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Gemeinderat

Gemeinde Altbach

„Sie sind angetreten, um die Herausforderungen der Stabilisierung und Weiterentwicklung Altbachs in wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Belangen...
Musikverein Altbach

„Sie sind angetreten, um die Herausforderungen der Stabilisierung und Weiterentwicklung Altbachs in wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Belangen anzugehen. Kein bequemer Weg unter den Rahmenbedingen steigender Ansprüche und Aufgaben bei sinkenden Gemeindeeinnahmen. Sie haben gezeigt, dass man nicht mit Rückenwind starten muss, um am Ende einer 8-jährigen Amtszeit trotz klammer Kasse substanzielle Ergebnisse vorzuweisen.

Die acht Jahre ihrer Amtszeit unterlagen nicht nur hausgemachten Spannungen direkt vor Ort. Da gab es unmittelbare Einflüsse und damit verbundene „staatliche“ Pflichtaufgaben wie z.B. aus Corona heraus. Der Ukrainekrieg führte zu einer erneuten Flüchtlingswelle und zur Pflicht der Gemeinde, diese Menschen unterzubringen. Wirtschafts- und Klimakrise verlangten geradezu nach solidarischen Ansätzen, auch und gerade auf kommunaler Ebene. Spannungsfelder für einen Bürgermeister existieren in vielfältiger Weise. Eines wäre da „die Ordnungsmacht vs. dem Gestalter.“ In Ihrer Amtszeit mussten Sie einen Spagat meistern, der oft unterschätzt wird. Sie trugen zwei Hüte: Auf der einen Seite waren Sie als unterste staatliche Ebene der Chef der Ortspolizeibehörde. Sie waren der Vollzug des Gesetzes, mussten Verordnungen umsetzen und die Ordnung hüten – oft Rollen, die keine Sympathiepunkte einbringen, aber für das Gemeinwesen unverzichtbar sind. Sie, Herr Funk, haben das Notwendige mit der nötigen Strenge getan, ohne dabei das Wünschenswerte für unsere Bürger aus den Augen zu verlieren.

Auf der anderen Seite sahen Sie sich zusammen mit dem Gemeinderat als kommunale Gestalter. Hier wollten Sie Projekte für unsere Gemeinde umsetzen. Dieses Spannungsfeld zwischen dem ‚Müssen‘ als Staatsorgan und dem ‚Wollen‘ als Bürgervertreter ist eine Zerreißprobe. Dass Sie diesen Spagat mit Sachlichkeit gemeistert haben, ohne sich im Populismus zu verlieren, zeichnet Sie aus.

Und noch ein Spannungsfeld, das sich zeigte in: Krisenmanagement vs. Infrastruktur.

Dieser Spagat wurde besonders in der Corona-Pandemie sichtbar. Ich erinnere an das Jahr 2020, welches als eine Zeit der Zäsur auch in die Geschichte unserer Gemeinde eingegangen ist. Die wohl schwerste Entscheidung und zugleich die größte Belastung war der Lockdown unserer Schulen und Kindergärten. Von heute auf morgen blieben die Türen geschlossen, die Pausenhöfe still und die Klassenzimmer leer. Wir wissen, was wir den Familien in unserer Gemeinde damit abverlangt haben. Eltern wurden plötzlich zu Lehrkräften, Erziehern und Vollzeit-Berufstätigen in Personalunion – und das oft auf engstem Raum im Homeoffice.

Sportstätten und öffentliche Gebäude geschlossen, nächtliche Ausgangssperren, das Umsetzen von drastischen Hygienemaßnahmen in allen Bereichen des öffentlichen Lebens, von den Kirchen bis hinein in Krankenhäuser, Arztpraxen, Senioren- und Pflegeheimen – das öffentliche Leben war fast vollständig zum Erliegen gekommen. Die Schließung der Sportstätten und die Absage aller Feste hat unsere Gemeinde ein gutes Stück ihres Zusammenlebens gekostet.

