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KFD-Frauen spenden regelmäßig ihre Erlöse aus dem Wochen- und Weihnachtsmarkt – Dieses Mal gehen 2.500 Euro an das Frauenhaus Bergstraße „Der...
Spendenübergabe auf dem Wochenmarkt: Die Verantwortlichen des Frauenhauses mit den KFD-Frauen und Bürgermeister Köpfle.
Spendenübergabe auf dem Wochenmarkt: Die KFD-Frauen gemeinsam mit Bürgermeister Köpfle und den Verantwortlichen des FrauenhausesFoto: Gemeinde

KFD-Frauen spenden regelmäßig ihre Erlöse aus dem Wochen- und Weihnachtsmarkt – Dieses Mal gehen 2.500 Euro an das Frauenhaus Bergstraße

„Der hat mich schon angelacht, als ich zur Tür rein bin“, sagt Martina Evertz lachend und hebt kapitulierend die Hände. Eigentlich ist die Vorsitzende des Frauenhauses Bergstraße nach Laudenbach gekommen, um einen Scheck für ihren gemeinnützigen Verein entgegenzunehmen. Um eine Kostprobe des gedeckten Apfelkuchens kommt sie in den Räumen der katholischen Kirchengemeinde aber natürlich nicht herum – schließlich sind es die Backkünste der Katholischen Frauen (KFD), denen sie die Spendengelder in Höhe von 2.500 Euro zu verdanken hat.

Ihre Entscheidung bereut Evertz jedenfalls nicht. „Schmeckt hervorragend“, gibt sie zu Protokoll. Auch von Laudenbachs Bürgermeister Benjamin Köpfle gibt’s den Segen für Kuchen und Kräuterschnecke. Der Rathauschef kennt die Backkünste der Laudenbacher Frauen ohnehin schon von seinen Besuchen auf dem Wochenmarkt, wo die KFD ihre selbstgebackenen Kuchen gegen Spenden an Mann und Frau bringt. Dieses Mal stammen die Erlöse aber vom Weihnachtsmarkt. Auch dort beteiligen sich die KFD-Frauen seit Jahren mit kiloweise selbstgebackenen Plätzchen, selbstgestrickten Söckchen und ganz viel Herzblut. Denn die Frauen verkaufen nicht für sich selbst, sondern für andere. Wie auch beim Wochenmarkt geben sie die Einnahmen an soziale Projekte in der Region weiter. Rund 35.000 Euro haben die Frauen so in den vergangenen Jahren mit Weihnachts- und Wochenmarkt gespendet. „Eine Wahnsinns-Summe und ein ganz, ganz tolles Engagement“, wie Bürgermeister Köpfle betont.

Davon profitiert nun das Frauenhaus Bergstraße aus Bensheim, das Frauen, die häusliche Gewalt in physischer oder psychischer Form erleben, Zuflucht und Schutz bietet. Der Verein hat ohnehin gute Verbindung in die badische Nachbarschaft, wie Martina Evertz berichtet. Auch der Laudenbacher Handarbeitskreis, der ebenfalls für den guten Zweck auf dem Wochenmarkt verkauft, habe in der Vergangenheit schon Geld ans Frauenhaus gespendet. Geld, das der Verein nicht nur gut gebrauchen kann. „Wir sind darauf angewiesen. Ohne Spenden ginge es gar nicht“, erklärt Kassenwartin Edeltraud Lubda. Etwa 90 Prozent der Kosten trage die öffentliche Hand mit Fördergeldern. „Zehn Prozent müssen wir als Verein über Spenden stemmen“, rechnet sie vor. Dabei geht es nicht um Kleckerbeträge, sondern um etwa 80.000 Euro, die der Verein jährlich braucht. Die Kosten entstehen hauptsächlich durch Personalgehälter und Ausstattung.

Das Frauenhaus besteht aus einem Schutzhaus für bedrohte Frauen und einer Beratungsstelle, wo Frauen nicht nur Unterstützung, sondern auch juristische Beratung erhalten können. Das Frauenhaus selbst bietet Platz für zwölf Frauen und ihre Kinder. Dort können die Frauen, die teilweise aus extremen Abhängigkeiten kämen, zur Ruhe kommen und ihr Leben wieder neu sortieren. Oftmals, so berichten die Ehrenamtlichen, stünden die Frauen mit nichts als dem Nachthemd vor der Tür. "Viele haben nicht einmal mehr Ausweisdokumente, weil der gewalttätige Partner sie zuvor zerstört hat", erklärt Evertz. Die Zimmer seien praktisch dauerhaft belegt. Und die traurige Wahrheit: „Aus unserer Erfahrung nimmt Gewalt gegen Frauen tendenziell eher zu“, so die Ehrenamtlichen. Dabei betonen sie, dass davon gleichermaßen „Frauen aus allen Kultur- und Bildungsschichten betroffen sind“.

Das Frauenhaus Bergstraße

· Als Träger betreibt der Verein „Frauenhaus Bergstraße“ ein Schutzhaus mit zwölf Familienzimmern und eine Beratungsstelle in Bensheim.

· Das Frauenhaus bietet Schutz und Zuflucht für Frauen und ihre Kinder, die von physischer oder psychischer Gewalt bedroht oder betroffen sind.

· Zehn Prozent der Kosten muss der Verein selbst tragen.

· Unter der Rufnummer 116 016 gibt es ein Hilfetelefon für Frauen, das rund um die Uhr besetzt ist.

· Weitere Infos unter www.frauenhaus-bergstrasse.de

Nächste Termine

Nach ihrer kurzen Winterpause kehren die KFD-Frauen am Freitag, 13. März, auch mit Kaffee und Kuchen auf den Wochenmarkt zurück. Außerdem nehmen die Frauen mit ihren beliebten Backwaren am Blütenwegfest am 12. April zwischen Laudenbach und Sulzbach teil.

Erscheinung
Mitteilungsblatt der Gemeinde Laudenbach
Ausgabe 06/2026
von Gemeinde Laudenbach
04.02.2026
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