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Fehlerhafter Zensus hat schwerwiegende Folgen für Ditzingen

Die Ergebnisse des Zensus 2022 haben für die Stadt Ditzingen erhebliche Konsequenzen. Laut offizieller Zahlen soll die Einwohnerzahl um rund 10 Prozent...

Die Ergebnisse des Zensus 2022 haben für die Stadt Ditzingen erhebliche Konsequenzen. Laut offizieller Zahlen soll die Einwohnerzahl um rund 10 Prozent bzw. etwa 2.500 Personen gesunken sein. Aus Sicht der Stadt ist dieser Rückgang nicht plausibel.

Auch der SWR hat die Problematik aufgegriffen. In Beiträgen von SWR Aktuell und der Landesschau Baden-Württemberg vom 18. März 2026 wird die Situation dargestellt, Oberbürgermeister Michael Makurath kommt dabei ebenfalls zu Wort. Ein Verweis auf die Beiträge findet sich auf der städtischen Homepage www.ditzingen.de.

Im Alltag zeigt sich ein anderes Bild. Weder Wahlregister noch Müllmengen oder die Nachfrage nach Kita- und Schulplätzen lassen einen derart starken Bevölkerungsrückgang erkennen.

Gleichzeitig muss die Stadt ihre Infrastruktur weiterhin für die tatsächlich hier lebenden Menschen bereitstellen. Die finanziellen Zuweisungen aus dem kommunalen Finanzausgleich richten sich jedoch maßgeblich nach der amtlichen Einwohnerzahl. Für Ditzingen bedeutet das deutliche Einnahmeverluste: rund 500.000 Euro im Jahr 2025, etwa 1,5 Millionen Euro im Jahr 2026 und voraussichtlich über 5 Millionen Euro 2027.

Besonders schwer wiegt dies in der aktuellen Haushaltslage. Investitionen werden überprüft, Projekte verschoben und Gebühren sowie Steuern erhöht, um einen stabilen Haushalt zu gewährleisten.

Zusätzlich wirkt sich ein zeitlicher Verzug im Finanzausgleich aus. Hohe Gewerbesteuereinnahmen aus dem Jahr 2023 fließen erst jetzt in die Berechnungen ein und lassen Ditzingen rechnerisch finanzstark erscheinen. Gleichzeitig werden diese Einnahmen auf eine deutlich geringere Einwohnerzahl verteilt. Das führt zu weniger Zuweisungen aus dem kommunalen Finanzausgleich.

Ursache der Abweichungen sind nach Einschätzung des Landkreises Fehler im Zensusverfahren. Dieses basiert auf einem Stichprobenverfahren. Dabei wirken sich 800 ungeklärte Prüffälle besonders stark auf die Statistik aus. Die Stadt Ditzingen setzt sich gemeinsam mit dem Landkreis und weiteren Kommunen weiterhin für eine Korrektur der Zahlen und eine faire Lösung ein.

Erscheinung
Ditzinger Anzeiger – Amtsblatt
Ausgabe 13/2026
von Stadt Ditzingen
25.03.2026
Dieser Inhalt wurde von Nussbaum Medien weder erfasst noch geprüft. Bei Beschwerden oder Anmerkungen wenden Sie sich bitte an den zuvor genannten Erfasser.
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