
Schon am vergangenen Sonntag gedachte das überparteiliche Bündnis Zeichen setzen an den Holocaust-Gedenktag am 27. Januar, der seit 1996 in Deutschland und 2005 von den Vereinten Nationen als internationaler Gedenktag etabliert wurde.
Bürgermeister Klaus Detlev Huge begrüßte die trotz eisiger Kälte zahlreich erschienenen Teilnehmer eines Gedenkweges, der traditionell an der Ludwig-Marum-Stele vor Schloss Kislau begann. 80 Jahre Frieden, Einheit und Demokratie seien der richtige Weg, aber auch am Frieden mitzuwirken, Verständigung zu suchen, Demokratie zu stärken und Vielfalt zu leben, sagte er. Am Denkmal für den 1934 in Kislau ermordeten Politiker wurden Blumen und ein Gesteck niedergelegt. Am nächsten Treffpunkt, den für die Familie Falk verlegten Stolpersteinen in der Leopoldstraße, erinnerten Pfarrerin Luise Helm und die Konfirmandinnen und Konfirmanden an die Biografien der aus Mingolsheim und Langenbrücken verschleppten jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger und beleuchteten bewusst nicht bekannte Aspekte. An der Synagoge, wo Luise Helm und Pfarrer Frank Prestel Fürbitte hielten, bat Helm inständig darum, dass die Gemeinde sich das Vorkaufsrecht an dem Gebäude sichern sollte, damit bei einem eventuellen Verkauf zumindest außen der ursprüngliche Zustand wiederhergestellt werden könne. Mit einer Kranzniederlegung am jüdischen Friedhof und der Einladung zu einem Gang durch die von „Zeichen setzen“ angelegten Allee der Gerechtigkeit endete das Gedenken. (cm)