
Mit einer Vitrinenausstellung präsentiert das Stadtarchiv im Reutlinger Rathaus die Fotosammlung von Dr. Karl Keim, dem langjährigen Kustos des Heimatmuseums.
1979 überließ der promovierte Volkswirt und langjährige Betreuer des Reutlinger Heimatmuseums, Dr. Karl Keim (1902–1996), seine umfangreiche Fotosammlung dem Stadtarchiv. Damit wurden fast 9.000 Bilder zur Stadtgeschichte für die Zukunft gesichert – von der historischen Stadtansicht bis hin zur Dokumentation des ersten Reutlinger Taxis aus dem Jahr 1910. Die Sammlung, die mittlerweile unter der Archivsignatur S 105/1 verwahrt wird, bildet heute einen der wichtigsten bildlichen Zugänge zur Reutlinger Vergangenheit.
45 Jahre nach der Schenkung konnten diese Aufnahmen im Rahmen eines vom Jobcenter Reutlingen unterstützten einjährigen AGH-Projekts umfassend digitalisiert werden. Diesem Anlass widmet das Stadtarchiv eine Vitrinenausstellung.
Der gebürtige Reutlinger Keim galt als passionierter Sammler von Motiven aus dem Reutlinger Stadtgebiet und weit darüber hinaus. Dementsprechend vielfältig sind auch das Alter und die Herkunft der Fotografien: Neben wertvollen Papierabzügen der 1880er Jahre lichtete Keim auch in großer Menge alte Fotografien und Grafiken ab, die historische Orte, Personen, Feste und Umzüge zeigen. Darüber hinaus dokumentierte er mit der Kamera die Veränderungen im Reutlinger Stadtbild der 1960er und 1970er Jahre, zum Beispiel Abriss- und Modernisierungsvorhaben in der Reutlinger Altstadt.
Für seine Verdienste um die Stadtgeschichte erhielt Keim zahlreiche Ehrungen, unter anderem die Bürgermedaille der Stadt Reutlingen in Gold.
Die Ausstellung ist bis Ende Oktober zu den Öffnungszeiten des Rathauses im Erdgeschoss zu sehen. Außerdem kann die Sammlung Keim auch online unter fotoarchiv.reutlingen.de (Bestand S 105/1) eingesehen werden.