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Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Öhringen

Kurzer Blick zurück – weiter Blick nach vorn Die Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Öhringen fand am 14. Februar 2026 im Feuerwehrhaus Mitte...
Statistik
Foto: Stadt Öhringen/Feuerwehr

Kurzer Blick zurück – weiter Blick nach vorn

Die Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Öhringen fand am 14. Februar 2026 im Feuerwehrhaus Mitte im Pfaffenmühlweg statt. Sie rückte die beeindruckenden Leistungen und Herausforderungen des vergangenen Jahres in den Fokus. Die Feuerwehr leistet einen unverzichtbaren Beitrag zur Sicherheit unserer Stadt – 24 Stunden am Tag, 365 Tage pro Jahr. Obwohl sie Teil der Stadtverwaltung ist, agiert sie größtenteils unabhängig in ihrer Organisation und mithilfe eines starken und engagierten ehrenamtlichen Teams.

Kommandant Jens Pawellek führte durch das Programm und stellte den Anwesenden die wichtigsten Zahlen und Daten vor, wobei er die herausragende Teamleistung der Feuerwehrangehörigen betonte, die in ihrer Freizeit nicht nur bei Einsätzen vor Ort sind, sondern auch Dienste und Ausbildungen wahrnehmen und organisieren. Oberbürgermeister Patrick Wegener lobte ebenfalls in seiner Rede den Einsatz der Ehrenamtlichen: „Für die Bürgerinnen und Bürger der Öhringen ist die Freiwillige Feuerwehr Öhringen ein verlässlicher Garant für Sicherheit – und das an 365 Tagen im Jahr, sieben Tage die Woche, 24 Stunden am Tag. Diese ständige Einsatzbereitschaft ist alles andere als selbstverständlich.

Ich bin stolz auf unsere Feuerwehr: auf die engagierte Jugend, die Einsatzabteilungen und die Alterskameradschaft. Sie alle stehen für Zusammenhalt, Verantwortung und gelebtes Ehrenamt. Mein besonderer Dank gilt den Feuerwehrangehörigen für ihren unermüdlichen Einsatz, aber ebenso den Familien und Arbeitgebern, die diesen Dienst erst möglich machen. Ohne ihre Unterstützung wäre dieses außergewöhnliche Engagement für unsere Stadt nicht denkbar. Gemeinsam mit dem Kommandantenteam Jens Pawellek und Timo Kieber bringen wir unsere Feuerwehr weiter voran.“

Team und Ehrenamt

Derzeit sind an drei Standorten (Mitte, Ost und West) etwa 217 Feuerwehrleute ehrenamtlich aktiv im Dienst und Einsatz tätig, ergänzt durch 40 Jugendliche in der Jugendfeuerwehr und etwa 50 Alterskameraden. 15 neue Kameradinnen und Kameraden wurden herzlich willkommen geheißen. Knapp 230 Dienste fanden im vergangenen Jahr statt, sowohl innerhalb der vier Züge, aber auch zugübergreifend, in Fachgruppen und in den Abteilungen Ost und West.

Ein Höhepunkt des vergangenen Jahres war das Wochenende der offenen Tore im Mai, ein voller Erfolg, der die Verbundenheit der Feuerwehr mit der Bevölkerung verdeutlichte und als erfolgreiches Teamevent noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Zudem war das „Team Feuerwehr“ beim Stadtlauf dabei – die 10 Kilometer wurden mit 20 Teilnehmenden gemeistert. Auch die Oldtimer-Gruppe ist regelmäßig auf Veranstaltungen und stärkt somit das Teamgefühl und die Vernetzung mit anderen Feuerwehren.

Neue Mitglieder sind jederzeit herzlich willkommen, egal ob erfahren oder als Quereinsteiger/Quereinsteigerin. Bei geplanten öffentlichen Aktionen sowie bei Auftritten an Festen und Schau-Übungen können Interessierte Kontakt mit den Feuerwehrleuten aufnehmen; außerdem werden Schnuppertage angeboten. Die Mitgliedergewinnung steht auch in Zukunft auf der Agenda und wird ausgeweitet, da u. a. der demografische Wandel auch vor der Feuerwehr nicht Halt macht.

Im Feuerwehrgesetz ist geregelt, dass Menschen, die 65 Jahre alt sind, nicht mehr im aktiven Feuerwehrdienst dabei sein dürfen. Um deren Kompetenzen und Erfahrungen aber nicht zu verlieren, gibt es weiterhin die Möglichkeit, sich einzubringen, sei es in der Ausbildung, bei Veranstaltungen, in Arbeitsgruppen, bei Übungsvorbereitungen oder vielem mehr. Wolfgang Brosig von der Altersabteilung erklärte, dass es derzeit zu vermehrten Übergängen von Feuerwehrangehörigen in die Altersabteilung komme, da diejenigen, die in die 1977 neu gegründete Jugendfeuerwehr eingetreten waren, nun das entsprechende Alter erreichen.

