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Fußball-WM: Interview mit Rainer Scharinger, Werner Knaus un

Die Fußball-Weltmeisterschaft geht vom 11. Juni bis 19. Juli in Mexiko, Kanada und den USA über die Bühne / Lokale Sportgrößen wie Rainer Scharinger...
Marcel Martin, Vorsitzender Fußballtrainer-Vereinigung Kreis BruchsalFoto: of

Die Fußball-Weltmeisterschaft geht vom 11. Juni bis 19. Juli in Mexiko, Kanada und den USA über die Bühne / Lokale Sportgrößen wie Rainer Scharinger oder die Funktionäre/Trainer Werner Knaus und Marcel Martin äußern sich und geben ihre Tipps ab

Ich bin immer Fan unserer Nationalelf“

Region Karlsruhe..... von Hans-Joachim Of

Rainer Schariger ist als Verbandssportlehrer auf der Sportschule Schöneck als Ausbilder B-Lizenz tätig. Der 59-jährige in Karlsruhe geborene frühere Profi, der unter anderem beim KSC, SSV Ulm und den Stuttgarter Kickers unter Vertrag stand und später als Trainer für verschiedene Vereine in der Region arbeitete, ist auch durch sein soziales Engagement in Sachen „Scharinger & Friends“ einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Werner Knaus aus Kraichtal war über 25 Jahre lang Vorsitzender der „Fußballtrainer-Vereinigung Kreis Bruchsal“ und seit drei Jahren Ehrenpräsident. Als früherer Spieler schnürte der heute 83-jährige ehemalige Pädagoge unter anderem für den FC Germania Forst die Kickstiefel und war lange Jahre Trainer bei Vereinen im Kreis Karlsruhe – auch in Weingarten. Marcel Martin (46) aus Östringen fungiert aktuell als Vorsitzender der DFB-lizenzierten Fußballcoaches in der Region Bruchsal, ist Clubberater beim Badischen Fußballverband (BFV) und war u.a. Trainer beim FC Östringen in der Landesliga und ist dort aktueller Jugendkoordinator. Die A-, B- und C-Schein-Inhaber der Trainergemeinschaft waren aktuell im Januar 2026 auf einem Wochenend- und Fortbildungslehrgang auf der Sportschule Schöneck.


Wie stehen die Chancen des deutschen Teams bei der anstehenden WM?

Scharinger: Grundsätzlich bin ich immer ein großer Fan unserer Nationalmannschaft und drücke fest die Daumen. Ich hoffe auf viele Siege, glaube jedoch nicht, dass wir in diesem Jahr zu den Top-Sechs-Nationen im Fußball gehören. Hier sind uns England, Frankreich, Spanien und die Südamerikaner aus Brasilien oder Argentinien, voraus.

Knaus:Die Konkurrenz ist beachtlich, aber dennoch sind die Chancen unserer Mannschaft gut. Ich rechne mit einem positiven Verlauf der WM für unser Team.

Martin: Ich sehe unser Team aktuell nicht unter den Top 5. Auch wenn wir uns als „Turniermannschaft“ immer etwas leichter tun, als andere Länder, sehe ich England, Spanien und vor allem Frankreich aktuell deutlich vor uns. Offensiv hat unsere Truppe viel Potential, die Gegentore in den jüngsten Testspielen lassen mich aber zweifeln, ob das in den K.o.-Spielen funktioniert. Bis ins Viertelfinale sollte es aber mindestens reichen.

Die WM findet in drei verschiedenen Ländern statt. Eine gute Entscheidung?

Scharinger: Ich finde eine solche Idee und Umsetzung gut. Es partizipieren mehrere Länder und Menschen von diesem globalen Fußballfest und man kann überall bestehende Infrastruktur nutzen, um nicht viele, neue Stadien bauen zu müssen. Nachhaltigkeit sollte hierbei ebenso eine wichtige Rolle spielen wie die Fan-Freude auf den Straßen der Städte.