Während Sie als Ordnungsbehörde massive Einschränkungen erklären, umsetzen und überwachen mussten, haben Sie als Bürgermeister gleichzeitig viel getan, um den Zusammenhalt in der Gemeinde und im Gemeinderat zu bewahren. Eine im Gremium heiß diskutierte Eltern-Corona-Demonstration vor dem Altbacher Rathaus forderte Sie sehr als Vermittler.

Ich erinnere an schwierige Diskussionen, ob nun Präsenztermine oder hybride Sitzungen des Gemeinderates zielführend, richtig und vor allem unter Coronabedingungen zulässig sind.

Unsere Verwaltung hat digitale Kanäle eröffnet, und wir haben begonnen, die technische Infrastruktur unserer öffentlichen Einrichtungen auszubauen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Ämter haben bis zur Erschöpfung gearbeitet, um Infektionsketten nachzuverfolgen und gleichzeitig den Dienstbetrieb aufrechtzuerhalten.

Parallel dazu hat die Pandemie das Fundament unserer kommunalen Selbstverwaltung erschüttert. Wir mussten zusehen, wie unsere wichtigsten Steuereinnahmequellen durch den Lockdown einbrachen. Wir mussten feststellen, dass wir auf eine solche Krise nur unzureichend vorbereitet waren. Das Digitalisierungsdefizit wurde uns deutlich vor Augen geführt – nicht nur im Rathaus.

Am roten Faden durch die 8 Jahre Ihrer Amtszeit als Altbacher Bürgermeister ziehen sich viele Themenkreise und Projekte, die bereits abgeschlossen sind und solche, die sich in der Planungsphase befinden. Schon als Bürgermeister in Ohmden waren Sie Unterstützer und Befürworter einer gut ausgestatteten und funktionierenden Feuerwehr. Sie haben noch im November 2024 ein neues, gut ausgestattetes Feuerwehrgerätehaus einweihen können.

Alle Altbacher Blaulichtorganisationen haben im Feuerwehrhaus nun ein Zuhause. Fahrzeug- und Geräteausstattung sind auf dem neuesten Stand. Hier ist die Gemeinde Altbach sehr gut aufgestellt.

Im Feuerwehrgerätehaus ist auch das Katastrophenschutzzentrum der Gemeinde – im hoffentlich nie eintretenden Katastrophenfall – zu finden. Eine gute Vorbereitung nimmt die Angst vor der Krise und sorgt dafür, dass man im Ernstfall besonnen reagieren kann. Vorbereitung ist die beste Prävention. Ein effektiver Katastrophenschutz zielt immer darauf ab, im Ernstfall handlungsfähig zu sein.

Die Bebauungspläne Ghai IV, Schule/ Innere Kürze und Lenaustraße / Edelhalde sind auf den Weg gebracht. Die dabei nicht immer einfachen Verhandlungen, z.B. mit Grundstückseigentümern, haben Sie erfolgreich abgeschlossen. Im Industriegebiet konnte die Breitbandverkabelung verwirklicht werden und im übrigen Ortsgebiet tut sich nun nach einer Hängepartie wieder etwas mit der GVG, damit der Glasfaserausbau – für die Gemeinde im Übrigen kostenneutral – für die Bürger und Bürgerinnen zur Fertigstellung gebracht werden kann. Die bauliche Erweiterung unseres Bauhofes und der Bau von Unterbringungsmöglichkeiten für Geflüchtete sind ebenfalls realisiert. Am ENBW-Kraftwerksstandort Altbach/Deizisau entsteht derzeit nach einem komplexen Genehmigungsverfahren auf einer Großbaustelle ein „Fuel Switch Kraftwerk“, denn die beiden Kohleblöcke sollen vom Netz gehen und die Versorgungssicherheit dennoch gewährleistet sein. So bleibt uns der Standort auf lange Sicht erhalten.

Ein bleibendes Erbe hinterlassen Sie bei unseren Jüngsten. In Ihrer Verantwortung haben wir begonnen, als Kommune die Trägerschaft von Kindergärten zu übernehmen, die bis dahin ausschließlich bei den beiden Kirchen lag. Ich erinnere an die Vertragsübernahmeverhandlungen mit der evangelischen Kirchengemeinde hinsichtlich des Kinderhauses Vogelwiesen, den Beginn des Baus des neuen Kinderhauses „Mosaik“ und die Schaffung einer Stelle in der Verwaltung für die pädagogische Gesamtleitung der kommunalen Kindergärten. Erwähnenswert ist dabei der beschlossene „Altbacher Qualitätsrahmen Kindertagesbetreuung“, der alle Trägereinrichtungen betrifft und gleichstellt.

