
Der Silcherschule stehen bekanntlich umfassende Baumaßnahmen bevor. Rund 35 Millionen Euro sollen in den kommenden Jahren in eine Sanierung und Erweiterung der Schule fließen. Am vergangenen Montag wurden der aktuelle Zeit- und Kostenplan im Gemeinderat vorgestellt.
Die Kosten trieb zuletzt vor allem die Freien Wähler um. Sie hatten erfolgreich beantragt, dass die Architekten nach Einsparmöglichkeiten suchen. Seit der Sitzung am Montag scheint aber klar zu sein, dass die Einsparmöglichkeiten nur gering sind. An der Heizung, an Fenstern oder den Decken könne noch zugunsten geringerer Kosten etwas gespart werden, erklärte der Architekt Felix Kilian. Unterm Strich könnten damit maximal 326.000 Euro weniger herauskommen. Angesichts der Gesamtkosten der Schulumbaus ist das ein Tropfen auf den heißen Stein.
Mit dem Neubau entsteht ein Schulcampus
Ein wichtiger Teil der Pläne ist die Erweiterung der Schule. Die Fläche, wo einst das Gasthaus Traube stand, ist bereits freigemacht. Dort könnten gegen Ende des Jahres die Bauarbeiten für ein neues, vierstöckiges und teilunterkellertes Schulgebäude starten. Neben Klassenzimmern sollen in diesem Gebäude im Erdgeschoss flexible Wände eingebaut werden. Dadurch erhält die Schule die Möglichkeit, kleinere Veranstaltungen wie Schulaufführungen durchzuführen. Ein weiteres architektonisches Highlight ist die Fassadenbegrünung, die nicht nur ein Hingucker werden soll, sondern auch für Hitzeschutz sorgen könnte.
Schulstraße wird für den Durchgangsverkehr gesperrt
Die Schulstraße soll im Zuge der Erweiterung der Silcherschule für den Durchgangsverkehr gesperrt werden. Dadurch soll ein Schulcampus entstehen. Baulich sollen der rosa Bestandsbau über einen Steg mit dem Neubau verbunden werden. Der Steg wird hoch genug gebaut, sodass im Notfall die Feuerwehr mit ihren großen Fahrzeugen unter dem Steg hindurch fahren kann.
Der Altbau muss für die neue Mensa weichen
Keine Zukunft wird das alte Schulgebäude aus dem Jahr 1927 haben. Der Sanierungsstau ist laut Architekten hoch und außerdem steht das Gebäude den Plänen für eine neue Mensa im Weg.
Am ambitionierten Zeitplan möchten Stadt und Architekten festhalten. „Wir müssen jetzt Gas geben“, betonte der Architekt Kilian. Die ersten Arbeiten könnten noch dieses Jahr vergeben werden. Im vierten Quartal 2026 könnten die Arbeiten dann beginnen. Der Neubau soll bis Mitte 2028 stehen.
Die Sanierung des rosa Gebäudes könnte Mitte 2027 beginnen, wäre bis Anfang oder Mitte 2029 abgeschlossen. Danach könnte mit dem Abbruch des Altbaus von 1927 begonnen werden, bevor schließlich im Jahr 2030 die Mensa im Westen des Schulareals neu gebaut werden könnte. Falls die Bauarbeiten reibungslos klappen, könnten die Arbeiten im Jahr 2031 abgeschlossen sein.
Für die Schüler bedeutet das, dass ein Jahrgang der Werkrealschule die komplette Schulzeit auf einer Baustelle verbringen wird. Der Schulleiter Andreas Eiglmaier macht kein Geheimnis daraus, dass die Bauarbeiten Einfluss auf den Schulbetrieb haben werden. „Wir versuchen, das Beste daraus zu machen. Wir müssen mit den Einschnitten zurecht kommen“, sagte er.
Die Eltern der Schüler seien bereits informiert worden. Konkret rechnet der Rektor mit Lärm sowie mit Baumaschinenverkehr in der Schulstraße, wo besonders zu den Schulanfangs und Schulendestunden besondere Vorsicht herrschen muss.
Trotz der Herausforderungen, die auf die rund 620 Schüler und das 50-köpfige Kollegium der Schule zukommen, blickt der Schulleiter zuversichtlich in die Zukunft. „Ich sehe das Ziel vor Augen“, sagt Eiglmaier. Denn auch die momentane Situation ohne Baustelle ist nicht ideal. „Wir haben zu wenig Platz“, sagt der Schulleiter. Aus Platzmangel mussten bereits einige Klassenräume in Containern im Schulhof eingerichtet werden. Mit den Baumaßnahmen soll sich auch die räumliche Situation an der Schule wieder etwas entspannen. Wohlgemerkt soll trotz des Abrisses des Altbaus zukünftig auf Container verzichtet werden.
Die Anmeldezahlen sind bisher stabil
Auf die Anmeldezahlen zur Grund- und zur Werkrealschule haben die im nächsten Schuljahr beginnenden Bauarbeiten bisher keinen Einfluss gehabt. „Unsere Anmeldezahlen sind gut“, freut sich Eiglmaier. Ob es dabei bleibt, müsse nach dem Beginn der Bauarbeiten aber noch abgewartet werden. bra