Von Hunden, Katzen, Affen und anderem Getier
Die Köngener Kulturtage 2026 fanden am vergangenen Samstag ihren Abschluss mit einem Konzert der besonderen Art. Zum einen beteiligte sich der Jazz-Club „Schloss Köngen“ zum ersten Mal an dieser traditionsreichen Veranstaltungsreihe, zum anderen hatte man mit dem Frieder Berlin Trio feat. Tatjana Geßler einen speziellen Leckerbissen ausgewählt. Tatjana Geßler, die allseits bekannte und beliebte Moderatorin aus den Landesnachrichten SWR Aktuell Baden-Württemberg, als Sängerin der Band angekündigt, sorgte für eine rege Kartennachfrage.
Glück für diejenigen, die noch eine Karte ergattern konnten und nun in der vollbesetzten Zehntscheuer gespannt auf den Auftritt des Trios mit Tatjana Geßler warteten, um sie einmal in einer ganz anderen Rolle zu erleben. In seinen Grußworten drückte Bürgermeister Ronald Scholz seine Wertschätzung für die Bedeutung der Musik innerhalb der Kunst aus, während der Erste Vorsitzende des Jazz-Clubs, Johannes C. Laxander, seine Zufriedenheit über die Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde Köngen und dem ortsansässigen Jazz-Club offenbarte.
Zum Auftakt gab das Trio gleich einen Vorgeschmack auf das restliche Programm und präsentierte die Titel „Waiting at the Red Light“ und „Route 66“ in geschmeidiger Manier, musikalisch bestens aufeinander eingestimmt. Tatjana Geßler schwebte mit ihrer Stimme in höheren Lagen beim Standardtitel „Fly Me to the Moon“, während in dem ihrer Katze gewidmeten Stück „Samtpfote“ auch emotionale Momente zu spüren waren. Charmant trug sie die von ihr getexteten Titel „Schwarzer Rabe“, „Nichts ist für immer“ oder „Hundeliebe“ vor, denen Frieder Berlin als Komponist seinen musikalischen Stempel aufdrückte.
Zur Abwechslung las die engagierte Tierschützerin aus ihren Büchern launige Abschnitte über die Hasen im Rosenstein Park und über das spezielle Verhalten der Bonobos in der Wilhelma – eine willkommene Zäsur im musikalischen Ablauf und sehr zur Freude des Publikums.
Immer wieder zeigte das Trio rein instrumental sein Können. Frieder Berlins Eigenkompositionen „Soul Fingers“ und „Dee Dee Boogie“ gingen unter die Haut. Eine ganz andere Facette ihrer Stimme enthüllte Tatjana Geßler in „Non, je ne regrette rien“ von Édith Piaf. Rauer, impulsiver und mit einem dunkleren „Touch“ versehen, verlieh sie diesem Titel einen besonderen Klang.
Nach viel Applaus des begeisterten Publikums verabschiedeten sich Frieder Berlin am Flügel, Paul Müller am Kontrabass, Jochen Spahr am Schlagzeug sowie Tatjana Geßler mit George Gershwins „Summertime“ – ein kurzweiliger und abwechslungsreicher Konzertabend ging damit zu Ende.
Albrecht Nissler