Einen Vergleich mit anderen Kommunen braucht Altbach da nicht zu scheuen!

Während viele Kommunen heute, Anfang 2026, mit Blick auf den kommenden Rechtsanspruch Ganztagesbetreuung in diesem Jahr nervös werden, haben Sie das Feld bereits bestellt. Sie haben in Köpfe investiert, als andere noch über Steine diskutierten.

Die GTB an unserer Grundschule ist ein Erfolgsgarant und als ein Ergebnis der Bemühungen in ihrer Amtszeit wird die Grundschule eine Ganztagesschule in Wahlform werden. Schule, GTB, Eltern, Vereine, alle waren in diesem Prozess eingebunden und so konnte der Beschluss des Gemeinderates hierzu einstimmig erfolgen.

Begonnen haben wir in Ihrer Amtszeit auch mit der Weiterentwicklung des Grundschulstandortes. Mittelbau, Schulgebäude, Schulsporthalle und Hallenbad sind nicht nur baulich in die Jahre gekommen, sondern müssen auch den vielfältig veränderten Rahmenbedingen angepasst werden. Ein Projekt, das alle bislang in unserer Gemeinde dagewesenen Aufgaben in dieser Dimension deutlich übersteigen wird. Ohne jetzt bereits Ergebnisse vorwegnehmen zu wollen – eines ist jedoch sicher – wir werden um einschneidende, ja vielleicht auch schmerzhafte Entscheidungen ganz sicher nicht umhinkommen.

Aufgabenerfüllung und geänderte Rahmenbedingungen – das Kernproblem der aktuellen Kommunalpolitik: Die Schere zwischen dem, was eine Kommune tun muss, und dem, was sie personell und finanziell leisten kann, klafft immer weiter auseinander. Die Aufgabenerfüllung gerät in eine Priorisierungsfalle. Dies führt oft zu einem Vertrauensverlust der Bürger in die Handlungsfähigkeit des Staates vor Ort. Eine handlungsfähige unterste staatliche Ebene wird repräsentiert durch den Rathauschef und die Verwaltung.

Ein besonderes Lob verdient die Stimmung in unserer Verwaltung. Trotz des enormen Drucks der letzten Jahre ist es Ihnen, Herr Funk, gelungen, ein Klima des Vertrauens und des Miteinanders im Rathaus zu bewahren. Ihre Mitarbeiter wussten: Hier sitzt ein Chef, dem die Sache wichtig ist und der hinter seinem Team steht. Ein Bürgermeister ist jedoch nichts ohne die Menschen, die das Dorfleben tragen. Trotz Ihrer sachlichen Art hatten Sie immer ein offenes Ohr für unsere Vereine und Organisationen. Sie wussten: Das Ehrenamt ist der Kitt unserer Gemeinde. Ob Feuerwehr, Sportverein oder Kulturinitiative – Sie haben die Zusammenarbeit nicht als Last, sondern als Partnerschaft auf Augenhöhe verstanden. Sie waren kein Mann der großen Reden am Stammtisch, aber ein verlässlicher Partner, wenn es darum ging, Lösungen für die Vereine oder Organisationen zu finden“.

Als kleines Zeichen der Wertschätzung, des Dankes und der Anerkennung überreichte Mathias Lipp vom Gemeinderat ein Präsent, mit dessen Inhalt man sich etwas Zeit der Entspannung und der Erholung an einem Ort und in der Jahreszeit seiner Wahl ermöglichen kann.

Auch Landrat Marcel Musolf freute sich über den würdigen Rahmen, in dem Bürgermeister Funk verabschiedet wird. Die vielen Anwesenden zeigen hiermit ihre Wertschätzung für die Arbeit des Bürgermeisters. Er unterstrich, dass die Gemeinde Altbach in den vergangenen Jahren solide gewirtschaftet hat und dauerhaft für die Zukunft gerüstet sei. Er bedankte sich im Namen des Landkreises für den Einsatz und zitierte zum Abschluss Albert Einstein mit den Worten „Abschiede sind Tore zu neuen Welten".

