Zur alljährlichen gemeinsamen Übung am vergangenen Freitag waren zahlreiche Zuschauer erschienen. Nach der Alarmierung der Einsatzfahrzeuge um 18:30 Uhr bot sich den Rettungskräften auf dem Parkplatz der Verenahalle ein Unfallszenario mit einem leckgeschlagenen Tanklastzug. Der Fahrer hatte sich noch selbst aus dem Fahrzeug befreien können, lag jedoch schwer verletzt in einer immer größer werdenden Heizöllache neben dem Fahrzeug. Eine Passantin hatte sich beim Versuch, das Leck zu schließen, geschnitten und blutete stark aus einer offenen Armwunde. Eine zweite Passantin stand sichtbar unter Schock.
Zunächst musste die Einsatzstelle durch die Feuerwehr abgesichert und der Brandschutz gewährleistet werden – was stets oberste Priorität hat. Erst danach konnte in Absprache mit dem DRK der schwerstverletzte Fahrer geborgen und versorgt werden, bevor die beiden ebenfalls verletzten Frauen dem DRK übergeben wurden. Die Sanitäter begannen unverzüglich mit der Behandlung und Versorgung der Verletzten, während die Feuerwehr das Tankleck abdichtete, das ausgelaufene Heizöl auffing und Sperren zur Verhinderung von Umweltverschmutzung errichtete.
Es wurde deutlich, dass die Rettungskräfte mit der gebotenen Vorsicht, Besonnenheit und Umsicht agierten. Die Zuschauer wurden vom Vorsitzenden des Fördervereins der Feuerwehr, Rainer Zillhart, über den Ablauf der einzelnen Schritte informiert.
Im Anschluss an die Übung fand im Feuerwehrmagazin die Nachbesprechung des Einsatzes statt. Dabei wurde auch die ungerechtfertigte Kritik einzelner Zuschauer angesprochen, wonach die Rettung schneller hätte erfolgen können. Helfen können die Einsatzkräfte jedoch nur dann, wenn sie selbst vor Schaden geschützt sind – deshalb hat der Eigenschutz oberste Priorität.
Bürgermeister Wolfgang Klaiber, der die Übung aufmerksam verfolgt hatte, zeigte sich zufrieden, dass die Erstversorgung im Ort gesichert ist. Er dankte den teilnehmenden Rettungskräften der „Blaulicht-Familien“ für ihren freiwilligen Einsatz in der persönlichen Freizeit zum Wohl der Allgemeinheit und für ihren Mut bei ihren Einsätzen.
Katastrophenlagen – wie zuletzt die Großbrände unter anderem in der Gohrisch-Heide bei Jacobsthal – können auch großflächig auftreten und ganze Landkreise betreffen. Umso wichtiger ist es, funktionierende Hilfsorganisationen in der Gemeinde zu haben, auf die man im Ernstfall zurückgreifen und sich verlassen kann.
Übrigens erfolgte noch während der Nachbesprechung eine Alarmierung der DRK-HvO („Helfer vor Ort“) – wie gut, dass wir sie haben!