Der vorerst letzte Startschuss für den Ausbau der sog. Weißen Flecken im Enzkreis durch den Zweckverband ist gefallen. Mit dem offiziellen Spatenstich dieser Tage in der Gemeinde Königsbach-Stein schlägt der Zweckverband ein neues Kapitel in der Geschichte der Breitbandversorgung in der Enzkreiskommune auf. Das ambitionierte Vorhaben umfasst die Verlegung von Leerrohren sowie die Bestückung mit Glasfaserkabeln auf einer Grabenlänge von rund 40 Kilometern für bis zu 500 Glasfaser-Anschlüsse.
Aus einer öffentlichen Ausschreibung war die Firma LEC Construction International GmbH als wirtschaftlichste Bieterin hervorgegangen und hatte demzufolge im vergangenen Jahr den Zuschlag für die bauliche Umsetzung des Projektes bekommen.
Der Ausbau ist ganz im Sinne des Königsbach-Steiner Bürgermeisters Heiko Genthner, der sich beim Spatenstichtermin entschuldigen lässt: „Wir haben den Bürgerinnen und Bürgern eine möglichst optimale Breitbandversorgung versprochen, und die sollen sie auch bekommen. Mit dem Ausbau des schnellen Internets sichern wir langfristig die hiesige Wohnqualität und selbstverständlich auch zahlreiche Arbeitsplätze. In manchen Straßenzügen in unserer Gemeinde ist lediglich eine Versorgung von höchstens 16 Mbit/s über das konventionelle Kupferkabel gewährleistet. Aber auch die Aussiedlerhöfe sind nicht gut versorgt und werden durch private Anbieter nicht an das Glasfasernetz angeschlossen. Deshalb errichtet der Zweckverband Breitbandversorgung im Enzkreis jetzt im Auftrag der Gemeinde Königsbach-Stein in den bislang unterversorgten Gebieten ein passives Glasfasernetz.“
Der Geschäftsführer des Zweckverbandes, Florian Enghofer, ergänzt: „Ohne schnelles Internet sind viele Aspekte des täglichen Lebens nicht mehr denkbar. Die Versorgung mit Breitband ist heutzutage genauso entscheidend wie Wasser- und Stromanschlüsse. Der Zweckverband Breitbandversorgung übernimmt sehr gerne dort den Ausbau mit modernsten Glasfaseranschlüssen, wo private Anbieter nicht investieren.“ Dafür gewährt der Bund nach seinen Worten Fördermittel in Höhe der Hälfte der Ausbaukosten. Das Land Baden-Württemberg schießt weitere 40 Prozent zu, sodass die Kommunen selbst nur 10 Prozent finanzieren müssen. Insgesamt würden beim Ausbau für den Anschluss von ca. 500 Häusern in der Gemeinde Königsbach-Stein mehr als 8 Millionen Euro investiert. Die Baumaßnahmen dauern voraussichtlich bis Mitte 2028.
„Wir tun alles dafür, diese Mammutaufgabe termingerecht abzuwickeln. Dafür setzen wir mehrere Baukolonnen und Subunternehmer gleichzeitig ein“, kündigt der zuständige Projektleiter der Firma LEC, Aigars Kalpins, an. Innerorts setzt man zumeist auf klassischen Tiefbau, in den Außenbereichen kommen auch Spülbohrverfahren zum Einsatz, um den Ausbau zu vergünstigen und Eingriffe in die Umwelt und Wege gering zu halten. Begonnen wird im Ortsteil Stein, aber auch in Königsbach sollen bald die Bagger rollen.
Vor Baubeginn haben sich in Königsbach-Stein bereits über 60 Prozent der potentiell förderfähigen Haushalte für einen kostenlosen Hausanschluss entschieden. Doch die Beteiligten rechnen fest mit weiteren Interessenten und Anschlussverträgen, zumal sich die Kosten bei späterem Anschluss deutlich erhöhen werden.
Alle Bürgerinnen und Bürger sowie die Unternehmen, die im Ausbaugebiet liegen und bisher im Zuge der Vorvermarktung des Netzbetreibers Vodafone ihr Interesse an einem Breitbandanschluss bekundet haben, werden vor Baustart von der Firma LEC bzw. deren Subunternehmer Sales-as-a-Service über die weiteren Schritte informiert. Gemeinsam mit der LEC wird die Firma Apex Construtech GmbH den Bau vor Ort unterstützen. Wer sich bislang noch nicht für einen Hausanschluss entschieden hat, kann sich noch solange entscheiden, bis die Bauarbeiten im entsprechenden Straßenzug abgeschlossen sind.
Der Ausbau durch den Zweckverband in Birkenfeld, Straubenhardt und Ötisheim ist bereits abgeschlossen, hier sind schon knapp 1.000 Anschlüsse durch den Netzbetreiber Vodafone in Betrieb genommen worden. In Mönsheim, Friolzheim und Wurmberg soll die Inbetriebnahme ab Herbst Schritt für Schritt erfolgen. Für den weiteren Ausbau der sog. „Grauen Flecken“ mit einer Versorgung von mehr als 100 Mbit/s hatte der Zweckverband Ende vergangenen Jahres Förderzusagen in Höhe von insgesamt 72 Millionen Euro erhalten. Die entsprechende Ausschreibung der Bauleistungen soll zeitnah auf den Weg gebracht werden, um dann im nächsten Jahr mit dem Ausbau in den ersten Kommunen beginnen zu können.
Weitere Informationen finden sich im Internet unter www.breitband-enzkreis.de. (enz)
Ab dem 19. Mai 2026 starten die Arbeiten im Gewerbegebiet Stein sowie auf der Strecke in Richtung Heimbronner
Hof. Die weiteren Bauabschnitte werden fortlaufend bekannt gegeben