Lobende Worte kamen vom Bürgermeister der Nachbargemeinde Deizisau. Er erwähnte die interkommunalen Aufgabengebiete, wie die gemeinsame Krankenpflegestation, der gemeinsame Kraftwerksstandort, die Realisierung eines Radschnellweges und der Glasfaserausbau, und dankte für die lange freundschaftliche Zusammenarbeit.

Für die Arbeitsgemeinschaft der Altbacher Vereine (AGAV) und für die Kirchengemeinde kamen Grußworte von der Vorsitzenden Elisa Bartholot und Pfarrer Bernhard Ascher.

Bürgermeister Funk blickte in seiner Abschiedsrede noch einmal in die Vergangenheit zurück und führte aus: „Nun ist es an mir, heute meine Abschiedsrede zu halten. Und ich sage offen: Ich hätte mir sehr gewünscht, heute in eine weitere Amtszeit zu starten. Nach acht Jahren intensiver Arbeit hat mich das Wahlergebnis getroffen. So viel Ehrlichkeit muss an diesem Abend sein. Gleichzeitig erleben wir sehr deutlich, wie wertvoll Demokratie ist. Und wie fragil sie an vielen Orten geworden ist.

Demokratie bedeutet eben auch, Entscheidungen der Bürgerschaft zu akzeptieren. Dazu gehört, dass Amtsinhaber abgewählt werden können. Das empfinde ich nicht als Makel, sondern als Ausdruck einer lebendigen demokratischen Ordnung. Genau deshalb stehe ich heute hier nicht mit Bitterkeit. Ich stehe hier mit einem gewissen Stolz auf das, was wir gemeinsam erreicht haben. Und ich stehe hier mit Zuversicht für die Zukunft unserer Gemeinde und für meinen eigenen weiteren Weg.

Vor einiger Zeit habe ich einen Brief einer Mitbürgerin erhalten. Das war kurz vor der Wahl. Sie schrieb mir:
„Seit Jahren lenken Sie das Geschick in unserer Gemeinde. Nicht laut, sondern mit einem beständigen Ziel, etwas in Gang zu bringen. Ich danke Ihnen, dass Sie uns in schwierigen Zeiten gut gelenkt haben und die Sorgen der Bürger ernst nehmen.“

Diese Worte haben mich sehr berührt. Vor allem deshalb, weil sie genau beschreiben, wie ich dieses Amt verstanden habe.

Für mich war immer klar: Das Sein ist wichtiger als der Schein. Ein Bürgermeister muss kein Lautsprecher sein. Er sollte gestalten, abwägen, Verantwortung übernehmen. Auch und gerade dann, wenn Entscheidungen nicht allen gefallen.

Meine Damen, meine Herren, für mich war immer klar: Eine Gemeindeverwaltung ist kein Dienstleistungsunternehmen, das einzelne Wünsche eins zu eins erfüllt. Sie ist die unterste staatliche Ebene. Damit ist sie die unmittelbarste Ebene des Staates für die Bürgerinnen und Bürger. Hier werden Recht und Gesetz umgesetzt. Hier werden Entscheidungen getroffen, die nicht immer bequem sind. Und hier müssen Interessen abgewogen werden, nicht bedient.

Gleichzeitig ist die Gemeinde der Ort, an dem unser Gemeinwesen konkret wird. An dem Ehrenamt gelebt wird, an dem Vereine, Initiativen und engagierte Bürgerinnen und Bürger das Rückgrat unserer Gemeinschaft bilden. Beides gehört zusammen: die hoheitliche Verantwortung und die Organisation eines lebendigen Miteinanders. Diese Aufgaben miteinander zu verbinden, gehört für mich zum Kern des Bürgermeisteramts.

