Heitere Lebensgeschichten begeistern das Publikum. Dritter Abend der Reihe „Gespräche im Museum“ mit Elsbeth Bareiss.Etwas überfüllt war der Museumstreff beim dritten Abend der beliebten Veranstaltungsreihe
„Gespräche im Museum“. Nach den bereits sehr erfolgreichen und gut besuchten Abenden mit Ulli Weidler und Theo Gotthard durfte der HeimatKultur Verein diesmal Elsbeth Bareiss aus Lutzenberg als Gesprächsgast begrüßen.
Von der ersten Minute an zog sie die zahlreichen Besucherinnen und Besucher mit ihrer herzlichen Art, ihrem Humor und ihren lebendigen Erzählungen in ihren Bann. Immer wieder bezog sie Verwandte, Freunde und Bekannte aus dem Publikum in ihre Geschichten mit ein, was für viele spontane Lacher und eine besonders persönliche Atmosphäre sorgte.
Charmant und gekonnt führten Sonja Burgel und Rolf Rau durch den Abend. Mit viel Einfühlungsvermögen und Humor gelang es ihnen, die vielen Facetten des Lebens von Elsbeth Bareiss sichtbar zu machen.
Elsbeth Bareiss erzählte von ihrem bewegten Leben, das von Arbeit, Zusammenhalt, Herausforderungen und vielen glücklichen Momenten geprägt war. Besonders bemerkenswert: Sie hat ihren Heimatort Lutzenberg nie verlassen. Dort wurde sie geboren, wuchs auf und lernte später ihren Mann Albert kennen, der nur rund 150 Meter entfernt auf dem benachbarten Bauernhof lebte.
Mit einem Augenzwinkern bemerkte sie dazu: „Da heiratet man nicht nur den Mann, sondern gleich die ganze Familie, das Vieh und alles drum und dran.“ Dieser Satz sorgte ebenso für großes Gelächter wie viele weitere Anekdoten aus ihrem Leben. Neben heiteren Geschichten aus ihrer Kindheit und Jugend berichtete sie von den damaligen Lebensumständen auf dem Land, wo Arbeit selbstverständlich zum Alltag gehörte, aber dennoch genügend Raum für Freude, Gemeinschaft und Zusammenhalt blieb. Besonders amüsant waren ihre Erinnerungen an Ausfahrten mit den Eltern im Goggomobil. Das kleine Fahrzeug habe, wie sie schmunzelnd erzählte, „mehr geklappert als gefahren“. Für den Fall einer Panne hatte sie als Kind eine ganz besondere Aufgabe: Sie musste hinten im Fahrzeug eine Klappe öffnen – eine Geschichte, die das Publikum mit herzhaftem Lachen quittierte.
Viel Zeit für Hobbys blieb ihr im Laufe ihres Lebens nicht. Neben der Versorgung der Großfamilie und der Pflege ihrer Schwiegermutter war sie stets gefordert. Dennoch fand sie einen Ausgleich und engagierte sich später bei den Landfrauen. Ihre große Leidenschaft entdeckte sie beim Laientheater. Mit Begeisterung wirkte sie bei verschiedenen schwäbischen Mundartstücken mit und brachte dabei viele Menschen zum Lachen.
Auf die Frage von Sonja Burgel und Rolf Rau, woher sie ihre Kraft, ihre Zuversicht und ihre bemerkenswerte Lebensfreude nehme, antwortete Elsbeth Bareiss ohne zu zögern: „Aus meinem Glauben und aus der Begleitung durch Jesus Christus.“ Diese klare und persönliche Antwort beeindruckte die Zuhörerinnen und Zuhörer ebenso wie die vielen Geschichten aus ihrem Leben.
Sonderausstellung „Faszination Glas“ vom 28.06. bis 20.09. im Heimatmuseum Althütte
Das Gewerbe der Glasmacher war in der heutigen Region des Schwäbisch-Fränkischen Waldes vom 15. bis ins 19. Jahrhundert von zentraler Bedeutung und hat die Kultur, die Wirtschaft und die Siedlungsgeschichte entscheidend beeinflusst. Auf der Fläche des heutigen Naturparkgebiets sind aktuell 27 Glashüttenstandorte nachgewiesen, in denen das einstige Luxusgut hergestellt wurde. Häufig waren die Glashütten Keimzellen für heute noch bestehende Ortschaften. Dies ist auch in Althütte sowie den Ortsteilen Schöllhütte und Fautspach der Fall.
Im Heimatmuseum Althütte ist dem Thema Waldglas seit dem Umbau im Jahr 2024 ein eigener Raum gewidmet. Durch die Sonderausstellung „Faszination Glas“ wird der Fokus nun noch stärker auf den Werkstoff Glas gerichtet. Thomas Denzler vom Verein „Waldglas Schwäbisch-Fränkischer Wald e. V.“ präsentiert zahlreiche Sammlerstücke im ersten Stock des Heimatmuseums. Zu sehen sind Funde von verschiedenen Glashüttenstandorten: grünes Waldglas, siegellackrotes und blaues Glas sowie Perlen-Fragmente.
Weiterhin Lithyalin (Steinglas), Pressglas, Millefiori-Objekte aus Murano, fluoreszierendes Uranglas, Glas von WMF sowie moderne Glaskunst aus Lauscha.
Die Vernissage der Sonderausstellung mit Bürgermeister Sczuka und Waldfee Ida Nerrlich ist am Sonntag, 28.6., um 14.00 Uhr.
Danach ist sie bis 20.9. zu den üblichen Öffnungszeiten des Heimatmuseums (https://www.heimatkulturverein.de/) zu sehen.


