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Dies und das

Familienforschung und historische Schätze

Ein offener Beratungsnachmittag lockte Geschichtsinteressierte mit persönlichen Dokumenten und spannenden Funden ins Öhringer Schloss – vier...
Beratungssituation
Foto: Stadt Öhringen

Ein offener Beratungsnachmittag lockte Geschichtsinteressierte mit persönlichen Dokumenten und spannenden Funden ins Öhringer Schloss – vier Archivprofis standen mit Rat und Tat zur Seite

Am Donnerstag, 19. März, öffnete das Landschaftszimmer/Trauzimmer im Öhringer Rathaus seine Türen für einen besonderen Anlass: Beim Beratungsnachmittag mit Archivprofis standen vier Fachleute aus dem Hohenlohe-Zentralarchiv Neuenstein, dem Stadtarchiv Öhringen, rund zehn Besucherinnen und Besuchern Rede und Antwort. Wo sich sonst Menschen das Ja-Wort geben und in eine gemeinsame Zukunft starten, stand an diesem Nachmittag alles im Zeichen der Vergangenheit. Und es konnte auch gestöbert werden, unter anderem in alten Zeitungen und Bilder-Ordnern des Stadtarchivs.

Familienforschung im Mittelpunkt

Der Schwerpunkt des Nachmittags lag auf genealogischen Fragen. Die Besucherinnen und Besucher trieb vor allem eine Frage um: Wo komme ich her? Viele waren schon im Vorhinein intensiv auf Spurensuche und kamen daher mit sehr konkreten Fragen und spannenden Geschichten – nicht nur zu ihrer eigenen Historie, sondern auch zum Verlauf ihrer Suche in verschiedenen Archiven und anderen Stationen. Die Archivfachleute gaben praktische Tipps zur Personensuche und wiesen auch auf weniger bekannte Recherchewege hin, unter anderem lohne sich auch neben den klassischen Kirchenbüchern ein Blick in Gerichtsakten. Beim Entziffern alter Handschriften halfen sie natürlich auch.

Oftmals ist ein erster Schritt bei der Familienforschung ein Blick in ein Findbuch eines lokalen Archivs. Ein Findbuch ist ein Verzeichnis oder eine Liste, um die darin enthaltenen Dokumente, Materialien oder Ressourcen zu katalogisieren. Es hilft Nutzenden, bestimmte Informationen oder Materialien einfacher zu finden, z.B. indem dort festgehalten ist, welche Dokumente zu finden sind, aus welcher Zeit und eventuell auch welche Namen darin auftauchen.

Historische Schätze aus privatem Besitz

Die Besucherinnen und Besucher brachten bemerkenswerte Dokumente mit. Besondere Stücke wie ein 200 Jahre altes Poesiealbum erregten Aufmerksamkeit. Klein und zart kommt es daher, ein Artefakt aus einer anderen Zeit, das nicht nur ein Stück Zeitgeschichte ist, sondern auch Zeugnis einer Ära, in der die Ästhetik und Kunstliebe im Vordergrund standen: handbeschriebene Zettelchen, kleine kunstvolle Zeichnungen und Sinnsprüche wirken in diesen digitalen Zeiten besonders eindrucksvoll.

Eine Urkunde auf Pergament und versehen mit einem Siegel aus dem 18. Jahrhundert war das älteste Fundstück an diesem Nachmittag – dieses besondere Stück hat die Zeit ohne Beschädigungen überlebt und es hat es sogar auf das Pressefoto geschafft. Ein Besucher aus einem Öhringer Stadtteil kam mit historischen Bauplänen im Gepäck, die als Desiderate – also bislang fehlende Stücke – für das Archiv besonders wertvoll sind.

Auch der Nachlass eines lokalen Künstlers weckte das Interesse der Profis, die Tipps gaben, wie die Erben mit den vorhandenen Gemälden und Kunstwerken verfahren können. Vor allem beim Thema Erbe und Nachlass konnten die Expertin und Experten wertvolle Anstöße geben.

Spurensuche über Generationen

Ein Besucher erzählte von seiner ganz persönlichen Spurensuche: Auf den Wegen seiner Vorfahren reisend, führte ihn die Familienforschung nach Öhringen. Verwandte von ihm waren sowohl im medizinischen Bereich – im alten Krankenhaus im heutigen Katharinengraben – und auch für die Bahn tätig. Unter anderem brachte er eine Leichenpredigt und ein Foto einer Frau mit, die sich zeitlebens für Kranke und Sterbende einsetzte. Diese Zeugnisse wird er digitalisiert dem Stadtarchiv zur Verfügung stellen – ein Beispiel dafür, wie private Initiative und öffentliche Archive zusammenwirken können.

Der kostenlose Beratungsnachmittag zeigte, welche Schätze in Familienbesitz schlummern – und wie viel Geschichte sich entfaltet, wenn man die richtigen Fragen stellt. Ein weiterer Termin dieser erfolgreichen Veranstaltung ist derzeit in Planung.

Egal, ob Sie zu Ihrer Familiengeschichte forschen, historisches Interesse haben oder sich für Stadt-, Land- oder Firmengeschichte interessieren: Im Stadtarchiv Öhringen gibt es viel zu entdecken. Vorbeikommen lohnt sich!

Öffnungszeiten: Donnerstags von 14 bis 18 Uhr und nach kurzer Voranmeldung

Kontakt: Stadtarchiv der Stadt Öhringen | Rathaus, Marktplatz 15

Claudia Wunder | Tel. 07941 68-113 | claudia.wunder@oehringen.de

Informationen zum Hohenlohe Zentralarchiv finden Sie hier: www.landesarchiv-bw.de/de/landesarchiv/standorte/hohenlohe-zentralarchiv-neuenstein/47260

Erscheinung
exklusiv online
von Stadt Öhringen
31.03.2026
Dieser Inhalt wurde von Nussbaum Medien weder erfasst noch geprüft. Bei Beschwerden oder Anmerkungen wenden Sie sich bitte an den zuvor genannten Erfasser.
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