Zuhören heißt dabei nicht, allem zuzustimmen. Bürgernähe heißt nicht, Konflikten auszuweichen. Verantwortung heißt: Entscheidungen nachvollziehbar zu treffen und sie auch dann zu vertreten, wenn sie auf Widerstand stoßen. Gerade in Zeiten, in denen der Ton in der öffentlichen Debatte rauer wird, in denen einfache Antworten lauter erscheinen als differenzierte Lösungen. Der kommunalen Ebene kommt hierbei eine besondere Rolle zu.

Hier erleben Menschen Politik nicht abstrakt, sondern konkret. Hier sehen sie, ob Entscheidungen erklärt werden. Ob man einander respektvoll begegnet. Und ob Vertrauen verdient wird.

Dabei richtet sich mein Blick auch bewusst nach vorn. Auf die kommenden Generationen. Viele junge Menschen interessieren sich weniger für Institutionen an sich, aber sehr genau dafür, ob Entscheidungen ihr Leben betreffen und ob sie ernst genommen werden. Demokratie entscheidet sich für sie nicht in Schlagzeilen, sondern im Alltag. Dort, wo Politik verständlich, greifbar und fair erlebt wird. Es war mir immer wichtig, Entscheidungen zu erklären, Gesprächsbereitschaft zu zeigen und dennoch klar zu bleiben. Nicht alles ist gelungen. Aber der Anspruch war stets, Verantwortung nicht zu delegieren, sondern zu übernehmen. Und zwar für die Gemeinde als Ganzes in ihrer Gesamtheit.

Meine Damen und Herren,

acht Jahre lang durfte ich mit meinem Team, mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gemeinde Altbach, mit dem Gemeinderat und gemeinsam mit Ihnen die Gemeinde Altbach weiterentwickeln und voranbringen. Bei der Vorbereitung dieser Rede ist mir wieder klargeworden, wie viele Projekte wir abgearbeitet haben. Große, kleinere, wichtig waren sie alle. Keine Sorge, das wird nun nicht der Auftakt zu einer langatmigen Aufzählung.

Entscheidend ist vielmehr die Frage: Was haben wir für die Gemeinde als Ganzes erreicht? Wo haben wir Strukturen gestärkt, Zukunft vorbereitet und Verlässlichkeit geschaffen?

Ein zentrales Feld war für mich immer die Zukunft unserer Kinder und Familien. In der Kinderbetreuung haben wir in den vergangenen Jahren viel bewegt. Wir haben Angebote ausgebaut, neue Gruppen geschaffen und erstmals Verantwortung in eigener Trägerschaft übernommen. Mit dem Kinderhaus Vogelwiesen ist die Gemeinde selbst Trägerin einer Kindertageseinrichtung geworden: ein wichtiger Schritt. Mit dem Kinderhaus Mosaik entsteht derzeit eine weitere Einrichtung, die wir in diesem Jahr eröffnen werden. Damit schaffen wir nicht nur Plätze, sondern auch Verlässlichkeit für Familien.

Eng damit verbunden ist der Bildungsbereich. Unsere Grundschule entwickelten wir konsequent weiter, auch mit Blick auf den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung. Die notwendigen baulichen Voraussetzungen wurden auf den Weg gebracht, Entscheidungen wurden vorbereitet und umgesetzt. Bildung ist eine langfristige Aufgabe. Sie verlangt Weitsicht, Geduld und klare Prioritäten. Ein zweiter Schwerpunkt war die Sicherheit und Krisenfestigkeit unserer Gemeinde. Mit der Sanierung und Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses haben wir nicht nur die Feuerwehr gestärkt, sondern auch dem DRK unter einem Dach Raum gegeben. Dort ist heute auch unser kommunaler Krisenstab untergebracht. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie wichtig solche Strukturen sind.

Die Infrastruktur insgesamt war und ist ein zentrales Thema. Straßen, Wasserversorgung und auch Breitband, der Glasfaserausbau. Das sind keine spektakulären Projekte. Aber sie sichern Lebensqualität.

