
Nun hat der Gemeinderat nach jahrzehntelangen Debatten mit großer Mehrheit entschieden: Das Badezentrum soll als Ersatzneubau neu entstehen. Ziel ist eine langfristig tragfähige und zukunftsfähige Lösung für alle Generationen, für Schulen, Vereine, Stammgäste und neue Badeinteressierte. Zur Entscheidung standen zwei Varianten: ein Ersatzneubau sowie die Sanierung und Umstrukturierung des bestehenden Hallenbads.
Oberbürgermeister Markus Kleemann: „Ich freue mich vor allem, dass es uns gelingt, dass wir in Sindelfingen weiterhin ein Badezentrum haben werden. Das ist insbesondere angesichts unserer großen finanziellen Probleme nicht selbstverständlich. Und ich danke allen Bürgerinnen und Bürgern, die sich mit ihren Fragen, Anregungen und auch ihrer Kritik in den intensiven Dialog der vergangenen Monate eingebracht haben. Beide möglichen Varianten hatten gute und nachvollziehbare Argumente, und ich habe Verständnis für alle, die sich eine andere Entscheidung gewünscht hätten. Mit dem heutigen Beschluss hat der Gemeinderat nach sorgfältiger Abwägung den Weg zu einer nachhaltigen und verlässlichen Lösung für das Badezentrum freigemacht. Trotz der finanziell angespannten Lage ist es ein wichtiges Signal, dass wir in die Zukunft unserer Stadt investieren und ein Angebot für alle schaffen.“
Das Badezentrum ist in die Jahre gekommen, muss in vielen Bereichen grundlegend saniert werden und entspricht in weiten Teilen auch nicht mehr den heutigen Anforderungen. Ziel der Stadt ist es daher, eine bezahlbare Lösung zu schaffen, die den Bedürfnissen aller Nutzergruppen auch künftig gerecht wird.
Geplant ist ein großes, flexibel und modular nutzbares 50-Meter-Schwimmbecken mit zehn Bahnen, das durch eine mobile Wendebrücke entsprechend angepasst werden kann. Ergänzt wird das Angebot durch ein 25-Meter-Lehrschwimmbecken, ein Kursbecken mit Hubboden sowie weitere Angebote für alle Generationen, darunter eine Wasserspielwelt für jüngere Kinder, Rutschen, die auch vom Freibad aus nutzbar sind, eine Saunalandschaft sowie Gastronomie. Zudem ermöglicht der Neubau die Kompensation von Wasserflächen des Klostergartenbads und kann so perspektivisch weitere anstehende Kosten an anderer Stelle reduzieren.
Der Entscheidung ging ein intensiver Abwägungsprozess voraus, in den sowohl wirtschaftliche als auch funktionale und langfristige Aspekte sowie Rückmeldungen aus der Bürgerschaft eingeflossen sind.
Die Investitionskosten belaufen sich – abzüglich der zu erwartenden Zuschüsse – auf rund 87 Millionen Euro. Das Thema Bürgerentscheid wird in einer der kommenden Gemeinderatssitzungen aufgearbeitet. Über die weiteren Planungsschritte und den Zeitplan wird die Stadtverwaltung regelmäßig informieren.
