Einen ganz besonderen Unterricht erlebten die Dritt,- und Viertklässler der Grundschule Höfen an der Enz am vergangenen Dienstag: Zwei Experten vom Pforzheimer Fischer-Club 1845 e. V., Herr Klaus Paray und Herr Michael Hügel, waren zu Gast und nahmen die Kinder mit in die spannende Welt der heimischen Fische.
Zu Beginn wollten die beiden wissen, was die Kinder schon über Fische wissen. „Die kann man essen!“ oder „Wir haben ein Aquarium!“ lauteten einige der ersten Antworten. Dann wurde geschätzt: Wie viele Fischarten leben wohl in der Enz? Die Vermutungen reichten von fünf bis sieben – in Wirklichkeit sind es bei uns in Höfen ganze sechs verschiedene Fischarten! Weiter unten, in Pforzheim, gibt es schon etwa 20 Arten, und in ganz Baden-Württemberg sogar 47.
Mit einer anschaulichen Präsentation erklärten Herr Paray und Herr Hügel, wie sich ein Fluss von der Quelle bis zur Mündung verändert – und warum deshalb auch unterschiedliche Fische darin leben. Oben, wo das Wasser noch klar und kühl ist, tummeln sich eher die kleineren Fische, weiter unten im breiteren Flussbett die größeren.
Besonders spannend wurde es, als die Kinder die Bachforelle und die Regenbogenforelle kennenlernten. Beide sind echte Raubtiere! Sie fressen andere Fische – und zwar im Ganzen. Auch die Barbe mit ihren tastenden Barteln und das Rotauge, das die Besucher sogar in einem kleinen Aquarium mitgebracht hatten, begeisterten die Kinder.
Ein echtes Highlight war der Signalkrebs, den die Kinder nicht nur bestaunen, sondern auch anfassen durften. Mit großen Augen beobachteten sie, wie der Krebs seine Scheren bewegte und erfuhren, dass er diese sogar nachwachsen lassen kann, wenn er eine verliert. Außerdem lernten sie, dass sich der Signalkrebs regelmäßig häutet und in dieser Zeit besonders schutzlos ist – dann wird er manchmal selbst zur Beute anderer Tiere.
Der Signalkrebs stammt ursprünglich gar nicht aus Deutschland, sondern wurde eingeschleppt und hat sich hier stark vermehrt. Für die Kinder war es aufregend, so ein Tier einmal aus der Nähe zu sehen – manche fanden ihn ein bisschen unheimlich, andere wollten ihn am liebsten gleich mit nach Hause nehmen.
Am Ende waren sich alle einig: Diese Schulstunde war alles andere als gewöhnlich! Mit viel Begeisterung, Staunen und Mut zum Anfassen lernten die Kinder jede Menge über das Leben in der Enz – und werden nun sicher mit ganz anderen Augen auf „ihren“ Fluss schauen.
Dieser Besuch war zugleich der Auftakt einer neuen Kooperation zwischen der Grundschule Höfen und dem Pforzheimer Fischer-Club 1845 e. V. In Zukunft sollen die Schülerinnen und Schüler auch den nahegelegenen Viertelbach erkunden, um dort die Flora und Fauna kennenzulernen. Ziel ist es, dass sich daraus eine Bach-Patenschaft entwickelt, bei der die Kinder regelmäßig die Veränderungen in und um den Bach beobachten und so einen nachhaltigen Bezug zur Natur vor Ort aufbauen.
Zum Abschluss bedankte sich die Klasse herzlich bei Herrn Paray und Herrn Hügel für ihren spannenden und lehrreichen Besuch. „Das war richtig cool!“, meinte ein Schüler begeistert. „Ich wusste gar nicht, dass es so viele verschiedene Fische bei uns gibt!“ – Ein schöner Start einer Zusammenarbeit, die sicher noch viele Entdeckungen bereithält.


