Zum Jahresende 2025 standen Schulden in Höhe von 48 Mio. € in unseren Bilanzkonten. Das bedeutet, dass jede Bürgerin und jeder Bürger, einschließlich Einwohner von Altenbach und Ursenbach, mit über 3.100 € belastet ist.
Im laufenden Haushalt fallen allein Zinsleistungen in Höhe von 537.000 € an. Die Tendenz ist steigend, was die Situation zusätzlich verschärft.
Eigene Rücklagen schwinden von 7,2 Mio. € auf 6,6 Mio. €.
Die 50 Mio. € -Schuldengrenze überschreiten wir mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit noch in diesem Jahr.
Angesichts dieser besorgniserregenden Zahlen und Prognosen müssen wir uns die entscheidende Frage stellen: Wann müssen wir die Reißleine ziehen?
Ja, die finanzielle Situation der Kommunen landauf-landab ist, um es klar zu sagen, hundsmiserabel. Die Verschuldung aller Kommunen in Baden-Württemberg, einschließlich ihrer Eigenbetriebe, beläuft sich auf 15,8 Milliarden € (Quelle: Die Gemeinde).
Das einstige Musterländle verliert die Hälfte seiner Gewerbeeinnahmen, was gravierende Auswirkungen auf alle Kommunen hat.
Nur 93 Kommunen in ganz BW können sich überhaupt noch als schuldenfrei bezeichnen. Interessanterweise handelt es sich in den meisten Fällen um Gemeinden mit weniger als 5.000 Einwohnern. Dies zeigt, dass kleinere, oft ländliche Gemeinden in der Lage sind, finanziell stabil zu bleiben, während größere Städte mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert sind.
Schriesheim ist kein Einzelfall in dieser besorgniserregenden Lage. Ähnlich ergeht es unseren Nachbargemeinden.
So hat Dossenheim ein Defizit von 2,0 Mio. € und Hirschberg von 2,2 Mio. €. Lediglich Ladenburg, eine industriell geprägte Stadt und ebenfalls Schulstandort, erzielt einen Überschuss von über 2 Mio. €.
Dies zeigt, dass eine starke industrielle Basis einen positiven Einfluss auf die kommunalen Finanzen haben kann.
Die Verantwortung für die gegenwärtige finanzielle Situation ausschließlich den aktuell agierenden Verantwortlichen zuzuschreiben, wäre falsch. Es sind die jahrzehntelangen Entscheidungen, die uns in diese Lage gebracht haben.
Was sind für uns weitere essentielle Punkte eines Haushalts? Als Aufzählung.
1.) Öffentliche Nahverkehr
Neben Wohlstand und Gesundheit steht die Mobilität in einer offenen Gesellschaft ganz weit oben. Im Alltag sind die Schriesheimer, ebenso wie die Bürger von Altenbach und Ursenbach, auf eine funktionierende Verkehrsanbindung angewiesen.
Für Erreichbarkeit von Arbeitsstätten, Zugang zu Schulen, Freizeitgestaltung und Ärztlicher Versorgung.
Die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (rnv) stellt hier den Dienstleister für alle dar und sorgt für die notwendige Mobilität.
Teil 4 - nächste Ausgabe
Hilmar Frey