
Da sitzt Margarethe in ihrer zum Friseursalon umfunktionierten Küche und teilt ihr Männer-Leid mit ihren Freundinnen Hedwig (Evi Hartmann) und Gertrud (Sarah Schmid, grandios binnen einer Woche für die erkrankte Nicole Diefenbacher eingesprungen). Frust auf allen Seiten, nichts geblieben von den einst so rassig-scharfen Männern. Und Friseurin Rosi (Andrea Niederelz) bedauert, dass sie damals wohl zu langsam gewesen sein muss, als die Junggesellen vergeben wurden. Nebenan trauern HaJo und seine Kumpels Heinz (Jörg Feßenbecker) und Peter (Julian Dehn) den „Smoke on the water“-Zeiten nach. „Her mit den Weibern, wir legen alle flach!“, singen die Ehemänner. Doch schnell merken sie, dass mittlerweile doch eher Bandscheibe und Sodbrennen dominieren. Dennoch: Sie lechzen nach Abwechslung. Und für die sorgt, man mag es kaum glauben, ausgerechnet der neue Chef des Finanzamts Dr. Dr. Ansgar Müller-Tiefensee(Johannes Durst), assistiert vom Untermieter der Familie Pfeifer, Jérome (Christoph Höchsmann). Nein, da kann selbst der knallharte Polizist (Piero Pignone) am Ende nichts mehr ausrichten.
Es ist kurzweilig. Ein munterer Spaß, den das Ensemble seinen Besuchern zum Start ins neue Jahr schenkt. Eine geschlossene Leistung aller, die Souffleuse Inge Wohlfahrt arbeitslos macht. Gut herausgearbeitete Pointen kombiniert mit perfekter Mimik und unübertriebener Gestik beweisen, dass die Gruppe aufeinander eingespielt ist. Dass sie harmoniert und von Jahr zu Jahr in ihrem schauspielerischen Können gewachsen ist. Alles wirkt echt, völlig authentisch. Ganz so, als wäre der Zuschauer stilles Mäuschen im Alltagswahnsinn der Volksmusik schauenden Ehefrauen und Ehemänner am Rande der Midlife-Crises. Ein stilles Mäuschen, mit diebischer Freude am Treiben auf der FC-Bühne. Komplettiert wurde der FC-Theater-Wahnsinn noch durch die beiden Damen an der Maske Nicole Keller-Klinger und Kathrin-Müller, die für ein glänzendes Aussehen der Schauspieler sorgten. Schon jetzt ist die Vorfreude auf Anfang 2027 im Bruchsaler Stadtteil ganz groß, wenn es dann zum 39. Mal wieder heißt: Vorhang auf für die Laienschauspielgruppe des FC 07 Heidelsheim, denn alle waren sich einig: Es war wieder einmal „mee wie schee“, einfach sensationell.