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Mit 111 Besucherinnen und Besuchern

Generalversammlung 2025 der Raiffeisenbank Baiertal

Zur diesjährigen Generalversammlung lud die Raiffeisenbank Baiertal in das Ludwig-Englert-Haus in das Ludwig-Englert-Haus in Dielheim-Balzfeld ein.
Vier Männer in Anzügen und mit Brillen.
So war die Generalversammlung 2025 der Raiffeisenbank Baiertal. (V. l.) Oliver Riedel, Frank Blaser, Bernd Niebergall und Ralf Haller.Foto: aot

Die Bewirtung beim anschließenden „gemütlichen Teil“ übernahm der „MGV-Konkordia 1879 Balzfeld“.

Schon beim Blick auf die Tagesordnung wird sich der eine oder andere der 111 Besucher gewundert haben, dass da nichts mehr zu lesen war von „Fusionsverhandlungen mit einer größeren Genossenschaftsbank“, wie im letzten Jahr noch angekündigt worden war. Damals erschien sie notwendig angesichts der Zahlungs- und Liquiditätsprobleme, die ein großer Betrugsfall verursacht hatte. Dabei ging es nicht nur um Geld, das man beim Betrüger nicht mehr eintreiben konnte, sondern auch um die eventuelle Mitschuld der ehemaligen Vorstände, die man haftbar machte und in diesem Zusammenhang mehrere Gerichtsverfahren angestrengt hatte.

Alles zum Guten gewendet

Wie Ralf Haller in seinem Rechenschaftsbericht erläuterte, hat sich inzwischen alles zum Guten gewendet. Die Gerichtsverfahren wurden eingestellt und mit den ehemaligen Vorständen Vergleiche geschlossen. In der Folge konnten Rückstellungen aufgelöst und das Darlehen der Sicherungseinrichtung in Höhe von 2 Millionen Euro zurückgezahlt werden.

Dadurch wurden auferlegte Einschränkungen hinfällig und man bekam sogar, sozusagen als Bonus für die schnelle Konsolidierung, eine Gutschrift in Höhe von 300.000 Euro. Darüber hinaus erfuhr man weder etwas über die Erstattungen aus den Haftpflichtversicherungen der ehemaligen Vorstände noch über Zahlungen aus dem jeweiligen Privatvermögen. Vermutlich war die Verschwiegenheitsverpflichtung ein Teil der getroffenen Vereinbarung.

Leichte Veränderungen

Die Konsolidierung der Bank lässt sich auch in Zahlen messen, wie die beiden Vorstände Ralf Haller und Oliver Riedel erläuterten. So haben sich, trotz des Krisenjahres, die Mitgliederzahlen und Geschäftsanteile nur leicht verändert. Auch die Bilanzsumme im Jahr 2024 unterschied sich mit 178 Millionen Euro kaum vom Vorjahr, die Verwaltungskosten blieben mit 3,2 Millionen sogar geringfügig darunter.

Am wichtigsten sei, dass das Eigenkapital von 19,5 auf 21,5 Millionen deutlich aufgestockt werden konnte. Auf dieser Grundlage könne man zwar nach wie vor keine Großkredite vergeben, dafür aber zunehmend mittlere und kleine an Kunden und kommunale Einrichtungen im Einzugsbereich der Bank.

Mehrere Menschen, die an langen Bänken sitzen. Im Hintergrund ist eine Bühne mit Leinwand.
111 Besucherinnen und Besucher waren bei der Generalversammlung.Foto: aot

Für die zahlreichen Mitglieder im Saal war vor allem der Jahresüberschuss von rund 42.000 Euro von Bedeutung. Er erlaubt, neben einer Überweisung von 20.000 Euro in die Rücklagen, eine attraktive Gewinnausschüttung von rund 20.000 Euro oder drei Prozent auf die Geschäftsanteile. Die beiden Vorstände dankten Aufsichtsrat, Genossenschaftsverband und Sicherungseinrichtung, die mit dazu beitrugen, dass die Bank diese Krisensituation bewältigen konnte. Ein besonderer Dank ging an die Mitarbeiter, die, sehr engagiert, einen wesentlichen Beitrag geleistet hätten. Ihnen überreichte Vorstand Riedel jeweils ein Geschenk.

Zukunftsfähigkeit der Bank

Für den Vorstand hat sich die Zukunftsfähigkeit der Bank deutlich verbessert, das zeige sich vor allem an der Zunahme der Kreditaufnahmen, aber auch an den Kundeneinlagen seit Beginn des Jahres 2025. Haller ging zudem auf zukünftige Herausforderungen ein, die durch Fachkräftemangel, überbordenden Bürokratismus, künstliche Intelligenz und Unsicherheiten im Zins- und Kreditmarkt geprägt seien – auch ausgelöst durch eine neue amerikanische Wirtschaftspolitik, die Kontinuität und Verlässlichkeit vermissen ließe.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Frank Blaser bestätigte in seinem Rechenschaftsbericht eine erfolgreiche Sanierung der Bank in einem Jahr, das von Risiken geprägt gewesen sei. Dies bestätigte auch der Prüfungsbericht, in dem nachzulesen ist, dass die Bank allen Zahlungsverpflichtungen nachgekommen ist, die Ertragslage sehr gut sei und sich das Betriebsergebnis verbessert habe.

Rücktritt von Ralf Haller

Angesichts der positiven Stellungnahmen bestand, im Gegensatz zu zurückliegenden Jahren, vonseiten der Mitglieder kein Gesprächsbedarf. So herrschte weitgehende Einstimmigkeit bei der Genehmigung des Jahresabschlusses, der Verwendung des Überschusses, Entlastung des Vorstands und Aufsichtsrats, Nachwahl von Aufsichtsratsmitgliedern und die Genehmigung von Satzungsänderungen.

Zum Schluss erklärte Ralf Haller seinen Rücktritt im kommenden Jahr und stellte seinen bereits feststehenden Nachfolger Bernd Niebergall vor. Wieslochs Oberbürgermeister Dirk Elkemann, der wegen Befangenheit der Vorstände, zeitweise die Abstimmungen leitete, beschrieb die Stimmung am Abend sehr treffend als „erfreulich unspektakulär, entspannend und familiär“. (aot)

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Ausgabe 41/2025
von Redaktion NUSSBAUMRedaktion NUSSBAUM
08.10.2025
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