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Fasten – Zeit der Besinnung

Am 2. März beginnt die 19-tägige Fastenzeit, die Bahá'í in aller Welt dazu nutzen, sich um geistige Erneuerung zu bemühen und sich mit Hilfe...
Foto: Bahai Gemeinde

Am 2. März beginnt die 19-tägige Fastenzeit, die Bahá'í in aller Welt dazu nutzen, sich um geistige Erneuerung zu bemühen und sich mit Hilfe von Meditation und Gebet ihrer geistigen Natur bewusster zu werden. Es ist eine Zeit, in der „der Gläubige sich bemühen soll, sein inneres Leben wieder zu ordnen und die in seiner Seele ruhenden geistigen Kräfte zu erfrischen und zu stärken. Der Sinn und Zweck des Fastens ist geistiger Natur.“

Diese Fastenzeit ist daher nicht mit körperlichem Heilfasten zu verwechseln, obwohl die Bahá’í-Schriften auch die gesundheitlichen Vorteile des Fastens anerkennen.

Beim Bahá’í-Fasten wird zwischen Sonnenauf- und -untergang weder gegessen noch getrunken. Während der Abend- und Morgenstunden sollte jedoch auf ausreichende und ausgewogene, maßvolle Ernährung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden.

Der Fastenmonat stellt für die Bahá’í eine besondere Zeit dar. Sie bietet Familien und Freunden die Gelegenheit zum gemeinsamen Fastenbrechen nach Sonnenuntergang und zu gemeinsamer Andacht.

Das Fasten ist für die geistige Entwicklung der Menschen nützlich und daher kein Selbstzweck. Es soll die geistigen Kräfte stärken und aus Liebe zu Gott begangen werden. Es ist auch eine Gelegenheit, einmal im Jahr einen Schritt zurückzutreten und sich wieder auf das zu besinnen, was wirklich wesentlich ist im Leben. Es ist eine Zeit der Distanz von den üblichen täglichen Abläufen und hektischen Zeitplänen, die uns so oft konsumieren und beherrschen. Wir werden in dieser Zeit daran erinnert, dass wir im Grunde geistige Wesen sind.

Die Verpflichtung zu fasten beginnt für Jugendliche ab dem Alter von 15 Jahren und endet mit dem 70. Lebensjahr. Gläubige, die durch Krankheit geschwächt sind, stillende Mütter, Frauen während der Monatsregel, schwer körperlich arbeitende Menschen und diejenigen, die sich auf einer anstrengenden Reise befinden, sind vom Fasten befreit.

Auch wenn es beim Fasten um ein vorwiegend geistiges Ziel geht, lassen sich aus medizinischer Sicht die Steigerung der Zufriedenheit, der inneren Ruhe und eines besseren Stoffwechsels als Vorteile anführen, wie eine interdisziplinäre Studie der Charité Berlin aus dem Jahr 2019 belegt.

Den Abschluss der Fastenzeit bildet am 21. März das Neujahrsfest („Naw-Rúz-Fest“), mit dem zugleich das neue Jahr im Bahá’í-Kalender beginnt.

Erscheinung
Rathaus-Rundschau Leimen
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Ausgabe 09/2025
von Bahai-Gemeinde Leimen
28.02.2025
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