Eine vorausschauende Grundstückspolitik ist ebenfalls essentiell für eine Gemeinde und ist wichtig für mein Amtsverständnis. So konnte das Gewerbegebiet „Ghai IV“ in meiner Amtszeit zum Abschluss gebracht werden. Im Bereich des Schulareals kann eine zukunftsweisende und nachhaltige städtebauliche Planung, die auch die Verkehrssituation vor Ort einschließt, umgesetzt werden. Der Ortseingang Altbachs wird mit der Entwicklung des Grundstücks der ehemaligen neuapostolischen Kirche ein neues Erscheinungsbild erreichen.

Ebenso war es mir wichtig, freiwillige Leistungen nicht zur Disposition zu stellen. Das Hallenbad konnte erhalten werden. Angebote für Vereine und das Ehrenamt wurden nicht gekürzt. Das ist angesichts angespannter Haushaltslagen keine Selbstverständlichkeit.

Altbach ist und bleibt ein wichtiger Energiestandort. Mit dem Bau eines neuen Gaskraftwerks, das perspektivisch mit Wasserstoff betrieben werden soll, wird diese Rolle weitergeführt.

Gleichzeitig haben wir die Voraussetzungen geschaffen, um erneuerbare Energien voranzubringen: Mit Photovoltaik, mit der kommunalen Wärmeplanung, mit klaren Konzepten für die Zukunft.

Ein weiterer wichtiger Bereich war die wirtschaftliche Entwicklung. Mit der Erweiterung des Gewerbegebiets und einer aktiven Standortpolitik konnten wir das Steueraufkommen der Gemeinde deutlich verbessern. Das Rekordergebnis bei der Gewerbesteuer im Jahr 2023 war kein Zufall, sondern Ergebnis kontinuierlicher Arbeit, zum ersten Mal konnten hier über 10 Mio. € eingenommen werden. Zugleich war mir immer wichtig, realistisch zu bleiben: Eine solide finanzielle Lage bedeutet nicht, dass alles möglich ist. Sie bedeutet, dass wir gestalten können – mit Augenmaß.

Wenn ich auf diese Jahre zurückblicke, dann passt für mich ein Bild besonders gut: In vielen Bereichen haben wir die Felder gut bestellt. Wir haben Grundlagen gelegt, Prozesse angestoßen, Strukturen geschaffen. In einigen Bereichen ist die Saat bereits aufgegangen, in anderen wird die Ernte erst in den kommenden Jahren sichtbar werden.

All das wäre nicht möglich gewesen ohne die konstruktive Zusammenarbeit im Gemeinderat und vor allem ohne ein engagiertes und hoch motiviertes Team im Rathaus sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gemeinde Altbach. Dieses gemeinsame Arbeiten war und ist für mich der Kern kommunaler Politik.

Sehr geehrte Gäste,

bei allen Projekten, bei allen Entscheidungen und bei allen Zahlen darf eines nicht vergessen werden: Dieses Amt lebt von den Begegnungen mit Menschen. In den vergangenen acht Jahren hatte ich viele solcher Begegnungen. Gespräche auf der Straße, bei Veranstaltungen, bei Vereinsjubiläen, bei Jubilarbesuchen oder einfach zufällig im Alltag. Gespräche, in denen Lob geäußert wurde, aber auch Sorgen, Kritik und Zweifel. Diese Gespräche habe ich immer geschätzt. Sie waren nicht immer angenehm. Sie waren aber ehrlich. Sie haben mir gezeigt, was die Menschen, was Sie bewegt.

Besonders gerne habe ich an Veranstaltungen in der Gemeinde teilgenommen. Meistens gemeinsam mit meiner Frau. Diese Abende, Feste und Begegnungen waren für uns beide bereichernd. Sie haben gezeigt, wie lebendig diese Gemeinde ist und wie viel Engagement es hier gibt. Viele Gespräche bleiben mir in guter Erinnerung – freundlich, respektvoll, zugewandt“.

Abschließend bedankte sich Bürgermeister Martin Funk für die gemeinsame Zeit, für die Gespräche, für das Vertrauen und auch für die kritischen Rückmeldungen. Den Dank an Bürgermeister Funk gaben alle Festgäste mit Standing Ovations zurück.

Erscheinung
Amtsblatt der Gemeinde Altbach
NUSSBAUM+
Ausgabe 03/2026
von Gemeinde Altbach
13.01.2026
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