
Flurnamen sind oft jahrhundertealt und bewahren wertvolle Hinweise auf unsere Vergangenheit. Sie erzählen Geschichten von früheren Nutzungen, Besitzverhältnissen und Lebensweisen – auch dann, wenn ihre Bedeutung heute nicht mehr auf den ersten Blick erkennbar ist. Der Name eines Ackers kann beispielsweise verraten, wie das Land einst bewirtschaftet wurde oder wem es gehörte.
Auch verschwundene Gebäude, längst ausgestorbene Tierarten oder besondere Ereignisse vergangener Zeiten haben ihre Spuren in den Flurnamen hinterlassen. Da viele dieser Bezeichnungen sehr alt sind, enthalten sie zudem Wörter und Ausdrücke, die im heutigen Sprachgebrauch nicht mehr üblich sind.
Im Lexikon von „Jiří Hönes – www.schlehengrund.net – 2012“ finden sich drei Einträge, die sich mit den Forschungsergebnissen der uns bekannten Kirrlacher Heimatforschern zur Deutung der zweiten Silbe des Ortsnamens Kirrlach decken. Bemerkenswert ist insbesondere der Hinweis auf die „Verwechslung“ von Loh und Loch, die in den frühen Nennungen von Kirrlach tatsächlich so vorkommt. Ferner ist erwähnenswert, dass die Deutung lokal und doch überregional sein kann.
Loh
Loh ist ein altes Wort für einen lichten Wald. Es kommt auch in den Formen Löher und Löhle vor. Man kann es in Flurnamen oft finden. Es kann jedoch leicht mit Loch verwechselt werden.
Loch
Das Wort Loch bezeichnet in Flurnamen meist Vertiefungen in Gelände. Also sind damit tiefer gelegene Felder oder Wälder gemeint.
Lach, Lache
Es gibt zwei unterschiedliche Wörter namens Lache, die zwei verschiedene Bedeutungen haben und beide in einem Flurnamen vorkommen können. Die eine Bedeutung ist ‚kleiner Tümpel’ oder ‚Pfütze’. Meist sind damit Wasseransammlungen gemeint, die nach Regenfällen oder nach der Schneeschmelze entstehen und nur langsam wieder austrocknen. Die andere Bedeutung ist ‚Grenzzeichen’. Früher wurden zur Markierung von Gemarkungs- oder Landesgrenzen oft Zeichen an Bäumen angebracht, meist an Eichen und Buchen.