Knaus: Die Weltmeisterschaft auf drei Länder zu verteilen, dient in erster Linie der Gewinnmaximierung. Dies wirft allerdings Fragen auf: Wo finden die attraktiven Spiele statt? Sind die großen Entfernungen und die hohen Eintrittspreise nachteilig? Wie entwickelt sich der Zuspruch in den drei Ländern?

Martin: Ich finde den Aufwand unverhältnismäßig hoch. Die langen Reisen der vielen Teams und Fans sowie unterschiedliche Einreisebestimmungen, hohe Ticketpreise und vor allem weitere Kosten für öffentliche Verkehrsmittel, Übernachtung und Verpflegung machen für mich eine Reise zur WM extrem unattraktiv.

Ist die WM durch die aktuelle Weltlage und die besondere Rolle der USA politisch zu sehr aufgeheizt und im Fokus?

Scharinger: Ich finde, man sollte Sport und Politik strikt voneinander trennen. Eine Weltmeisterschaft sollte unbeeinflusst von der Politik auf dieser Welt ablaufen dürfen.

Knaus: Eine Fußball-WM verbinde ich normalerweise mit viel Vorfreude, Spaß und Begeisterung. Angesichts der zahlreichen Krisen und Kriege in aller Welt fällt es schwer, die sportlichen Emotionen angemessen auszuleben. Die Rolle von US-Präsident Trump als oberster Richter über das Weltgeschehen ist unbegreiflich und provokant für die ganze, freie Welt.

Martin: Absolut. Ich bin gespannt, wie das qualifizierte Team des Iran die Spiele in den USA bestreiten wird. Insgesamt hoffe ich natürlich auf ein friedliches Fußballfest. Der Sport soll verbinden und nicht als Plattform für politische „Machtspielchen“ dienen.

Nationalspieler als Vorbilder bei den jugendlichen Kickern der Kreisvereine oder doch „ganz normale“ Bundesligaspieler?

Scharinger: Selbstverständlich sind Nationalspieler nochmals spezieller unter dem Brennglas der Nation. Das Verhalten muss tadellos auf und neben dem Platz sein. Viele Kinder und Jugendliche schauen genau hin und ein Nationalspieler muss sich seiner Verantwortung und Vorbildfunktion bewusst sein.

Knaus: Nicht jeder Nationalspieler eignet sich als Vorbild für unsere Jugend. Normal ist im heutigen Profifußball schon lange nichts mehr, vor allem, wenn man die Gehälter oder die horrenden Transfersummen unserer Kicker bedenkt.

Martin: Bei unseren Kindern sind sicher die Nationalspieler noch mehr im Fokus. Hoffen wir deshalb auf eine gute WM und noch mehr Identifikation mit den einzelnen Spielern sowie dem gesamten DFB-Team.

Wer wird Weltmeister?

Scharinger: Ganz schwere Frage. Ich glaube, am Ende stehen wieder die ganz großen Nationen im WM-Halbfinale, da sich die Besten am Ende immer durchsetzen. Da spielt dann auch das Momentum und Glück eine Rolle, zumal die Leistungsdichte brutal hoch auf allerbestem Niveau ist. Meine Favoriten heißen Spanien und Argentinien, die eine souveräne WM-Qualifikation gespielt haben.

Knaus: Eine Glaskugel habe ich nicht und den kommenden Weltmeister kann ich auch nicht vorhersagen. Aber meine Hoffnung und mein Wunsch wäre Deutschland.

Martin: WennTrainer Didier Dechamps das Ego seiner Stars in den Griff bekommt, kann eigentlich nur Frankreich Weltmeister werden. Was da an Qualität mit Spielern wie Olise, Mbappe, Cherki, Upamecano oder Dembele versammelt ist, kann kein anderes Team aufweisen. Ein Finale Deutschland gegen Frankreich wäre ein Traum.


Text/Foto: Hans-Joachim Of


Erscheinung
exklusiv online
von Redaktion NUSSBAUMRedaktion NUSSBAUM
14.05.2026
Orte
Weingarten (Baden)
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