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Für ein zukunftsfähiges Stromnetz

Gemeinderat macht Weg für Batteriespeicheranlage am südlichen Ortsrand frei Die Energie von morgen braucht nicht nur Sonne, Wind oder Wasser. Sie braucht...
Das Bild zeigt eine beispielhafte Anlageprojektion der Firma FBS-Systems in Alsdorf mit 10 MegawattFoto: FBS-Systems

Gemeinderat macht Weg für Batteriespeicheranlage am südlichen Ortsrand frei

Die Energie von morgen braucht nicht nur Sonne, Wind oder Wasser. Sie braucht auch Speichermöglichkeiten. Deshalb hat sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig für eine Batteriespeicheranlage der Firma „FBS-Systems“ am südlichen Ortsrand von Laudenbach starkgemacht. Die 4 Megawatt starke Anlage soll künftig direkt an der Umspannstation der Stadtwerke überschüssigen Strom aufnehmen und bei Bedarf wieder ans Netz abgeben.

„Damit stellen wir eine weitere, wichtige Weiche für eine zukunftsfähige Energieinfrastruktur in Laudenbach“, betonte Bürgermeister Benjamin Köpfle. Auch der Gemeinderat war sich durch die Fraktionen hinweg einig, dass Batteriespeicher ein wichtiger Baustein zu mehr Versorgungssicherheit und der nächste logische Schritt in Sachen Netzstabilität seien. Eine Batteriespeicheranlage funktioniert praktisch wie ein Überlaufbecken: Wird gerade mehr Strom produziert als gebraucht wird und die Energie droht ungenutzt „überzulaufen“, nehmen die Speicher den Überschuss auf. Andersrum geben die Anlagen die Energie genau dann wieder ans Netz ab, wenn sie gebraucht wird. Besonders bei der Umstellung auf mehr regenerative Stromerzeugung sind diese Anpassungen wichtig. Gerade „im Spannungsfeld von Überkapazitäten, Dunkelflauten und einem nur allmählich vorankommenden Netzausbau“ seien Speicheranlagen sinnvoll, so Jürgen Kraske (SPD).

Gewerbesteuereinnahmen für Gemeinde

Auch Verena Schlecht sprach von einer „wichtigen Investition in die Zukunftsinfrastruktur“. Eine Investition, welche die Gemeinde in dem Fall durch die Bereitstellung einer Fläche tätigt und von der sie nicht nur klimapolitisch, sondern auch finanziell profitieren würde. Die Firma „FBS-Systems“ aus Augsburg, die rein auf den Bau und Betrieb von Batteriespeichern spezialisiert ist, plant die Anlage und würde die Fläche von der Gemeinde pachten. Neben den festen und langfristig fixierten Pachteinnahmen über 20 bis 30 Jahre würden für die Gemeinde auch Gewerbesteuereinnahmen hängen bleiben. Die aktuelle Schätzung dafür beläuft sich auf 70.000 bis 130.000 Euro jährlich.

Standort außerhalb, kaum Versiegelung

Positiv bewertete der Gemeinderat auch den gewählten Standort. Der liegt noch hinter der Kleingartenanlage in der Nähe der Bahntrasse am Feldweg in Richtung Hemsbach und damit nicht nur weit weg von der Wohnbebauung, sondern auch direkt an der bestehenden Umspannstation der Stadtwerke Weinheim. „Hier wäre ein direkter Netzanschluss möglich“, erklärte Tim Gruhler von „FBS-Systems“, „das ist sonst oft der viel zitierte Flaschenhals der Energieversorgung“. Für die Anlage würde die Gemeinde eine rund 1.000 Quadratmeter große, bislang landwirtschaftlich genutzte Fläche zur Verfügung stellen. Davon soll allerdings nur ein Bruchteil versiegelt werden. Grünflächen sollen später über die Hälfte der Flächen einnehmen, die Anlagen selbst benötigen eine Nutzfläche von etwa 450 Quadratmeter. „Durch die Bauweise auf Punkt- und Streifenfundamenten versiegeln wir darunter aber kaum Boden“, so Projektentwickler Gruhler. Sei der Bau erst einmal abgeschlossen und die Begrünung angewachsen, würden die etwa drei Meter hohen Container durch ihre Nähe zum Umspannwerk kaum noch auffallen.

Insgesamt sahen die Gemeinderäte in dem Projekt viele positive Effekte. „Jeder Speicher kann ein Gaskraftwerk ersetzen, arbeitet wirtschaftlich und bringt uns als Gemeinde sogar Steuereinnahmen. Wir benötigen dringend Speicherkapazitäten. Es lohnt sich, in diese zukunftsfähige Technologie zu investieren, statt auf fossile Ideen aus dem letzten Jahrtausend zu setzen“, resümierte Isabelle Ferrari (Grüne). Mit dem Beschluss hat der Gemeinderat die Verwaltung zum Abschluss des Pachtvertrages beauftragt. Anschließend wird die Firma einen Bauantrag einreichen, der umfangreiche Prüfungen und Gutachten beinhaltet. Im Falle einer Genehmigung rechnet die Firma mit dem Baubeginn im zweiten Quartal des Jahres 2027.

Info: Die Präsentation der Firma "FBS-Systems" aus der öffentlichen Gemeinderatssitzung finden Sie im Ratsinformationssystem der Gemeinde (www.gemeinderat-laudenbach.de) oder auf der Gemeindehomepage unter Aktuelles.

Erscheinung
exklusiv online
von Gemeinde Laudenbach
20.05.2026
Dieser Inhalt wurde von Nussbaum Medien weder erfasst noch geprüft. Bei Beschwerden oder Anmerkungen wenden Sie sich bitte an den zuvor genannten Erfasser.
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