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Fingerfertigkeit am Klavier

Festliches Konzert der Nachwuchspianisten

Am Ende jedes Semesters lädt das Klavierstudio für begabte Kinder und Jugendliche zum Konzert ins Palais Hirsch.
Schüler/innen und Dozentinnen des Klavierstudios Worm-Sawosskaja für begabte Kinder und Jugendliche und Tatjana Worm-Sawosskaja ( rechts)
Mitwirkend beim Konzert am 31.01.2026 im Palais HirschFoto: Tatjana Worm-Sawosskaja

Diesmal begeisterten zwölf junge Talente das Schwetzinger Publikum mit abwechslungsreichen, anspruchsvollen Darbietungen aus Jazz und Klassik.

Mehrere von ihnen werden von der Schwetzinger Sambet-Stiftung mit einer zusätzlichen Unterrichtsstunde gefördert, um ein internationales pianistisches Niveau erreichen zu können. Auch Schwetzingens erste Bürgermeisterin, Lisa Schlüter, war gekommen, um sich von der Exzellenz dieser Förderung zu überzeugen – und ihre Grußworte machten die Wertschätzung dieser landesweit einzigartigen Einrichtung in der kurpfälzischen Mozartstadt deutlich. Musik verbinde Menschen und könne verzaubern sowie einzigartige Erinnerungen schaffen – und dies ist den jungen Pianisten aufgrund der fachkompetenten und pädagogisch herausragenden Förderung an diesem Abend offensichtlich gelungen, wie der wiederholt aufbrandende Applaus des Publikums und die erfüllten, stolzen Gesichter der Kinder und Jugendlichen nach den Auftritten deutlich zeigen.

Hoher Standard bei den Jüngsten

Alle Schülerinnen und Schüler sind für ihren Auftritt konzertant festlich gekleidet, alle spielen mindestens altersgerecht anspruchsvolles Repertoire und machen dies auswendig. Das gilt schon für die jüngsten, wie die erst fünfjährige Olivia, die im Schwersternduett an der Hand von Emilia Bauer den Abend eröffnete. Auch die erst sechsjährige Malina Díaz Hoffmann und die siebenjährige Evelyn Biggins bewegten sich sicher auf der Bühne und zeigten technisch sehr sauber gespielte Ansätze. Frühzeitig lernen diese Kinder über positive Anreize – Wertschätzung und Applaus, Urkunden und Notengeschenke, wie sich eine gründliche Vorbereitung lohnt – und entzücken das Publikum mit ihrer unbeschwerten Präsenz.

Auch Nadja Sommer und Anselm Inselmann aus der Klasse von Tatjana Worm-Sawosskaja haben mit acht Jahren bereits vielfache Bühnenerfahrung gesammelt. Als mehrfache Preisträger nationaler Wettbewerbe sicherten sie sich nicht nur hohe fachliche Anerkennung ihrer Talente, sondern auch erste Preise mit höchster Punktzahl, beispielsweise vor einer Woche beim Jugend-musiziert-Wettbewerb in Mannheim. Regelmäßige Wettbewerbsteilnahme von Anfang an macht die jungen Künstlerinnen und Künstler des Klavierstudios stark und selbstbewusst – und diese Präsenz erzeugt eine starke Ausstrahlung auf der Bühne. Mit elegantem Handschwung verzauberte Nadja mit spielerischen Schmetterlingen von Samuil Maikapar und einer Sonatine von Tobias Haslinger, während Anselm die anspruchsvolle dreistimmige Fuge und das Präludium in c-Moll von Johann-Sebastian-Bach diskutierte. Liszts Jugendetüde in d-Moll lag ihm genauso schwungvoll und sicher in den Fingern wie Jazz-Etüden von Oscar Peterson.

