Der Blick in den eingebrachten Haushaltsplan 2026 macht deutlich, dass die Gemeinde vor einer schwierigen finanziellen Lage steht. Denn dieser weist ein voraussichtliches Defizit von rund 9,2 Millionen Euro aus. Die laufenden Einnahmen reichen damit bei Weitem nicht aus, um die laufenden Ausgaben zu decken. Auch in den kommenden Jahren ist nach der aktuellen Planung nicht mit einer schnellen Entspannung zu rechnen.
Hauptursachen sind deutlich geringere Einnahmen aus Gewerbe- und Einkommensteuer sowie sehr hohe Umlagen an Kreis und Land, die aus den guten Ergebnissen früherer Jahre resultieren. Gleichzeitig bleiben insbesondere Personal- und Transferaufwendungen auf hohem Niveau. Diese Entwicklung ist kein Sonderfall: Viele Kommunen befinden sich derzeit in einer vergleichbaren Situation. Die finanziell guten Jahre sind vorerst vorbei – nicht nur hier, sondern nahezu flächendeckend.
Als Fraktion haben wir die notwendigen Haushaltskonsolidierungsmaßnahmen intensiv beraten und im Rahmen der Haushaltskommission begleitet. Dabei lag ein besonderer Fokus auf einer möglichst ausgewogenen Verteilung der notwendigen Belastungen und Einschnitte. Gerade im Bereich der Kinderbetreuung ist festzuhalten, dass wir von einem sehr hohen Niveau kommen und in manch gekürztem Bereich weiterhin über den gesetzlichen Vorgaben bleiben. Die nun vorgeschlagenen Maßnahmen sind das Ergebnis sorgfältig abgewogener Kompromisse. Auch wenn uns manche Entscheidungen schwerfallen, tragen wir sie mehrheitlich mit, weil sie notwendig sind, um die finanzielle Handlungsfähigkeit der Gemeinde zu sichern. Der eingeschlagene Konsolidierungskurs wird uns auch über das Jahr 2026 hinaus weiter beschäftigen.
Gleichzeitig ist uns bewusst, dass diese Einsparungen sowie Steuer- und Einnahmenerhöhungen die grundlegende Schieflage der kommunalen Finanzen nicht lösen können. Solange strukturelle Probleme nicht mutig und nachhaltig von Bund und Land angegangen werden und der wirtschaftliche Motor nicht wieder spürbar in Gang kommt, bleiben kommunale Sparanstrengungen letztlich nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.
Umso wichtiger ist der Zusammenhalt in unserer Gemeinde. Gerade das Ehrenamt und die Vereine leisten einen unverzichtbaren Beitrag für das Miteinander. In herausfordernden Zeiten kommt es besonders darauf an, Gemeinschaft zu stärken und Verantwortung gemeinsam zu tragen.
Für die Fraktion der Freie Wähler e.V.
Sabine Waldenmaier