
Glamping (ein Kofferwort aus dem englischen "glamourous", also glamourös und "Camping") ist kein ganz neuer, aber stetig wachsender Trend und verbindet, wie der Name schon sagt, das Beste aus zwei Welten: die Nähe zur Natur und den Luxus eines Hotels. Statt Luftmatratze und Schlafsack warten oft gemütliche Betten, stilvolle Unterkünfte und manchmal sogar eigene Badezimmer. Wer draußen sein und auf den Komfort nicht verzichten möchte, findet hier die entspannte Alternative zum klassischen Camping.
Schlafen ist fast überall möglich, selbst an Orten, für die es keine Baugenehmigung geben kann - die Glamping-Szene ist da sehr kreativ. Über Baumwipfeln in der Luft, auf der Erde in Fässern oder zu Wasser in speziellen Booten werden verschiedenste Lagerstätten angeboten. Allerlei „Hobby-Architekten“ locken eine Schar von Übernachtungsgästen an - Pärchen oder Familien, aber auch Abenteurer, Romantiker und natürlich Outdoor-Fans.
Es ist sehr originell, wenn man sieht, was sich die Betreiber alles einfallen lassen. Wie Vogelhäuschen auf Stelzen sehen die Streuobst-Chalets der Familie Arnegger in Neukirch aus: Luxus entsteht hier durch Sauna und Whirlpool. Wer seefest ist und gut bei Kasse, kann sich im bayrischen Lindau ein Glamping-Boot chartern und auf dem See schlafen, samt Frühstück in der Koje.
In Kressbronn ist Urlaub am Bodenseeufer in modernen Pfahlbauten im skandinavischen Stil möglich. Mit dem Geräusch der Wellen wird man dann in den Schlaf gewiegt. Das bronzezeitliche Freilichtmuseum in Unteruhldingen war vielleicht der Ideengeber. Und auch in der angrenzenden Schweiz gibt es viel zu entdecken für Glamping-Fans.
Im Feierlenhof im schweizerischen Thurgau gibt es eine besondere Übernachtungsmöglichkeit im Apfelgarten. SWR-Moderatorin Annette Krause hat das Glampingangebot dort ausprobiert und ist begeistert: „Für mich persönlich außergewöhnlich war das Übernachten in dieser Bubble. Das ist eine durchsichtige Blase, in der man schlafen kann: Unterm Sternenhimmel und doch geschützt. Das war schon sehr speziell und besonders. Auch weil man immer durch eine Luftschleuse musste, sonst wäre die Bubble in sich zusammengefallen. Die Bubble stand abseits an einer Apfelplantage. Um auf die Toilette zu gehen, gings dann mit der Taschenlampe zum landwirtschaftlichen Hof in der Nachbarschaft. Morgens wurde ich vom Vogelgezwitscher wach und natürlich vom Sonnenaufgang: verdunkeln kann man die Bubble schließlich nicht. Mein Fazit: Es war vielleicht nicht die ruhigste Nacht meines Lebens, aber eben eine ganz besondere …“
Auch auf der Schwäbischen Alb ist Glamping möglich. Hier genießt man immer wieder die Panoramaausblicke von oben. Es gibt Baumhäuser mit und ohne Ameisenstraßen für geländegängige Naturliebende. Das barocke Benediktiner-Kloster Beuron im oberen Donautal ist der nahegelegene Ausflugstipp neben einer Gruppe heimeliger Schlaf-Fässer.
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