Einsätze

Im letzten Jahr rückte die Freiwillige Feuerwehr Öhringen insgesamt zu 236 Einsätzen aus (im Vergleich: 266 im Jahr 2024). Dabei konnten 18 Personen gerettet werden, während für fünf Personen jede Hilfe zu spät kam. Die Einsätze gliederten sich in: 57 Brände, 136 technische Hilfeleistungen und 43 Alarmierungen durch Brandmeldeanlagen. Besondere Einsätze im Jahr 2025 waren ein Dachstuhlbrand und ein Tiefgaragenbrand aufgrund eines in Brand geratenen E-Rollers im März – besonders herausfordernd war hierbei, dass beide Einsätze am selben Tag stattfanden. Außerdem: eine Lagerhalle im Vollbrand im Juni und ein Brand im Erdenwerk im Oktober.

Die Freiwillige Feuerwehr Öhringen ist zudem aktiv in der Überlandhilfe und unterstützt aktiv andere Feuerwehren im Hohenlohekreis, auch bei Unfällen auf der Autobahn und bei Gefahrguteinsätzen. Die Freiwillige Feuerwehr Öhringen ist auf Einsätze mit Gefahrgut spezialisiert, es handelt sich dabei um atomare, biologische oder chemische Stoffe. Auch die Drohnengruppe ist eine häufig benötigte Hilfe, z. B. bei der Personensuche oder um sich ein Bild der Gefahrenlage aus der Luft zu machen.

Immer mehr werden Türöffnungen nötig, vor allem in medizinischen Notfällen, wenn Patientinnen und Patienten nicht mehr in der Lage sind, eine Tür selbst zu öffnen. Hier unterstützt die Freiwillige Feuerwehr Öhringen Rettungsdienste und Polizei. Durch Brandschutzmaßnahmen und Brandmeldeanlagen können viele Großeinsätze verhindert werden, was auch zu einer Verringerung von Personenschäden beiträgt. Zu schweren Verletzungen und Todesfällen kommt es hauptsächlich durch medizinische Notfälle oder (Auto-)Unfälle.

Ausstattung und Digitalisierung

Ein wichtiges Thema 2025 war die Digitalfunkumstellung. Der Digitalfunk macht eine bundesweite und organisationsübergreifende Verständigung möglich. Das eröffnet vielfältige Möglichkeiten und vereinfacht die Zusammenarbeit, auch bei komplexen Einsatzlagen, in Krisensituationen und in Katastrophenfällen. Auf diese Weise unterstützt der Digitalfunk eine schnelle und verlässliche Art der Kommunikation.

Zukünftige Planungen beinhalten neue Fahrzeuge und technische Ausstattung, um modernen Anforderungen gerecht zu werden. Der Umbau des Feuerwehrhauses Mitte und der Umzug im letzten Jahr tragen erheblich zur Sicherheit der Einsatzkräfte und schnelleren und effizienteren Hilfeleistung bei, z. B. durch mehr Digitalisierung und die sogenannte Schwarz-Weiß-Trennung, die vor Kontaminationen schützt.

Auch die frisch renovierte zentrale Schlauchwerkstatt des Hohenlohekreises befindet sich vor Ort. Hier werden Schläuche gewaschen, geprüft und getrocknet, um sicherzustellen, dass sie jederzeit einsatzbereit und in einwandfreiem Zustand sind.

Ausbildung und Herausforderungen

Für 2026 sind neben der Grundausbildung auf Kreisebene auch mehrere Sonderausbildungen wie Fahrsicherheitstraining, Praxistraining E-Mobilität und technische Hilfeleistung vorgesehen. Wer Leistungsabzeichen und einen C-Führerschein machen möchte, wird ebenfalls unterstützt.

Große Herausforderungen wie Digitalisierung und neue gesetzliche Vorgaben warten auf die Feuerwehrkameradinnen und -kameraden. Auch Hitzewellen, Flächenbrandgefahr und Wasserknappheit einerseits sowie Starkregenereignissen/Hochwasser wie im Juni 2024 und Naturereignissen andererseits muss begegnet werden. Ein weiterer Punkt ist der Katastrophenschutz, z. B. bei möglichen Blackouts. Auch neue Rettungsvoraussetzungen bei E-Mobilität müssen geübt werden.

