
Am vergangenen Samstag strömten viele Altdorferinnen und Altdorfer ins Rathaus, um sich über die gelungene Sanierungsmaßnahme und die Dienstleistungen der Gemeindeverwaltung zu informieren. An diesem Tag der Städtebauförderung standen dort die Türen von 14.00 bis 18.00 Uhr offen.
Wer sich an- oder abmelden, einen Personalausweis oder Reisepass beantragen oder sein Gewerbe registrieren möchte, kann dies im Bürgerbüro erledigen. Dieses wurde in den nordöstlichen Gebäudeteil, die ehemalige Rathausgarage, verlegt und hat als eigenen Eingangsbereich einen Glasvorbau erhalten.
Geblieben ist der Haupteingang auf der westlichen Giebelseite. Von dort aus gelangen Sie zu allen anderen Ämtern. Gleich nach dem Haupteingang entstand im ehemaligen Bürgerbüro ein Besprechungsraum. Dort finden an dem großen neuen Besprechungstisch bis zu 16 Personen ausreichend Platz. Auf dem Großbildschirm wurde eine Lichtbildserie über die umfangreichen Sanierungsarbeiten am Rathaus gezeigt. Wer sich noch näher über die Sanierungsmaßnahme, den Energieausweis, die Wärmedämmmaßnahmen, die Photovoltaikanlage oder andere technische Details informieren wollte, fand im 2. Obergeschoss im Bauamt bei Bautechniker Marco Noller Antworten.
Im 1. Stock finden Sie nach wie vor Bürgermeister Erwin Heller und sein Sekretariat. Im ehemaligen Sitzungssaal, der mit Glaswänden in drei Büroräume aufgeteilt wurde, ist nun das Haupt-, Bau- und Ordnungsamt samt Sekretariat und der Kindergartengesamtleitung untergebracht.
Im Dachgeschoss ist wie bisher die Finanzverwaltung untergebracht. Neu hinzugekommen ist dort das Hoch- und Tiefbauamt.
In alle Stockwerke gelangt man wie bisher über die Treppe oder über den neuen Aufzug, der im Treppenhaus seinen Platz fand. Nun sind alle Ämter auch barrierefrei erreichbar.
Vergangenen Samstag waren alle Türen geöffnet und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung stellten ihre Tätigkeiten vor und beantworteten die Fragen der interessierten Besucherinnen und Besucher. Für die Kinder hatten sie eine Rathaus-Rallye vorbereitet, bei der es Fragen zu beantworten, Rätsel zu lösen oder Dinge zu testen galt. Am Ende durfte jedes Kind am Glücksrad drehen und einen Preis ergattern.
Die grundlegende Sanierung unseres denkmalgeschützten und zwischenzeitlich 75 Jahre alten Rathauses war aus verschiedenen Gründen notwendig geworden: Zum einen waren es energetische Gesichtspunkte. Hinsichtlich der Wärmedämmung hatte das Rathaus den Stand von 1950. Es zog durch die Fenster und sogar Wände. Die Wasser- und Abwasserleitungen mussten nach 75 Jahren dringend erneuert werden. Und hinsichtlich der Elektroleitungen war es höchste Zeit für einen Austausch, da die alten Leitungen teilweise überlastet waren. Einige davon waren sogar nur zweiadrig.
Ein weiterer sehr wichtiger Grund zeigte sich erst so richtig mit dem Beginn der Sanierungsmaßnahme. Der Westgiebel war marode und das Fachwerk teilweise sogar von Pilz befallen. Außerdem waren die beiden Giebel über die Jahre mehrere Zentimeter nach außen gewandert. Deshalb mussten sie in statischer Hinsicht dringend nach innen gezogen, verstärkt und gestützt werden. Und schließlich mussten die Wände des feuchten Kellergeschosses mit Kunstharz verpresst werden, damit hier die Registratur trocken gelagert werden kann.
Viele Baustoffe aus der damaligen Zeit waren zudem schadstoffbelastet, wie z. B. die Schlacke, die als Dämmung in den Holzkonstruktionsdecken im 1. und 2. OG Verwendung fand, genauso die verwendeten Klebstoffe der ehemaligen Parkettböden.
Außerdem wollte man im Zuge dieser Sanierungsmaßnahme auch einen Aufzug einbauen, um das Rathaus barrierefrei zu machen. Und letztlich bedurfte es auch weiterer Büroräume, um alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einem Gebäude unterbringen zu können.
Und wie bei jeder Gebäudesanierung forderte auch der Brandschutz seinen Tribut. So mussten viele Brandschutztüren, insbesondere im Treppenhaus, eingebaut werden. Im Dachstuhl mussten Holzträger feuerhemmend verkleidet werden. Auch eine Brandmeldeanlage gehört zum heutigen Standard.
Und natürlich forderte der Denkmalschutz zahlreiche Auflagen, Untersuchungen und Dokumentationen.
Alles in allem also eine sehr umfangreiche und gut gelungene Gebäudesanierung, die 18 Monate dauerte und mit der unser Rathaus energietechnisch nun fast einen Neubaustandard erreicht.
Die gesamten Baukosten betrugen knapp 4,5 Mio. Euro. Diese wurden mit rund 51 % Städtebaufördermitteln von Bund und Land gefördert. Eine genaue Abrechnung wird noch erstellt, sobald alle Schlussrechnungen vorliegen.
An einem Stand unseres Sanierungsbetreuers, der Wüstenrot Haus- und Städtebau GmbH, konnten sich die Gebäudeeigentümer, die im Sanierungsgebiet „Ortsmitte III“ liegen, ausführlich über die Fördermöglichkeiten der privaten Gebäudesanierung informieren. Und etliche machten davon guten Gebrauch.
Ein Highlight war auch die im Rathaus gezeigte Bilderausstellung unseres bekannten Malers Hans Bäurle, der im vergangenen Jahr leider verstorben ist. Diese Ausstellung dekorierte unsere Wände und fand sehr regen Zuspruch.
Wer am vergangenen Samstag keine Gelegenheit hatte, sich unser Rathaus anzuschauen, der kann dies gerne in den nächsten Tagen während der Öffnungszeiten nachholen und dabei auch die sehenswerte Bilderausstellung von Hans Bäurle betrachten.