Saubere Technik bei den Großen

Auch im Jahrgang der zehnjährigen Künstler zeigten sich große Entwicklungsfortschritte: Emilia Bauer, die auch gemeinsam mit Stefan Simu den Abend moderierte, wagte sich souverän an schräge Töne eines Scherzos von Igor Schamo; der international erfolgreich auftretende Gioele Luciano Infurna demonstrierte mit flinken Fingerspitzen virtuose Läufe von Bach, Mozart, Liszt und mystisch-geheimnisvolle Klänge von Grieg. Leon Birkle brachte mit elf Jahren charmant-französisches Flair in das Palais, er interpretierte tiefgründig „la Maritza“ der französisch-bulgarischen Künstlerin Sylvie Vartan, ein Stück voller wehmütiger Erinnerungen. Auch Stefan Simu übersetzte seine Vorlage mit Überzeugungskraft; er zeigte mit technisch sauberen und klaren Motiven und Linien seiner Beethovensonate op.2, welche Fragen und Antworten in dieser Komposition verwoben sind. Besondere musikalische Vielseitigkeit bewies Yohann Klinger mit Fazil Says „Paganini Jazz“ – facettenreich berauschend steigerte sich seine Interpretation. In den letzten Jahren zeigt sich bei den Auftritten der Schwetzinger Nachwuchspianisten eine deutlich gesteigerte Tendenz zu Jazzanteilen. Man hätte anhand der vielen souveränen Auftritte und der Preisträgerehrungen meinen können, die jungen Menschen zwischen sechs und 17 Jahren spielten ohne Lampenfieber – so positiv strahlten sie ihre Spielfreude auf das Publikum aus und bewegten sich allesamt formsicher, elegant und gelegentlich auch locker auf der Bühne. Dabei sind Konzerte zum Semesterabschluss das Ergebnis langer, intensiver Vorbereitungen, und auch in diesem Jahr haben interne Klassenvorspiele, Matinéen und Generalproben den Jungpianisten die Möglichkeiten sicheren Auftretens vor großem Publikum eröffnet.

Comeback mit Chopin

Überwältigt war das Publikum vom überraschenden, großartigen Comeback Daniel Stangs. Obwohl er im Schuljahr 2021/22 seine reguläre Ausbildung im Klavierstudio für begabte Kinder und Jugendliche abgeschlossen hat, ging der Kontakt zu Tatjana Worm-Sawosskaja nie verloren. Mit seinem außergewöhnlichen Talent, mit perfekter Vorbereitung und außergewöhnlichem musikalischem Gefühl bei feinster Technik und vor allem mit hervorragenden Nerven gewann er insgesamt 72 nationale und internationale Klavierwettbewerbe, beispielsweise in London, New York, Atlanta, Montreal, Toronto, Hongkong und Granada. Dabei ist er menschlich stets nahbar geblieben und damit ein großes Vorbild, geachtet und bewundert von den Jüngeren des Klavierstudios. Seine Interpretation von Chopins Ballade Nr. 1 in g-Moll op. 23 bildete den Höhepunkt des Abends, bei dem viele sprachlos den Atem anhielten. Hier spielte kein „Schüler“ mehr, sondern ein ausgewiesener Meister; ausgebildet von Tatjana Worm-Sawosskaja und Sergej Korolev im Schwetzinger Klavierstudio und dem spanischen Pianisten Prof. Leonel Morales am Hochleistungszentrum im Programm "Pre-College Begabtenförderung" an der Universität Alfonso X El Sabio Madrid. Seine Chopin- Interpretation an diesem Abend zeigte seine fantastische Kunstfertigkeit und Reife, Notenliteratur in Musik zu übersetzen und den großen Chopin mit feinstem Anschlag eigenständig zu interpretieren. Mit seiner Authentizität beim Spielen zieht er die Hörenden in seinen Bann. Daniel gestaltet musikalische Spannungen, um sie zu lösen. Er zeigt Chopins Facettenreichtum, gestaltet die Musik charakterlich und zusammenhängend, er spielt immer sinnhaft und doch „leicht“. In diesem Jahr wird der Eppelheimer sein Abitur ablegen; die Welt steht ihm offen. Vielleicht kommt er aber doch zur Freude seiner Mitschüler und des Schwetzinger Publikums in einem halben Jahr zurück ins Palais Hirsch – dann vielleicht auch mit eigenen Kompositionen, wenn das Klavierstudio für begabte Kinder und Jugendliche wieder zum großen Konzert lädt.

Info

Am Samstag, 18. Juli, um 17 Uhr ist die große Fortsetzung dieser Reihe im Palais Hirsch geplant.

Erscheinung
exklusiv online
von KlavierstudioRedaktion NUSSBAUM
09.02.2026
Orte
Schwetzingen
Kategorien
Kultur
Musik