Der Drogenmarkt in Deutschland verändert sich. Darauf weist das Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises, das auch für die Stadt Heidelberg zuständig ist, hin. Neben alten Bekannten wie Heroin spielen synthetische Opioide wie zum Beispiel Fentanyl oder Substanzen aus der Stoffgruppe der Nitazene eine zunehmend größere Rolle. Grund dafür ist zum einen die sinkende Verfügbarkeit von Heroin, zum anderen aber auch der günstigere Preis der aus dem Ausland eingeführten synthetischen Opioide. Diese sind nicht nur einzeln zum Verkauf verfügbar, oft werden sie aufgrund der geringeren Kosten auch anderen Drogen beigemischt, um so das Gewicht zu erhöhen, die Gewinnspanne zu maximieren und auch, um bei den Konsumenten eine schnellere Abhängigkeit herbeizuführen. Die im Vergleich zu Heroin deutlich stärkere Wirkung führt zu einer höheren Rate an Überdosierungen mit Todesfolge.
Vortrag am 10. Februar in Heidelberg
Am Dienstag, 10. Februar, findet um 18 Uhr im Carl-Winter-Saal in der Plöck 18 in Heidelberg ein Vortrag zum Thema „Synthetische Opioide: Sind wir gewappnet? Was rollt auf uns zu?“ von Dr. Heiko Bergmann vom IFT Institut für Therapieforschung München mit anschließender Podiumsdiskussion statt. Die AG Sucht Heidelberg und der Rhein-Neckar-Kreis laden zu dieser Veranstaltung ein.
Was tun im Notfall?
Wichtig ist aber das beherzte Handeln im Notfall: „Bei Verdacht auf eine Überdosierung, also zum Beispiel bei Atemstillstand oder Bewusstlosigkeit nach Drogenkonsum muss sofort die 112 kontaktiert werden, es besteht immer akute Lebensgefahr“, warnt die Leiterin des Gesundheitsamts, Dr. Anne Kühn. Sie weist darauf hin, dass Rettungspersonal, Ärztinnen und Ärzte der Schweigepflicht unterliegen. Lebensrettend kann auch die sofortige Gabe des Notfallmedikamentes Naloxon in Form eines Nasensprays sein, wofür Drogenkonsumierende ein ärztliches Rezept erhalten können. Unter www.naloxontraining.de bietet die Deutsche Aidshilfe ein Online-Training zum Thema Naloxon und Drogennotfall an.
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