
Liebesbotschaften am Teich
Nur vier bis fünf Zentimeter klein und den Rücken voller Warzen: Das hält die kleinen Froschlurche trotzdem nicht davon ab, selbstbewusst um Weibchen zu werben. Dass sie sprichwörtlich Herzchen in den Augen haben und die runden Bäuche zudem in der Farbe der Liebe leuchten, scheint die Frühlingsgefühle der Rotbauchunken noch zu unterstreichen.
Jetzt im März wandern die Tiere vom Winterquartier zu den flachen Laichgewässern zurück und wenn das Wasser langsam wärmer wird, geht es auch bei den Feuerkröten heiß her. Die Männchen treiben mit prall gefülltem Bauch und ausgestreckten Hinterbeinen auf der Wasseroberfläche und pumpen Luft in ihre Schallblasen. Stundenlang intonieren sie ihr schönen, melancholisches Liebeslied: „Uuuuh…..uuh….uuuuh“ – wie ein einsamer Minnesänger. Da fällt es schwer zu verstehen, warum vor allem Vögel und Wale für ihren Gesang berühmt sind. Der Klang der Unken ist leise, aber die hohen Töne tragen weit übers Ufergestrüpp. So lockt das Männchen bis in den Juni potenzielle Partnerinnen an, die nach erfolgreicher Paarung bis zu 100 Eier ablegen kann, - und schreckt gleichzeitig Rivalen ab.
Fressfeine halten sich die Lurche mit giftigen Hautsekreten vom Leib. Bei Gefahr krümmt die Unke in einem extremen Hohlkreuz ihre Gliedmaßen nach oben und präsentiert dem Angreifer die grellrote Bauchseite als Warnsignal „Vorsicht giftig!“ Gleichzeitig wird ein penetrantes Warnsekret abgesondert. Auf diese passive Abwehr- oder Schreckreaktion, die auch andere Amphibien nutzen, geht der Begriff „Unkenreflex“ zurück.
In Deutschland gilt die Rotbauchunke als stark gefährdet. In einigen Regionen ist sie sogar vom Aussterben bedroht und steht unter strengem Schutz. Die Tiere leben während der warmen Monate in sonnigen, fischfreien Teichen und Tümpeln Nord- und Ostdeutschlands. Ein Fernglas hilft, die scheuen Tiere ungestört zu beobachten. Wer es schafft, sich leise zu nähern, kommt vielleicht sogar in den Genuss ihres Konzerts.


