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Tiere, Natur & Umwelt

Grünkardinal oder doch Yellow Cardinal?

Der Grünkardinal und der Yellow Cardinal bezeichnen denselben Vogel, im deutschen als Grünkardinal bekannt, wird im Englischen als Yellow Cardinal...
Foto: Selina Herzog Keilhauer

Der Grünkardinal und der Yellow Cardinal bezeichnen denselben Vogel, im deutschen als Grünkardinal bekannt, wird im Englischen als Yellow Cardinal bezeichnet.
Er bevorzugt offene Wälder mit alten, hohen Bäumen und Dornengestrüpp und Buschland. Das Tier ist in Nordargentinien, Südbrasilien und Uruguay heimisch.
Mit einer Körperlänge von knapp 20 Zentimetern und einem Gewicht von 46-51 Gramm ist der Grünkardinal mit dem heimischen Star vom Körperbau zu vergleichen und etwas leichter und kleiner als der weit bekannte Rotkardinal.
Wie der Name schon sagt, besitzt der Grünkardinal ein recht auffälliges gelb/grün-schwarz-graues Gefieder. Bei den Männchen sind auch die Augen- und Wangenstreifen gelb. Weibchen dagegen haben mehr grauanteil in ihrem Gefieder, sind aber nicht minder schön. Beide Geschlechter tragen eine dunkel gefärbte Haube auf dem Kopf.
Der Gesang der Männchen besteht aus drei bis vier Silben, die sich in bestimmten Mustern wiederholen. Der Gesang der Tiere ist sehr melodiös.
Die Tangare bauen napf- bzw. kugelförmige Nester in welche sie 2-4 Eier legen. Im Durchschnitt werden diese dann 13 Tage lang bebrütet. Nach dem Schlüpfen wurden die Jungvögel bereits nach ca. 16 Tagen flügge. Als Nahrung bevorzugen sie Insekten und Samen.
Die Lebenserwartung der Tiere liegt bei bis zu 10 Jahren. Leider ist der Grünkardinal stark gefährdet, denn sein Gefieder und seine schöne Stimme wurden ihm zum Verhängnis. Trotz Jagd- und Handelsverbot werden die Tiere weiterhin gefangen und als Käfigvogel verkauft.
Außerdem werden immer mehr Flächen abgeholzt und Wälder umgewandelt und mit exotischem Eukalyptus bepflanzt, auch Überweidung und der Holzeinschlag macht ihr zu schaffen.
In ihrer südamerikanischen Heimat sieht sich der Grünkardinal durch die oben genannten Eingriffe in die Natur einer besonderen Gefahr gegenüber: der sogenannten Nothybridisierung. Da die Bestände durch Lebensraumverlust und illegalen Fang dramatisch geschrumpft sind, finden die verbliebenen Vögel oft keine artgleichen Partner mehr.
In ihrer Not verpaaren sie sich mit dem häufiger vorkommenden Diuca-Finken. Die daraus entstehenden Mischlinge (Hybriden) sind jedoch unfruchtbar. Für die ohnehin gefährdete Population ist dies fatal, da diese Tiere für die Arterhaltung verloren sind. Das schwächt natürlich die Wildpopulation ebenfalls.

In ganz Deutschland sind, inklusive uns, 6 Haltungen gelistet, in Europa 12. Unsere Tiere kommen von Privat.
Das Aufblühen der Vögel bei uns mitzuerleben, ist eine große Freude, denn ihr Gefieder ist kräftig und glänzend geworden. Dass sich die Tiere bei uns wohlfühlen, zeigt die schönste aller Bestätigungen: Wir durften uns bereits über zweifachen Nachwuchs freuen. Hier merken wir wieder, dass mit Geduld und Fürsorge sich ein Tier wohlfühlen und vor allem erholen kann.
Vielleicht schafft es auch die Wildpopulation durch Arterhaltung und Artenschutz sich irgendwann wieder zu erholen. Wir würden es uns für diese Tiere sehr wünschen.

Erscheinung
exklusiv online
von Wildpark Schwarzach
20.04.2026
Dieser Inhalt wurde von Nussbaum Medien weder erfasst noch geprüft. Bei Beschwerden oder Anmerkungen wenden Sie sich bitte an den zuvor genannten Erfasser.
Orte
Aglasterhausen
Neunkirchen
Schwarzach
Kategorien
Panorama
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