Laienschauspielgruppe des FC 07 Heidelsheim lässt Zuschauer zu Mäuschen im Midlife-Crises-Alltag geplagter Ehefrauen und Ehemänner werden.
Was wäre sein Leben ohne Fleischkäs`? 1,9 Tonnen hat er in 45 Jahren schon verputzt. Wert: ca. 30.000 Euro. Eine Delikatesse, die Hans-Joachim Metzger (Bernd Feßenbecker) alles andere vergessen lässt. Oder übersehen. Selbst als seine resolute Gattin Margarethe (Petra Haugl) mit grünen Haaren nach Hause kommt. Reaktion: null. Ob ihm gerade jetzt an ihr oder zuhause nichts auffalle, will sie wissen? HaJo grübelt und grübelt. „Ja, im ganzen Haus gibt es keinen Fleischkäs` mehr“, so seine Antwort.
Keine Frage: Es ist Januar 2026. Es ist wieder Theaterzeit beim FC 07 Heidelsheim in der TV-Halle. „Fleischkäs` und rote Strapse“ heißt es heuer vor ausverkauftem Haus. Binnen zwei Wochen tagtäglichen Probens hat die Laienschauspielgruppe des FCH ein Geschlechter-Drama mit feinsinnigem Humor und herrlichen Frauen-Männer-Klischees auf die Bühne gestellt und gezaubert. Über drei Stunden Spaß und fröhlich-intensives Training sämtlicher Lachmuskeln.
Apropos Bühne: Auch für den Bau des Bühnenbilds war nicht viel Zeit. Am 4. Adventssonntag, 21. Dezember, haben Matthias Langer, Pierre Cordier und Martin Schmid losgelegt, damit zum Probenstart am gleichen Abend zumindest ein Grundgerüst stehen konnte. Stück für Stück entwickelten sie es weiter, bauten, malten, dekorierten. Dabei gab es dieses Mal eine besondere Herausforderung, spielt der Drei-Akter von Regina Rösch, die sich mit ihrer Theaterguppe „Böhmenstadel“ aus Triefenstein-Trennfeld (oberhalb von Wertheim) bei der Premierenvorstellung erneut unter das begeisterte Publikum mischte, doch in zwei Wohnungen gleichzeitig. Mittels kleiner, symbolisierter Mauer spicken die Zuschauer mal in die Küche der Metzgers, mal ins Wohnzimmer nebenan der Pfeifers. Eine Herausforderung freilich auch für die Schauspieler. Denn selbst wenn alle Blicke aufs Spiel im hell erleuchteten Zimmer gerichtet sind, müssen die Akteure nebenan im Halbdunkeln pantomimisch weiteragieren. Doch auch diese Herausforderung meistern die Heidelsheimer Mimen ganz ohne Probleme.
(Fortsetzung folgt in der nächsten Ausgabe des Mitteilunhgsblattes)