Nussbaum-Logo
Es tut sich viel

Gemeinderat vor Ort im Tierpark Walldorf

Bei einem Rundgang machte sich der Gemeinderat ein Bild von dem Tierpark in Walldorf.
Der Gemeinderat Walldorf machte sich ein Bild vom Tierpark.Foto: Stadt Walldorf

„Vielen Dank, dass Sie hier waren und Interesse am Tierpark haben“, sagt David Högerich am Ende des ersten von zwei Terminen mit dem Gemeinderat in der beliebten Freizeiteinrichtung. Der Leiter des Eigenbetriebs Wohnungswirtschaft, dem der Tierpark zugeordnet ist, freut sich über die Gelegenheit, den Räten zu zeigen, was im Tierpark in jüngerer Zeit bereits geschehen ist und was mit dem neuen Konzept noch passieren soll. Einerseits engagiere man sich stark im Artenschutz, wolle aber zugleich einen Ort schaffen, „an dem die Menschen sich auch weiterhin erholen können, Spaß haben und gebildet werden“.

Rundgang beim Affenhaus

Zootierpfleger Tim Zeller startet seine Erläuterungen beim kleinen Rundgang am ehemaligen Affenhaus. „Das neue Gehege ist komplett in Eigenarbeit der Tierpfleger entstanden“, sagt Zeller. Es beherbergt inzwischen im vierten Jahr den vom Aussterben bedrohten Europäischen Nerz – im Herbst und Winter jeweils ein Männchen, immer ab dem Frühjahr eine trächtige Fähe, die in Walldorf ihre Jungen zur Welt bringt. Die Jungtiere werden anschließend vom Verein EuroNerz ausgewildert, und zwar zuletzt auf der Insel Saaremaa (Estland), wo unter anderem erforscht werden soll, woran es bei der Nachzucht in freier Wildbahn hapert, so Zeller.

Die Umgestaltungen wurden näher erläutert.Foto: Stadt Walldorf

Ein echter Hingucker ist die neue Europavoliere geworden, die ebenfalls von den Tierpflegern komplett umgestaltet wurde. „Alle Arten hier sind bedroht“, sagt Zeller über die Bewohner, die sich schon sehr wohl zu fühlen scheinen. Der Beweis: Die Turteltauben haben bereits ein Nest gebaut, die Rothühner Eier gelegt. „Die Blauracken sind unser Schmuckstück“, erzählt der Tierpfleger. Im Rahmen eines europäischen Erhaltungszuchtprogramms arbeitet man eng mit dem Heidelberger Zoo zusammen.

Zuwachs im Tierpark

Der Zoo hatte zwei Weibchen, der Walldorfer Tierpark bekam im vergangenen November zwei Männchen aus dem Spreewald gebracht – jetzt haben beide Einrichtungen mit der Hoffnung auf Blutauffrischung je ein Pärchen. „Früher waren die Tiere hier in der Region heimisch“, sagt Zeller.Sein Kollege Timon Hilger zeigt anschaulich, wie er regelmäßig mit Edelpapagei Anton arbeitet. „Erdnüsse findet er besonders gut“, sagt Hilger über die kleinen Belohnungen, die der Vogel erhält, wenn er auf seine Klicksignale reagiert.

„Papageien sind furchtbar schlau“, meint Zeller und klärt die Gemeinderäte über eine Besonderheit dieser Art auf: Die Männchen haben grünes Gefieder, die Weibchen rotes – es handelt sich also mitnichten um zwei verschiedene Arten, wie man auf den ersten Blick meinen könnte. Daneben gibt es noch viel mehr zu sehen: beispielsweise die Marderkaninchen in ihrer Bauernhof-ähnlichen Umgebung, das junge Wiedehopf-Pärchen oder die erfolgreiche Erhaltungszucht der Vietnamfasanen.

Auch die Gehege wurden inspiziert.Foto: Stadt Walldorf

David Högerich erklärt außerdem, warum die Schweine umziehen mussten. Da wegen der Afrikanischen Schweinepest ein zusätzlicher Zaun erforderlich sei, habe man am alten Standort nicht mehr genügend Platz für sie gehabt. „Es hat Sinn ergeben, hier stattdessen die Ouessantschafe unterzubringen“, sagt Högerich. In vielen Fragen sei man im ständigen Austausch mit dem Veterinäramt.

Wichtige Futterküche

Am Ende des Besuchs zeigt ein Blick in die Futterküche, warum das neue Betriebsgebäude für den Tierpark und die dort tätigen Mitarbeiter so wichtig ist: Vieles ist in die Jahre gekommen, es geht sehr beengt zu. „Die Tierpfleger sind enorm dankbar, dass Sie in die Basis für den Betrieb investiert haben“, dankt auch Högerich den Gemeinderäten für den Baubeschluss vom vergangenen Sommer. Er beantwortet einige Fragen und gibt einen Ausblick, wie es weitergeht: Nachdem er im Februar dem Rat die Konzeption zur Weiterentwicklung des Tierparks vorgestellt hatte, erarbeitet man derzeit eine Umfrage, mit der die Bevölkerung eng am Projekt beteiligt werden soll.

Erscheinung
exklusiv online
von Stadt Walldorf
16.04.2026
Orte
Heidelberg
Mannheim
Altlußheim
Angelbachtal
Bammental
Kategorien
Gemeinderat
Kommunalpolitik
Panorama
Politik
Tiere, Natur & Umwelt