Nach einem Regenintermezzo im vergangenen Jahr brachte das inzwischen zur Tradition gewordene sechste Open-Air-Konzert der Capitol-Band („Sascha im Quadrat“) wieder beste, handgemachte Pop-Balladen und Rocksongs sowie großartige Stimmung in den idyllischen, voll besetzten Garten der Heinrich-Vetter-Stiftung an der Ilvesheimer Goethestraße. Für die Stiftung entspricht der Termin ihrem Auftrag zur Förderung von Kultur, hier unter Einbeziehung des sozialen Aspekts, wie bei der Begrüßung zu hören war. Denn ohne Zweifel hat sich die Popmusik zum anerkannten Bestandteil öffentlichen Kulturlebens entwickelt und das, wie etwa in Mannheim, mit akademischer Ausbildung. Hinzu kommt, dass die Capitol-Band und die Heinrich-Vetter-Stiftung keinen Eintritt verlangen und das Konzert so niederschwellig zu erleben ist. Unter der Überschrift „Rock im Park“ fühlten sich alle Generationen angesprochen, und niemand wurde enttäuscht. Entsprechend entspannt war die Stimmung, auch weil nach der Hitze bei angenehmen Abendtemperaturen die Sonne lachte. Die Musiker Sascha Krebs, Sascha Kleinophorst, Frank Schäffer und Christof Brill trafen mit ihrer Song-Auswahl den Geschmack des Publikums. Die Capitol-Band hatte Hits aus sechs Jahrzehnten Popgeschichte, aber kein Schlagzeug mitgebracht. Diese Rücksicht auf die meist älteren Anwohner zahlte sich aus, Piano und Gitarre dominierten. Das Quartett wartete sowohl mit heiteren Dialogen als auch mit stilvollen Liedern, wie „Englishman in New York“ von Sting, „I Don't Like Mondays“ von Bob Geldof, „Bye-bye, Miss American Pie“ von Don McLean oder „Lonesome Loser", einst gesungen von der Little River Band, auf. Nicht selten stimmte das Publikum jeden Alters mit ein. Augenzwinkernd ließ man auch die Mimi samt Krimi im Bett, die Capitol-Band überzeugte mit besten Live-Qualitäten. Sänger, Gitarren und Piano, das war's, es gab keine Unterstützung vom Band, das hatte „Sascha im Quadrat“ auch gar nicht nötig. Kein Wunder also, dass die Besucher, unter ihnen Mannheims Kulturbürgermeister Thorsten Riehle und mehrere Ilvesheimer Gemeinderäte, Zugaben forderten und die bekamen sie auch. Als sich dann die Gäste auf den Heimweg machten, war nicht nur einmal zu hören „Danke für diesen gelungenen Abend“. Tk. BILD: Helmut Jung