Ohne Luft kein Leben. Ohne Sauerstoff kein Wachstum. Ohne den Heiligen Geist keine Kirche. So einfach ist das. Erst das Wehen des Geistes hat die ersten Jüngerinnen und Jünger vom Herzen her berührt, sie mutig gemacht, Erkenntnis des Auferstandenen gebracht, Gemeinschaft ermöglicht, Aufbruch verursacht. Dieser Geist kommt von oben, vom Vater. Er weht, wo und wann er will. Wir haben es nicht in der Hand, aber wir können bitten, dass ein neuer pfingstlicher Geist uns erfasst, der uns Zuversicht, Aufbruch, Wachstum, Freude schenkt - all das, was wir brauchen, um der Kirchen -, der Glaubens- und der Gesellschaftskrise entgegenzuwirken.
Mich bewegt in diesen Tagen der neue geistliche Aufbruch der kath. Kirche in Frankreich. Seit Jahren steigt in diesem säkularen Land die Zahl der Erwachsenentaufen unter jungen Menschen enorm, obwohl diese Kirche große Probleme hat. Letztes Jahr haben sich fast 18.000 Menschen in der Osternacht taufen lassen. Das hat mit kirchlichen Schwerpunkt-Setzungen zu tun. Weniger Strukturdebatten und was man sonst alles machen muss, mehr die geistlichen Themen, die Anbetung, die glaubwürdige Verkündigung Jesu Christi, demütiges, empfängliches Auftreten. Die Musik spielt eine wichtige Rolle, Liturgie, Homilie – Predigt – und menschliche Wärme, wenn Menschen zusammenkommen in den Kirchen. Bleiben wir in der Bitte und in der Erwartung. Ein neues Wehen des Geistes wird kommen!
Wir wünschen Ihnen gesegnete Pfingsttage.
Dekan a. D. Bernd Weißenborn
