
Zwei zeitgenössische Arbeiten, zwei sehr unterschiedliche Handschriften, ein Abend voller Spannung: Mit Wild Poetry und Cold Song treffen im Festspielhaus Baden-Baden am So., 10. Mai, zwei Werke aufeinander, die Tanz als unmittelbare, intensive Ausdrucksform begreifen. Mal kraftvoll und pulsierend, mal kühl, verdichtet und fast unwirklich entfaltet sich ein Abend, der weniger erzählt als spürbar macht – und genau darin seine besondere Wirkung entfaltet. Hier verschmelzen Bewegung, Emotion und Musik auf spektakuläre Weise zum Gesamterlebnis. Die GöteborgsOperans Danskompani bringt hier einen Tanzabend auf die Bühne, der gleich zwei Werke vereint – und dabei zwei sehr unterschiedliche künstlerische Handschriften aufeinandertreffen lässt.
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Mit Wild Poetry ist ein Stück des international gefeierten Choreografen Hofesh Shechter zu erleben, der für seine unverwechselbare, rhythmische und körperlich hochenergetische Bewegungssprache bekannt ist. In seiner Arbeit interessiert ihn, was Tanz ausdrücken kann, wenn Worte an ihre Grenzen kommen. Der Körper, so Shechter, trage eine „unschuldige Wahrheit“ in sich – und genau dieser Idee folgt auch Wild Poetry: als poetische, wilde und unmittelbare Bewegungssprache, die starke Gefühle, Instinkte und zwischenmenschliche Dynamiken sichtbar macht. Das Stück wurde eigens für das GöteborgsOperans Danskompani entwickelt, eines der führenden Ensembles für zeitgenössischen Tanz in Europa.
Dem gegenüber steht Cold Song, die Deutsche Erstaufführung eines Werks mit der Choreografie von Marcos Morau, einem der spannendsten Choreografen der internationalen Tanzszene. Die Musik stammt von Ben Meerwein und Alex Röser Vatiché und ist inspiriert von Henry Purcells berühmtem „Cold Song“. Schon diese Vorlage lässt eine besondere Atmosphäre erwarten: etwas Fragiles, Kühles, vielleicht auch Unheimliches, das sich in Bewegung, Klang und Bild verdichtet. Morau ist bekannt für bildstarke, oft surreal anmutende Bühnenwelten, in denen Tanz, Theater und visuelle Komposition eng miteinander verschmelzen. Cold Song dürfte damit einen starken Kontrast zu Shechters unmittelbarer Körperlichkeit bilden – und gerade dadurch einen besonders reizvollen Gegenpol schaffen.
Das Spannende an diesem Doppelabend liegt genau in dieser Gegenüberstellung. Hier die drängende, emotionale Wucht von Wild Poetry, dort die suggestive, von Purcell inspirierte Bild- und Klangwelt von Cold Song. Gemeinsam entsteht daraus ein Abend, der zeitgenössischen Tanz in zwei sehr unterschiedlichen Facetten zeigt: als Rausch und als Verdichtung, als Ausbruch und als präzise gesetzte Atmosphäre.
Für das Publikum verspricht das eine Aufführung, die nicht auf lineare Geschichten setzt, sondern auf Präsenz, Energie und Bilder, die nachwirken. Wer Tanz nicht nur als schöne Bewegung, sondern als künstlerisches Erlebnis zwischen Musik, Emotion und Bühne erleben möchte, dürfte hier auf seine Kosten kommen.
