Azubis im Handwerk sollen künftig maßgeschneidert lernen können: Die Handwerkskammer Region Stuttgart entwickelt mit dem Fraunhofer IAO und der PH Ludwigsburg eine KI-gestützte Lernplattform für die überbetriebliche Ausbildung. Damit sollen rund1.000Auszubildende pro Jahr an der Bildungsakademie der Handwerkskammer Region Stuttgart arbeiten – zunächst in der Kraftfahrzeugtechnik, der Holztechnik und der Zahntechnik.
Ausbildungsgruppen werden vielfältiger und die Unterschiede der Vorkenntnisse und des Wissenstands größer. Das führt zu Überforderung bei manchen und zu Unterforderung bei anderen – der Unterstützungsbedarf steigt. Wer heute ausbildet, muss individueller auf die Auszubildenden eingehen und sie gezielter fördern. Genau hier setzt das neue Verbundprojekt „Ausbildung mit KI individuell und kompetenzorientiert begleiten (AKib)“ an.
Zusammen mit dem Fraunhofer IAO und der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg entwickelt die Handwerkskammer Region Stuttgart eine digitale Lernplattform (LXP), die den Wissensstand der Auszubildenden analysiert und darauf basierend mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI) Aufgaben und Lernmaterialien zur Verfügung stellt. Zunächst wird dies im Bereich der Kraftfahrzeugtechnik, der Holztechnik sowie der Zahntechnik umgesetzt, deren überbetriebliche Ausbildung (ÜBA) an der Bildungsakademie der Handwerkskammer Region Stuttgart stattfindet.
Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) im Rahmen der „Initiative für eine exzellente überbetriebliche Ausbildung (INex-ÜBA)“ gefördert, die vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) durchgeführt wird. Bis September 2028 soll die digitale, KI-gestützte Lernplattform vorliegen.
In der sogenannten überbetrieblichen Ausbildung (ÜBA) lernen Auszubildende im Handwerk praktische Fertigkeiten in spezialisierten Bildungszentren, die für den Beruf und die Abschlussprüfung notwendig sind, aber nicht von jedem kleinen Handwerksbetrieb vermittelt werden können. So wird ein einheitliches Ausbildungsniveau gesichert. Die Lehrgänge dauern meist drei bis vier Wochen pro Jahr.
