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Größte Herausforderung seit der Inbetriebnahme vor 60 Jahren/„Geister-Vogelpark“ Kirrlach mit nur noch 16 statt 215 Tieren (Bericht in der Zeitung BNN)

Steht der Vogelpark Kirrlach nach den Vogelgrippe-Fällen und der Zwangskeulung von 146 Tieren über kurz oder lang vor dem Aus? Diese Frage stellt sich...
Belastetes Holz muss verbrannt oder anderweitig entsorgt werden.
Belastetes Holz muss verbrannt oder anderweitig entsorgt werdenFoto: W. Schmidhuber

Steht der Vogelpark Kirrlach nach den Vogelgrippe-Fällen und der Zwangskeulung von 146 Tieren über kurz oder lang vor dem Aus? Diese Frage stellt sich bei den Verantwortlichen des zuständigen Vogelschutzvereins, beim Vogelparkteam und bei den bisherigen Besuchern der Anlage. Von einer Katastrophe ist die Rede, von einem Desaster, von der größten Herausforderung seit der Inbetriebnahme des Tierparks vor genau 60 Jahren.

2016 gab es noch 215 Tiere in den Volieren, Käfigen und im Gehege. Von der Keulung blieben nur acht hochwertige Vögel ausgenommen, die jetzt in Quarantäne ausharren. Wie ausgestorben sieht das Gelände aus, wie ein „Geister-Vogelpark“. Geöffnet werden kann die Einrichtung erst wieder, wenn alle behördlichen Auflagen erfüllt sind. Das Okay gibt schließlich das Veterinäramt. Zum erbärmlichen Restbestand gehören noch drei Ziegen und das fünfköpfige Damwild.

Anfang Dezember hatte sich die hochansteckende Geflügelpest im Tierpark ausgebreitet. Infolgedessen war das meiste Federvieh zu beseitigen. Den gesetzlichen Vorgaben entsprechend mussten die Vereinsmitglieder zusätzliche seuchenhygienische Maßnahmen im Park umsetzen, so die Einrichtung von Hygieneschleusen, die Durchführung von allerlei Desinfektionsmaßnahmen, das Verbrennen von belastetem Holz. Die Entsorgung des vorhandenen Mists auf der Deponie kostet pro Container mehr als 1.250 Euro. Drei Abfuhren fielen bislang an. Zum Schutz vor einer erneuten Vogelgrippe muss jetzt alles überdacht werden, ist vor Ort zu erfahren.

Für den kleinen Verein, der mit wenigen Ehrenamtlichen den Park betreibt, werden die Arbeiten und Ausgaben zum Riesenkraftakt. Die Stimmung sei sehr gedrückt, sagen Vorsitzender Dieter Fessler und seine Frau Claudia, als „Vogelpark-Mutter“ bekannt. „Uns hat das Ganze sehr mitgenommen“, bekundet das Vogelparkteam, das seit vielen Jahren viel Herzblut für die Pflege der zutraulichen Tiere hingibt.

Zum ersten Arbeitseinsatz nach dem Ausbruch der Vogelgrippe kamen 30 freiwillige Helfer aus der ganzen Stadt. Doch von Mal zu Mal wurden es weniger.

Jetzt werden intern Überlegungen angestellt, den Tierbestand zu verkleinern und einen Teil der leeren Volieren für private Tierbesitzer, etwa für die Unterbringung von Vögeln, zu vermieten. Besonders lobt Claudia Fessler die Spendenbereitschaft von Privat- und Geschäftsleuten. Ebenso die Vogelparkgaststätte, die das Essen für die Helfer bei den Arbeitseinsätzen gespendet hat. Doch ärgert sie sich über schädigende Gerüchte: etwa, dass der Vogelpark und das Lokal für immer geschlossen haben.

Wer den Vogelpark bei Arbeitseinsätzen und Aufräumaktionen unterstützen will, meldet sich bitte bei Claudia Fessler, Telefon 0172 733 56 24.

Angesichts der dramatischen Lage sind wir für eine finanzielle Unterstützung dankbar, um wieder Tiere anschaffen zu können: Spenden, kleine und große, sind willkommen.

Sparkasse Karlsruhe, Konto:

DE15 6605 0101 0108 2362 82

(W. Schmidhuber)

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