Eine voll besetzte Strohmanufactur mit 40 Gästen aus der gesamten Region von der Baar, Elz- und dem Gutachtal bot den Rahmen für einen wahrlich hochspannenden Vortrag über das beliebte Cego-Spiel. Im Vorfeld konnte Feldbergranger Achim Laber für diesen Abend gewonnen werden. Laber befasst sich seit Jahren mit der Geschichte dieses Kartenspiels und überzeugte nicht nur mit historischen Erkenntnissen, sondern auch mit seiner unnachahmlich kurzweiligen und auch heiteren Vortragsweise. Das Cego entstammt demnach ursprünglich aus den Tarock-Karten, die um 1400 erstmals in Italien erwähnt wurden. Dieses Kartenblatt mit ursprünglich 78 Karten kam in weiten Teilen Deutschlands und der Habsburger Monarchie in Mode. Um 1690 in Straßburg wurden erstmals Karten produziert und eroberten in der Folge ab der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts auch Deutschland. Offensichtlich wurde damals schon um Geld und Wertgegenstände gespielt, sodass der Fürst zu Fürstenberg im Jahr 1777 gar eine Spielkartensteuer einführte, um auch an diesem beliebten Spiel verdienen zu können. Als Napoleon 1808 gegen Spanien kämpfte, hatte er Unterstützung von den badischen Dragonern. Um diese Zeit waren die Badener schon leidenschaftliche Tarockspieler und hatten diese Karten wohl im Gepäck. Auf diesem Spanienfeldzug kamen die Dragoner mit dem spanischen Kartenspiel "Cascarela" in Kontakt. Dies war bis zu diesem Zeitpunkt in Spanien sehr populär. Eigenart dieses Spieles war es, mit unbekannten Karten zu spielen, die man im Laufe des Spieles vom Tisch aufnahm. Man spielte also blind. Daher wurde wohl erstmals das Wort "Ciego" (spanisch: blind) verwendet und das Blatt hatte, wie heute noch, jetzt 54 Blatt. Man hatte schlicht das genannte spanische Spiel mit den mitgebrachten Karten gespielt. Das Cego-Spiel war jetzt wohl erfunden, mit manchen Regeln schon, die bis heute gelten. Auch farbenprächtige und historische Kartenblätter wurden in der Folge gezeigt, darunter auch historische Stadtansichten. Kurz wurde auch das Spiel "Dappen" erklärt. Nach einem Riesen-Applaus fanden sich anschließend mehrere Spielerinnen und Spieler an verschiedenen Tischen wieder, um - ja, noch Cego miteinander zu spielen.