Ein besonders hervorzuhebender Erfolg ist die Ausbildung von Sanitätshelferinnen und -helfern, die unter anderem während Einsätzen oder Übungen bei medizinischen Notfällen helfen können, bis der Rettungsdienst eintrifft. Erfreulich ist, dass diese Sanitätshelferinnen und -helfer nun auch bei der „Region der Lebensretter“ registriert sind und als Ersthelfende zu Einsätzen gerufen werden. Mehr dazu gibt es hier: regionderlebensretter.de

Langfristige Partnerschaften

Die Partnerschaft mit der Feuerwehr der Partnerstadt Großenhain in Sachsen besteht nun seit 25 Jahren; und es wurde bei einem Besuch vor Ort eine Partnerschaft mit der polnischen Partnerstadt Kędzierzyn-Koźle angeregt. Die Partnerschaft zur Feuerwehr in Treffen am Ossiacher See in Österreich ist schon 40 Jahre alt – im letzten Jahr gab es zu diesem Anlass einen Festakt in Öhringen. Ein wichtiger Punkt bei der Vernetzung und gegenseitigen Unterstützung. Zentral hierfür ist der stetige Austausch und das Lernen voneinander.

Ehrungen und Wahlen

Ein wichtiger Teil des Abends waren Ehrungen für langjährige Feuerwehrangehörige, die 15 und 25 Jahre im Dienst stehen. Zudem gab es Beförderungen und Auszeichnungen für erfolgreich absolvierte Ausbildungen.

In den Berichten von Jan Horina zur Jugendfeuerwehr – unterstützt von den Jugendlichen in einem sehr persönlichen Film – und Wolfgang Brosig zu den Alterskameraden wurde deutlich, wie wichtig beide Gruppen für die Feuerwehr sind. Auch die Fachgruppen und Züge leben vom großen Engagement des Teams, allein 22 Betreuerinnen und Betreuer zählt die Jugendfeuerwehr. Besonders Feuerwehrwettkämpfe und Zeltlager vorzubereiten und durchzuführen sowie die regelmäßigen Treffen sind arbeitsintensiv – aber mit großem Spaß entlohnt. Ein wichtiger Punkt für die Zukunft ist es, alle mitzunehmen – durch Transparenz und zielführende Umsetzung von Impulsen.

Highlight des Abends waren die Wahlen des Kommandanten, des stellvertretenden Kommandanten und des Ausschusses (Entscheidungsgremium mit Vertreterinnen und Vertretern aus allen Zügen, Abteilungen etc.). Zur Wahl stellte sich das bisherige Team, Gegenkandidaten gab es keine. Im Amt bestätigt wurden Jens Pawellek als Kommandant und Timo Kieber als Stellvertreter. Auch der Ausschuss wurde wiedergewählt.

Dank und Würdigung

Ein herzliches Dankeschön galt den Arbeitgebern, die es den Ehrenamtlichen ermöglichen, während ihrer Einsätze ihre Arbeitsplätze zu verlassen. Auch den Familien der Feuerwehrmitglieder wurde gedankt, deren Rückhalt unerlässlich ist. Ein Familientag sei auch deshalb wieder für dieses Jahr geplant – um etwas zurückzugeben.

In Grußworten wurden die besonderen Verdienste der Ehrenamtlichen hervorgehoben. Es sprachen: Patrick Wegener (Oberbürgermeister der Stadt Öhringen), Mike Weise (Dezernent für Umwelt, Ordnung und Gesundheit im Landratsamt Hohenlohekreis), Timo Kieber (Verbandsvorsitzender des Feuerwehrverbands Hohenlohekreis) und Markus Megerle (Leiter des Polizeireviers Öhringen). Besonderes Augenmerk setzten alle auf das Thema Verantwortung, das in der Freiwilligen Feuerwehr Öhringen lebendig gehalten wird. Eine große Wertschätzung und vollen Respekt wurden den Kameradinnen und Kameraden ausgesprochen und ein großes Dankeschön für die gute Zusammenarbeit.

Die Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Öhringen bot eine Plattform, um die Erfolge, Herausforderungen und die unverzichtbare Arbeit zu würdigen und in die Zukunft zu blicken. Im Anschluss hatten die Feuerwehrangehörigen und Ehrengäste aus anderen Blaulichtfamilien, Feuerwehren, Organisationen und Gemeinderätinnen und Gemeinderäte Zeit, um ins Gespräch zu kommen und auf gemeinsame Erfolge anzustoßen.

Erscheinung
Öhringer Nachrichten
Ausgabe 08/2026
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