
Die Liebe in all ihren Facetten hat der Königsbacher Gesangverein in den Mittelpunkt seines Konzertabends gerückt. Mit passenden Liedern sind nicht nur die Sänger des Vereins, sondern auch drei Gastchöre aufgetreten.
Die großen Herzen an der Bühnenwand, die roten Blumenarrangements und die kleinen Dekorationen auf den Tischen machen deutlich, was mal mitreißend, mal gefühlvoll auch in allen Liedern zum Ausdruck kommt. Nämlich, dass sich in der Königsbacher Festhalle am Samstagabend alles um die Liebe dreht. In all ihren Facetten, Formen und Ausprägungen zieht sie sich wie ein roter Faden durch den Konzertabend, den der örtliche Gesangverein nicht allein auf die Beine gestellt hat, sondern zusammen mit drei befreundeten Chören aus der Region. Gemeinsam kredenzen sie ihrem Publikum ein abwechslungsreiches, kurzweiliges Programm, das auch deshalb einem regelrechten Parforceritt durch die Genres, Stile und Epochen gleichkommt, weil jeder Chor seine eigenen Schwerpunkte und Akzente setzt. Der Gesangverein Arlinger etwa entführt mit Petula Clark nach „Downtown“, mit formvollendet vorgetragenen Zukunftsfragen nach Spanien und mit Temperament zum Grand Prix de la Chanson des Jahres 1976, während der Arbeitergesangverein aus Kleinsteinbach sowohl Filmmusik aus dem „König der Löwen“ als auch moderne Popsongs von Lady Gaga und Coldplay im Gepäck hat.
Titel von Michael Jackson, von Roxette, von den Bangles und den Carpenters kredenzt dagegen der junge, auch „Intermezzo“ genannte Chor des Bilfinger Gesangvereins, der dabei stimmgewaltige Unterstützung von einigen Jugendlichen bekommt. Das Publikum hat an langen Tafeln Platz genommen, um neben der Musik auch die kleinen Speisen zu genießen, die der Königsbacher Gesangverein vorbereitet hat. Kein Wunder, dass sich die Vorsitzende Birgit Di Franco hochzufrieden zeigt: sowohl mit der Anzahl der Gäste als auch mit der durchweg positiven Resonanz. Di Franco freut sich, dass wieder so viele Gastchöre zugesagt haben. Denn sie weiß, dass man dadurch eine große Bandbreite bieten und das Motto aus unterschiedlichen musikalischen Perspektiven beleuchten kann. Dass man sich dieses Jahr ausgerechnet für Liebeslieder entschieden hat, liegt an einer Hochzeit, auf der die zum Verein gehörenden FreitagSingers vor ein paar Monaten aufgetreten sind. Seit Januar haben sie für das Konzert geprobt, immer montags im alten Schulhaus, immer unter der Leitung ihres Dirigenten Elias Hostalrich Llopis, mit dem sie fast alle Lieder komplett neu einstudiert haben. Di Franco sieht den Verein aktuell allein schon deshalb bestens aufgestellt, weil er für die FreitagSingers in den vergangenen Monaten sechs neue Sänger gewinnen konnte, ein paar davon durch die offene Probe, die man im September veranstaltet hat.
Inzwischen gehören mehr als 20 Sänger zu dem gemischten Chor, der sich vor allem anspruchsvollen Stücken widmet. Beim Konzert präsentiert er Filmmusik aus „Frühstück bei Tiffany“, einem mitreißenden Gospel, modernes von Coldplay und Bruno Mars. Nach Stimmlagen getrennt, stehen die Sänger neben- und hintereinander, die Augen immer auf Hostalrich Llopis gerichtet, der an diesem Abend nicht nur dirigiert, sondern auch selbst mitsingt. Nämlich im Ensemble des Vereins. Die sechsköpfige Gruppe trägt den Namen „Ton in Ton“ und setzt beim Konzert eigene Akzente, etwa in Form von „Killing Me Softly“ und „For The Longest Time“. Bei zwei Titeln unterstützt das Ensemble die Nachwuchssänger, die in Königsbach „Hitsköpfe“ heißen und unter der Leitung von Christiane Neumann immer donnerstags proben. Mit einem Lächeln auf den Lippen und einem Funkeln in den Augen stellen sich die Kinder in einem Lied selbst vor, bevor sie das Publikum zum Mitsingen auffordern, humorvoll in den Hühnerstall entführen und einen irischen Segen präsentieren. Tosender Beifall ist ihnen ebenso sicher wie allen anderen Mitwirkenden. – Nico Roller