
Die Generalsanierung des Waldfreibads Calmbach hat einen entscheidenden Meilenstein erreicht. Der Gemeinderat beschloss die Vergabe für das zentrale Gewerk "Badetechnische Anlagen" (Wasseraufbereitung). Der Auftrag geht an die Firma Kempe Schwimmbadtechnik GmbH aus Zwenkau zum Bruttopreis von 1,54 Millionen Euro. Das Angebot liegt damit nur knapp über der ursprünglichen Kostenberechnung und sichert die Baufortschritte für das "Generationen-Projekt". Bürgermeister Marco Gauger betonte die Bedeutung des Beschlusses: "Heute geht es um das, was als Herzstück funktionieren muss in dem Technikgebäude – die Wasseraufbereitung." Er zeigte sich erfreut, dass man bei der Sanierung "entscheidende Schritte vorangekommen" sei.
Das Gewerk wurde EU-weit im Offenen Verfahren ausgeschrieben. Zum Submissionstermin am 3. September 2025 lagen zwei Angebote vor. Das Angebot des zweitplatzierten Bieters musste jedoch aufgrund fehlender wesentlicher Preisangaben ausgeschlossen werden.
Das wirtschaftlichste Angebot der Firma Kempe Schwimmbadtechnik GmbH liegt mit 1,54 Millionen Euro brutto (ohne Wartungssumme) vor. Im Vergleich zur Kostenberechnung von 1,4 Millionen Euro liegt das Angebot bei 104,91 Prozent, was Stadtbaumeister Volkhard Leetz als "ein gutes Ergebnis" wertete, da die ursprüngliche Kostenberechnung bereits einige Jahre zurückliege. Im Vergleich zum bepreisten Leistungsverzeichnis (LV) liegt das Angebot sogar bei 96,3 Prozent. "Die Angebote sind geprüft, es gibt nur ein valides Angebot. Firma Kempe ist ein Spezialist, was Schwimmbäder angeht. Ich bitte darum, den Auftrag zu vergeben," so Leetz. Das beauftragte Generalplanungsbüro Fritz Planung hatte die Prüfung detailliert vorgenommen und keine Auffälligkeiten festgestellt. Der Auftragswert netto beläuft sich auf 1,3 Millionen Euro. Da die Baumaßnahme vorsteuerabzugsberechtigt ist, wird der Haushalt nur mit diesem Nettobetrag belastet.
Stadtbaumeister Leetz erläuterte den aktuellen Stand und die weiteren Schritte der in Lose aufgeteilten Sanierung: Die Rohbauarbeiten seien bereits vergeben, und aktuell laufe die Baustelleneinrichtung. Das nun vergebene Los der Badewassertechnik ist ein großes Paket von 1,27 Millionen Euro (netto). "Das bedeutet: neues Technikgebäude am unteren Ende, unten am Parkplatz. Von dort aus wird über neue Klärung, Reinigung, Einspeisung die Leitung gelegt bis an den Beckenbestand," erklärte Leetz. Die Gesamtkosten der Sanierung liegen bei 3,6 Millionen Euro netto. Die Finanzierung ist gesichert: Im Haushalt 2025 stehen 1,5Millionen Euro zur Verfügung (wovon 288.000 Euro bereits verausgabt sind), ergänzt durch eine genehmigte Verpflichtungsermächtigung in Höhe von 2,3 Millionen Euro.
Die weiteren Pakete, deren Vergabe im November geplant ist, umfassen Sanitär, Lüftung, Elektro sowie Schlosserarbeiten, Wärme, Fenster und Landschaftsbau. Gemeinderätin Rita Locher (FWV) zeigte sich mit dem Tempo zufrieden: "Wir stimmen dem gerne zu, weil es so ratzfatz geht. Vergabe im September beschlossen. Gut zu hören, dass wir auf einer schönen Grundlage zustimmen. Alles richtig gemacht."
Gemeinderat Wilko Rochow-Borg (CDU) begrüßte die Kostendisziplin: "Wir freuen uns, dass die Kosten im Rahmen bleiben." Er fragte nach der strategischen Möglichkeit, zeitnah weitere Förderanträge zu stellen, da ab dem 10. November eine neue Zuschussrunde starte. Stadtbaumeister Leetz bestätigte: "Da überlegen wir uns, was strategisch günstig ist. Als Block abgeben, ist sicher besser."
Der Beschluss zur Vergabe an die Firma Kempe Schwimmbadtechnik GmbH wurde mit großer Mehrheit gefasst. Es gab eine Enthaltung durch Werner Kriech (AfD). (mm)