Einstimmigkeit herrschte in Sachen Jahresabschlüsse im Rat, zudem gabs fast durch die Bank Lob für die Teams von Geschäftsführer Steffen Neumeister, Stadtbau Ettlingen GmbH und Stadtwerke Ettlingen GmbH.
SWE Netz GmbH
Der Jahresabschluss 2024 der SWE Netz GmbH weist eine Bilanzsumme von rund 44 Millionen Euro und ein Jahresergebnis von 0 Euro auf. Der Jahresfehlbetrag liegt bei 1,9 Mio. Euro, eine Ergebnisverschlechterung um rund 2,5 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr. Das Jahresergebnis ist erstmals seit der Gründung 2011 negativ. Ursachen: Kosten für die vorgelagerten Netze, Mindererlöse im Strom und im Gasbereich, Mehraufwand beim Personal und ein allgemein schwächeres Finanzergebnis. Höhere Zinssätze und neue Kreditaufnahmen von 6 Mio. Euro belasten das Finanzergebnis, der Finanzmittelfonds beläuft sich auf 67.000 Euro als Sicherheit für Liquiditätsengpässe.
Gasversorgung Malsch-Durmersheim GmbH
Das Bilanzvolumen beträgt rund 10,2 Millionen Euro, Jahresergebnis wie im Vorjahr null Euro. Gegenüber dem Vorjahr hat die Gesellschaft ein um rund 1,5 Mio. Euro schlechteres Ergebnis erzielt, Gründe: ein Rückgang der Umsatzerlöse wegen gesunkener Mehr-/Mindermengen-Abrechnungserlöse. Der Rückgang auf der Ertragsseite konnte durch eine Reduzierung der betrieblichen Aufwendung ausgeglichen werden. Die positive Entwicklung im operativen Geschäft wird durch ein um 80.000 Euro schwächeres Finanzergebnis kompensiert. Die Zinsaufwendungen stiegen von 89.000 Euro im Vorjahr auf 168.000 Euro, weil zusätzliche Investitionsdarlehen in Höhe von 1,8 Mio. Euro aufgenommen wurden. Es bleibt ein leicht positives Ergebnis vor Gewinnabführung von rund 3.000 Euro. In absehbarer Zeit werde hier das marode Gasnetz Investitionen erfordern in verschmerzbarer Höhe.
Stadtwerke Ettlingen GmbH
Die Bilanzsumme von über 92 Millionen Euro ist gegenüber dem Vorjahr um fast 3,9 Mio. Euro höher. Der Jahresüberschuss beläuft sich auf rund 741.000. Euro (Vorjahr: 2,37 Mio. Euro), bedingt durch Sondereffekte im Beteiligungsbereich. Die Konzernbilanzsumme liegt bei fast 129 Millionen Euro, der Konzernjahresüberschuss wurde mit rund 426.000 Euro festgestellt. Die Umsatzerlöse sind im Vergleich zum Vorjahr um rund 2,7 Mio. gestiegen, das liegt an gestiegenen Preisen im Strom- und Gas-Privatkundengeschäft. Zusätzliche Umsätze resultieren aus dem THG-Quotenerlös der Erdgastankstelle sowie dem Teilverkauf der PV-Freiflächenanlage Hagbruch an die Bürger-Energiegenossenschaft, der Hauptteil wird erst 2025 erfasst. Trotz des Umsatzanstiegs blieb das Betriebsergebnis auf Vorjahresniveau wegen gestiegener Materialaufwendungen und Personalkosten. Sonstige betriebliche Aufwendungen konnten reduziert werden. Das Finanzergebnis verschlechterte sich von plus 1,05 Mio. Euro auf minus 1,64 Mio. Euro wegen Verlustübernahmen und gesunkener Beteiligungserträge, der Jahresüberschuss ist stark rückläufig, der Gewinnvortrag aus dem Vorjahr, 1,85 Mio. Euro, wird vollständig verwendet, Bilanzgewinn: 2,6 Mio. Euro.
„Wir können das dritte Jahr in Folge Luft holen“, resümierte Neumeister, das soll sich so fortsetzen.
Stadtbau EttlingenGmbH
Mit einem Jahresfehlbetrag von rund 840.000 Euro (Vorjahr: rund 496.000 Euro) belasten Investitionen und Bauzeitzinsen das Ergebnis. Erträge in Höhe von rund 7,6 Mio. Euro stehen Aufwendungen in Höhe von etwa 8,4 Mio. Euro gegenüber. Der prognostizierte Jahresfehlbetrag wird um rund 51.000 Euro überschritten. Die Tilgung eines Darlehens in Höhe von 1,86 Mio. Euro war fällig und die Abschreibungen auf das stark gestiegene Anlagevermögen erhöhte sich deutlich: von 1,63 Mio. Euro auf 1,87 Mio. Euro, Stichwort: Fertigstellung des Projekts Feuerwehrareal. Geschäftsführer Neumeister warf einen Blick auf die Planungen bis 31.12.2036, dann werde sich der Wohnungsbestand von jetzt rund 570 auf etwa 1.000 erhöht haben. Schon jetzt belaufe sich die zur Verfügung stehende Wohnfläche auf rund 37.000 Quadratmeter. Die Bautätigkeit der Gesellschaft führe zu den Auf und Abs in den Bilanzen, für 2025 werde wieder ein positives Ergebnis erwartet, die Vorhaben Kirchenplatz, Hirsch und Sonne werden 2026 voraussichtlich wieder für ein negatives sorgen. Im Schnitt strebe man die schwarze Null an.
„Die politischen Vorgaben bedingen das Ergebnis“, merkte OB Arnold dazu an. Blicke man auf die künftigen Vorhaben großer neuer Wohngebiete wie Kaserne Nord oder Ottostraße, werde man durchaus über anteilige Verkäufe zur Querfinanzierung nachdenken müssen. Bis dahin gelte für die Stadtbau unter anderem der Gemeinderatsbeschluss, fürs eigene Portfolio zu bauen.
Die Ertragslage wird weiter als geordnet beurteilt, die Eigenkapitalquote bleib mit 23,13 Prozent (Vorjahr 23,56 Prozent) nahezu stabil: die finanzielle Gesamtstruktur der Gesellschaft intakt ist.
Das Bilanzvolumen hat sich gegenüber dem Vorjahr von rund 94,4 Mio. Euro auf etwa 108 Mio. Euro erhöht, das ist ein Plus von fast 14,6 Prozent.
Entlastungen
Den Geschäftsführungen und den Aufsichtsräten der SWE Netz, Gasversorgung Malsch-Durmersheim, der Stadtwerke Ettlingen und der Stadtbau Ettlingen wird der Oberbürgermeister in den Gesellschafterversammlungen Entlastungen erteilen für das Geschäftsjahr 2024, dazu ermächtigte der Gemeinderat den OB.