Personenbeschreibungen weiter. Inhaltlich setzten sie sich mit verschiedenen Tätergruppen auseinander sowie mit der Frage, wie es dazu kommen konnte, dass einige Insassen, obwohl selbst Opfer, in bestimmten Situationen zu Tätern wurden. Die unmittelbare Nähe eines solchen historischen Lernortes hat für die Schülerinnen und Schüler eine besondere Bedeutung. Sie erkennen, dass die Verbrechen des Nationalsozialismus nicht nur an weit entfernten Orten stattfanden, sondern direkt vor ihrer eigenen Haustür. Dadurch wird Geschichte greifbar und konkret. Aussagen wie „Bei uns war das nicht so“ oder „Wir wussten von nichts“ erscheinen vor diesem Hintergrund deutlich weniger glaubwürdig. Die Exkursion trägt somit dazu bei, ein kritisches Geschichtsbewusstsein zu fördern und die Verantwortung jedes Einzelnen für Erinnerung und Aufarbeitung zu verdeutlichen.