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Fahrradwerkstatt für Bedürftige startet erfolgreich am neuen Standort

In der neuen Unterkunft der ehrenamtlichen Fahrradwerkstatt in der Friedrich-Ebert-Straße 25, direkt hinter der „Warmen Stubb“, herrschte am Donnerstagabend...
In der Fahrradwerkstätte der Ehrenamtlichen wird eifrig repariert. Motto: Hilfe zur Selbsthilfe.Foto: Rita Weis

In der neuen Unterkunft der ehrenamtlichen Fahrradwerkstatt in der Friedrich-Ebert-Straße 25, direkt hinter der „Warmen Stubb“, herrschte am Donnerstagabend Tag reger Betrieb. Es war der erste Tag der Fahrradwerkstatt an ihrem neuen Standort, und es wurde eifrig geprüft, geschraubt, gemessen, gerichtet, Räder ausgetauscht und Luft gepumpt. Mehrere Väter kamen mit ihren Kindern vorbei, um gemeinsam ein passendes Fahrrad auszusuchen.

Der kleine Armin ist vier; als geflüchtetes Kind ist er im Camp in den ehemaligen Tompkins Barracks untergebracht; gerade fand gerade ein gebrauchtes, aber intaktes Kinderfahrrad. Der freiwillige Helfer Sascha Pfeiffer übergab seinem Vater einen Fahrradpass als Nachweis, wo sie das Rad gekauft haben und dass es ihnen gehört. „Das ist wichtig bei einer Polizeikontrolle oder falls es verloren geht,“ erklärte Pfeiffer. Der 11jährige Elias suchte indessen noch nach einem Rad. Und da kam die junge Loubna aus Marokko und hatte einen Platten; sie hatte von Freunden von der Werkstatt erfahren und wollte sich erklären lassen, wie man einen Reifen flickt oder austauscht.

Auf dem Hof und in den beiden Garagen, die der Werkstatt nun zur Verfügung stehen, reihten sich zahlreiche Räder aneinander. Trotz der vielen Sprachen, die durcheinanderklangen, war die Verständigung kein Problem – irgendwie fand man immer einen Weg, sich zu verstehen. Die Stimmung war auffallend freundlich, lebendig und tatkräftig.

Noch bis vor Kurzem war die seit 10 Jahren existierende Fahrradwerkstatt in der Schulstraße untergebracht. Aus vertragsrechtlichen Gründen musste sie nun dort ausziehen und suchte eine neue Bleibe. Die Stadt Schwetzingen hatte das Gebäude in der Friedrich-Ebert-Straße vor drei Jahren angemietet, um dort Wohnungen und weitere Hilfsangebote für Bedürftige zu schaffen. Nun profitiert auch die Fahrradwerkstatt von dieser Lösung.

Die Idee zur Werkstatt stammt vom Freundeskreis Asyl, der vor zehn Jahren ein Angebot schaffen wollte, um Bedürftigen und Geflüchteten mehr Mobilität zu ermöglichen. Im Mittelpunkt steht dabei nicht der Verkauf gebrauchter Fahrräder, sondern die Reparatur. „Wir reparieren nicht für die Leute, sondern leiten sie an, ihre Fahrräder selbst zu reparieren“, erklärte Helfer Sascha Pfeiffer. Das Konzept lautet Hilfe zur Selbsthilfe: Die Ehrenamtlichen unterstützen, erklären und zeigen, wie es geht. Ersatzteile stammen aus gespendeten, ausgeschlachteten Rädern. Fahrräder können zu einem geringen Preis, der lediglich die Reparaturkosten deckt, erworben werden.

Aktuell helfen vier Ehrenamtliche in der Werkstatt mit. Nutzen dürfen das Angebot Geflüchtete und Bedürftige, die entsprechende Nachweise vorlegen. Pfeiffer betonte, dass man keine Konkurrenz zu den kommerziellen, ortsansässigen Fahrradwerkstätten sei, sondern ein ergänzendes Angebot für eine klar umrissene Zielgruppe. Damit ist die Werkstatt ein weiterer Baustein im sozialen Netzwerk der Stadt.

Geöffnet ist die ehrenamtliche Fahrradwerkstatt immer donnerstags von 17 bis 19 Uhr. Wer handwerkliches Geschick mitbringt und sich ehrenamtlich engagieren möchte, ist herzlich willkommen. „Die sind super nett“, meinte Bechir Bajoui, der selbst schon ein Fahrrad dort gekauft hat und nun eines für einen Freund reparieren wollte.

Am Ende bleibt der Eindruck eines Ortes, an dem nicht nur Fahrräder wieder fahrtüchtig gemacht werden, sondern auch ein Stück Teilhabe und Selbstständigkeit.

Man hilft sich gegenseitig und arbeitet zusammen.Foto: Rita Weis
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von Redaktion NUSSBAUMRedaktion NUSSBAUM
15.06.2026
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