
Wenn im Jugendheim in Möhringen über 100 gut gelaunte Frauen zusammenkommen, dann ist klar: Es ist wieder Frauefasnet. Schon der Auftakt versprach Großes: Mit lautem Gschell zogen die Hansele und Plätzle ein und brachten das Publikum sofort in närrische Stimmung. Am Akkordeon sorgte Georg Werner von der ersten Minute an für beste Laune – und das sollte sich den ganzen Abend über nicht ändern.
Mit dem Lied „Oben gute Laune, unten gute Laune“ war das Motto schnell klar: Es wurde gelacht, gesungen, gereimt und gefeiert, was das Zeug hielt.
Nach der Begrüßung in Reimform durch Klara Aberle, Uschi Speck, Monika Lubasch und Brigitte Speck, lotste Uschi Speck mit viel Charme und Selbstironie als „in die Jahre gekommene Meerjungfrau“ das Publikum sicher durch den Abend.
Für beste Amtskomik sorgten Maria Frye-Welp und Daniela Wrobel: Der Versuch, einen Bulldog beim Landratsamt anzumelden, scheiterte kläglich. Nach einigem Hin und Her war der Amtsschimmel überfordert – und die Antragstellerin musste unverrichteter Dinge und ohne angemeldeten Bulldog wieder heimgehen.
Ebenso für große Lacher sorgten Anneliese Schury und ihre Tochter Heidi Bell: Eine nächtliche Ruhestörung, ein genervter Mann und ein Eimer Wasser – am Ende zeigte sich, dass man manchmal besser hinschauen sollte, wem man da eigentlich den Eimer über den Kopf gießt. Die Pointe saß, das Gelächter auch.
Ganz neu auf der Bühne waren die Gardemädels, die mit einer feinen Darbietung ihr Können präsentierten – inklusive „scheener Beine“, bei denen sich so manche Frau schmunzelnd dachte: „Die hend mir au mol ghet!“
Brigitte Speck und Monika Lubasch nahmen die Gäste mit auf eine ganz besondere Wallfahrt. Zwei Frauen, ein strenger Pfarrer – und als Buße für begangene Sünden die Wallfahrt zur Rosskapelle, ausgestattet mit Erbsen in den Schuhen, die eigentlich schmerzen sollten. Eigentlich. Denn wie sich am Ende herausstellte, hatte eine der beiden die Erbsen kurzerhand vorgekocht. Buße kann eben auch kreativ sein.
Zwischendurch sorgte Anneliese Schury mit weiteren Witzen für Heiterkeit, bevor es wieder musikalisch wurde. Passend dazu erinnerte man an die Worte aus der Narremess in Ehingen: „Gott mag das Lachen und das Leben, sonst hätt er uns net die Fasnet gegeben.“
Zur Überraschung der Närrinnen schauten noch die Turnerfrauen vom Turnverein vorbei und brachten mit ihrer schwungvollen Choreographie der „Kindergrupp“ zum Narrensong zusätzliche Bewegung auf die Bühne. Erst nach einer Zugabe durften sie diese wieder verlassen.
Auch tierisch wurde es: „Des Pfarrers Katz“, vorgetragen von Klara Aberle aus Esslingen, erzählte augenzwinkernd, was so eine Kirchenkatze alles mitbekommt - und dass die Predigt am Ende eben doch nicht für die Katz ist.
Birgit Müller und Ute Heller gaben als zwei „Feschtdamen“ wieder ihr Bestes mit großer Wortgewandtheit. Zu Beginn verbrachten sie allerdings noch einige Zeit im Bad… bevor es endlich aufs Fest gehen konnte. Urkomisch – und die Lacher hatten sie umgehend auf ihrer Seite.
Ein weiterer Höhepunkt war Anneliese Schurys Vortrag über Ernährung. Mit stolzen 90 Jahren erklärte sie, dass es am Ende doch am besten sei, alles mit Maß und Ziel zu genießen – und wenn schon süß, dann aber bitte mit Sahne. Das Publikum dankte es ihr mit besonderem Respekt und langanhaltendem Applaus.
Die altbewährte Fasnetsgruppe mit Veronika Hofmann, Barbara Ben Hamza, Frederike Schimmel und Susi Hein nahm anschließend die Bahn aufs Korn: Verspätungen, das 63-Euro-Ticket – und die Gewissheit, dass man zumindest genügend Zeit zum Entspannen am Bahnhof hat.
Am Ende war klar: Diese Frauefasnet war wieder ein voller Erfolg – randvoll mit guter Laune, Gemeinschaft und echter Fasnetsfreude. Ein herzliches Dankeschön gilt Uschi Speck als Meerjungfrau und souveräne Moderatorin des Abends sowie Maria Wrobel und Hubert Deiner für die Organisation. Ebenso ein großes Dankeschön an Georg Werner für das unermüdliche Spielen, Singen und Stimmung machen. Ein herzliches Vergelt’s Gott geht außerdem an alle Mitwirkenden sowie an die vielen Helferinnen und Helfer vor und hinter der Bühne, die mit viel Einsatz und Herzblut zum Gelingen dieser wunderschönen Frauefasnet beigetragen haben.
Narri Narro – und bis nächstes Jahr!